Sie zählte zu den prägenden Gesichtern der Nullerjahre: Durch ihre Rolle als Claire Bennet in der Hit-Serie «Heroes» erlangte Hayden Panettiere internationale Bekanntheit. Hinter dem öffentlichen Erfolg der Schauspielerin stand jedoch eine Biografie, die früh von substanziellen und psychischen Belastungen gezeichnet war. Nun ist Panettiere mit 36 Jahren gestorben, die Todesursache ist noch unbekannt. Zuletzt soll sie mit ihrem Ex-Freund Brian Hickerson unterwegs gewesen sein. Die beiden führten eine turbulente On-off-Beziehung. Die gemeinsamen Jahre waren von rechtlichen Auseinandersetzungen und Vorwürfen häuslicher Gewalt gezeichnet, führten jedoch nie zu einer vollständigen Distanzierung.
Gegenüber dem US-Promi-Portal TMZ sprach Hickerson immer wieder über die Komplexität seiner Beziehung – sowie seinen eigenen Anteil an der Dynamik. Er räumte ein, in dieser Phase in eine schwere persönliche Krise geraten zu sein: «Ich bin an einen so dunklen Ort geraten, Mann. Drogen, Alkohol.» Zu den Vorfällen der Vergangenheit äusserte er sich rückblickend knapp: «Ich habe Fehler gemacht.»
«Wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben»
Trotz der rechtlichen Folgen und gerichtlicher Auflagen betonten beide Beteiligten im Laufe der Zeit wiederholt, dass eine emotionale Bindung bestehen blieb. Panettiere erklärte in einem TV-Interview zur Situation mit Hickerson: «Da sind Gefühle, ja.» Hickerson seinerseits beschrieb das Fundament ihrer späten Beziehung gegenüber TMZ als eine Form des Abstandes und Respekts: «Unsere Beziehung ist jetzt, denke ich, einfach eine Sache des gegenseitigen Respekts. Sie wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.»
Auf die Frage nach den Gefühlen für seine Ex-Partnerin räumte Hickerson im selben Gespräch ein: «Ich vermisse Hayden jeden Tag.» Doch auf eine dauerhafte Wiederaufnahme der Partnerschaft blickte er zurückhaltend: «Sie denkt wahrscheinlich nicht genauso. Wir wären wahrscheinlich nicht gut füreinander. Ich denke, Hayden ist eine der talentiertesten Personen, die ich je in meinem Leben getroffen habe.»
«Ich hatte keine Ahnung, dass ...»
Panettieres Karriere begann im Kindesalter. Nach Rollen in Produktionen wie «Gegen jede Regel» festigte sie ihren Status in der Branche später durch das Drama «Nashville». Der Preis des frühen Erfolgs war hoch: Bereits im Alter von 15 Jahren traten erste Suchtprobleme auf, nachdem ihr aus ihrem Umfeld Tabletten verabreicht wurden, um bei öffentlichen Auftritten belastbar zu sein. «Ich hatte keine Ahnung, dass dies nicht angemessen war oder welche Tür sich damit für meine Sucht öffnen würde», erinnerte sich Panettiere später im Gespräch mit dem Magazin «People».
Was folgte, war ein jahrelanger Kampf gegen Alkohol- und Opioidabhängigkeit. Die Substanzen seien im Lauf der Zeit zu etwas geworden, «ohne das ich fast nicht mehr leben konnte».
«Kreislauf der Selbstzerstörung»
Eine weitere Zäsur stellte die Geburt ihrer Tochter Kaya im Jahr 2014 dar, die aus der Beziehung mit dem ehemaligen Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko hervorging. Panettiere erkrankte an einer schweren postnatalen Depression. Im Fernsehen sprach sie offen über das gesellschaftliche Unverständnis: «Es gibt viele Menschen, die denken, dass es nicht real ist – dass sie es sich nur einbilden.» Die anhaltenden gesundheitlichen Probleme und die Sucht führten schliesslich dazu, dass das Sorgerecht für das Kind an den Vater übertragen wurde. «Ich war in einem Kreislauf der Selbstzerstörung», gestand Panettiere im Rückblick auf diese Jahre.
Beobachtest du eine Suchttendenz bei dir oder Angehörigen? Die folgenden Stellen bieten Hilfe:
Beratungstelefon der Dargebotenen Hand
Telefon 143 oder www.143.ch
Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche)
Telefon 147 oder www.147.ch
Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen
Telefon +41 61 325 51 00 oder www.upk.ch
Radix – Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte
www.spielsucht-radix.ch
Zürcher Institut für klinische Sexologie & Sexualtherapie
www.ziss.ch
Sucht Schweiz
www.suchtschweiz.ch
Zistig.ch
www.zistig.ch
Oder wende dich an die nächste Psychiatrische Klinik für Jugendliche oder Erwachsene.
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