Darum gehts
- Nino de Angelo (62) spricht über lebenslange Depressionen und psychische Belastungen
- Seine Eltern gaben ihm den Namen eines verstorbenen Bruders, was belastet
- Schon 2025 erwähnte er in «Riverboat», seit Kindheit Depressionen zu haben
Dass Schlagerstar Nino de Angelo (62) seit Jahrzehnten mit Alkoholproblemen kämpft, ist bekannt. Der Sänger hat in den vergangenen Jahren zudem immer wieder Schlagzeilen mit Insolvenz, Fahrerlaubnisentzug, gesundheitlichen Problemen, Frauen und gescheiterten Ehen gemacht.
Doch damit nicht genug: Den 62-Jährigen plagen viele Dämonen. In einem Podcast spricht de Angelo jetzt überraschend offen über ein gravierendes psychisches Leiden, das ihn schon seit seiner Kindheit begleitet.
«Ich kann nicht glücklich sein»
«Also das mit dem Glück ist ein bisschen kompliziert», erklärt Nino de Angelo im Podcast «Wondermom». Hostin Natascha Ochsenknecht (62) fragte ihn gerade, wie euphorisch er den Höhepunkt seiner Musikkarriere einst erlebte. «Ich kann nicht wirklich glücklich sein.»
Als Ochsenknecht ihn besorgt nach den Gründen fragt, muss de Angelo weit ausholen. «Es ist etwas, was mich mein Leben lang begleitet», sagt er. «Meine Eltern sind in den Sechzigern nach Deutschland gekommen. Meine Eltern haben einen anderen Sohn verloren, der genau so hiess wie ich, Domenico Gerhard Gorgoglione.»
«Du lebst das Leben deines Bruders»
Als seine Eltern wenig später mit de Angelo einen weiteren Sohn bekamen, gaben sie ihm den gleichen Namen. «Die sind einfach vor dem ganzen Drama und vor dem Schmerz, den der Tod meines Bruders hinterlassen hat, geflüchtet», erklärt der Sänger.
«Ich habe immer gedacht: Mensch, eigentlich gebührt dir das gar nicht, denn du lebst das Leben deines Bruders.» Über das belastende Thema habe er bereits auch mit Psychologen gesprochen.
2025 deutete er in der MDR-Show «Riverboat» an, bereits im Kindesalter an Depressionen gelitten zu haben. Er habe stets das Gefühl gehabt, dass «etwas Schwarzes» über ihm schwebe.
«Das ist unheimlich»
Bei Ochsenknecht löst die Geschichte von de Angelos Familie grosse Emotionen aus. Sie selbst erlebte einst eine ähnliche Situation. Fünf Monate, nachdem ihr Erstgeborener Wilson Gonzalez (36) auf die Welt kam, wurde sie bereits wieder schwanger. «Ich habe das Kind, weil es wahrscheinlich zu früh war, damals am 27. Dezember verloren», so Ochsenknecht.
Trotz Pille sei sie wenige Monate später wieder schwanger geworden, mit ihrem Sohn Jimi Blue (34). Als Geburtstermin war der 25. Dezember angekündigt, tatsächlich jedoch kam er zwei Tage später zur Welt – am 27. Dezember, also auf den Tag ein Jahr, nachdem sie ihr Kind verloren hatte. «Das ist unheimlich», kommentiert de Angelo.
Als ihr Sohn Jimi ungefähr 12 war, erzählte sie ihm die Geschichte. «Und weisst du, was er zu mir gesagt hat?», fragt Ochsenknecht emotional. «Mama, weisst du was, da kannst du dem lieben Gott dankbar sein. Denn ich bin dir zwei Mal geschenkt worden.»
«Habe alles kaputtgemacht»
De Angelo ist spürbar ergriffen von der Geschichte. Doch sie ist ihm nur ein schwacher Trost. Denn mit seinen Eltern habe er nie offen über den Vorfall sprechen können, man habe die Geschichte unter den Teppich gekehrt.
Er vermutet, dass sein Geschwisterchen auf tragische Weise ums Leben gekommen sein muss. «Meine Eltern sind nicht umsonst aus Italien abgehauen», stellt er fest. «Meine Mutter kann man gar nicht darauf ansprechen.»
Die Geschichte belastet de Angelo schon sein ganzes Leben. «Alles, was ich mir aufgebaut habe, habe ich wieder kaputtgemacht», erzählt er. «Weil du dachtest, du hast es nicht verdient», so Ochsenknecht verständnisvoll.