BAP-Sänger ungewohnt offen über seine grössten Schwächen
«Ich habe mich damit abgefunden, dass meine Intelligenz nicht ausreicht»

2026 ist ein ganz spezielles Jahr für den Sänger der Kölsch-Rock-Band BAP: Er ist 75 geworden, die Band 50, und seit Juni gehts auf Tournee – mit Stopp in Zürich.
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Das Gründungsmitglied von BAP hat auch nach 50 Jahren noch nicht genug von Liveauftritten: Wolfgang Niedecken.
Foto: Marcus Simaitis/laif

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • BAP-Frontmann über Karriere, Träume und persönliche Highlights in Interview
  • Er liebt Songwriting, aber Bühne bereitet ihm die grösste Freude
  • Jubiläumsbox mit 50 Live-Songs aus 50 Jahren Bandgeschichte erschienen
RUTH BRÜDERLIN
Schweizer Illustrierte

Sie haben 2026 viel vor. Wie bewältigen Sie das alles?
Touren ist das Sahnehäubchen von dem ganzen Ding. Planen macht nicht so viel Spass, Songschreiben macht Spass, ins Studio gehen macht auch Spass. Sobald ich auf der Bühne stehe, vergesse ich die Zeit.

Wurde Ihnen deswegen in 50 Jahren nie langweilig?
Man musste mich ja nie zum Jagen tragen, ich habe es immer als grosses Glück empfunden, dass das mit BAP funktioniert. Ich erwarte ja unverschämterweise von Leuten, die einen anderen oder keinen Dialekt reden, dass sie sich die Mühe machen, mich zu verstehen. Eigentlich unverschämt – dass sie es freiwillig tun, ist ein Kompliment, muss man schon sagen.

Was wären Sie als Kind gern geworden?
Archäologe. Als Kinder gruben wir in den Kriegstrümmern irgendwelche Gabeln, Töpfe oder Kämme aus, machten sie mit einem Pinsel sauber, schrieben auf kleine Schildchen, was das ist und wo wir es gefunden hatten. Dann stellten wir sie in Gemüsekisten aus dem Laden meiner Eltern auf dem Bürgersteig aus.

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Für die Beatles, speziell für Paul McCartney. Später kamen die Rolling Stones, die Kinks und Bob Dylan dazu.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?
Das war auf jeden Fall, als ich 1974 zum ersten Mal in New York war und Assistent bei amerikanischen Künstlern. Auf einmal eröffnete sich mir ein ganzer Kosmos. Ich habe sehr viel gelernt in der Zeit, das war grossartig.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Ach, Tränen der Rührung habe ich regelmässig im Fussballstadion. Hat der FC Köln gut gespielt, aber verloren, winkt die Südkurve die Mannschaft zu sich und singt denen das Lied «In unserem Veedel» (In unserem Viertel) der Mundartband Bläck Fööss als Trost.

Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Ein Korkenzieher. Sonst wird das nichts mit meinem Lieblingsgetränk für den Alltag: Rieslingschorle.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich neige zum Verzetteln, mache viele Sachen gern und gern gleichzeitig. Da muss ich immer Gegensteuer geben.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten?
Jemand sagte, ich sähe jünger aus, als in meinem Pass steht. Das fand ich natürlich super und habe gehofft, dass es stimmt.

Wofür haben Sie zuletzt gebetet?
Also ich bin ja so eine Art Restkatholik, aber eigentlich bin ich ein hoffender Agnostiker. Und Heinrich Böll hat mal einen schönen Satz dazu gesagt: Beten heisst für ihn, Gott zu trösten. Das finde ich eine schöne Definition. Denn wenn man sieht, was wir auf Erden alles so anstellen, muss man Gott trösten, dass da so vieles schiefgeht.

Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?
Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass meine Intelligenz nicht ausreicht, mir bestimmte physikalische Fragen zu beantworten. Also ich bin sehr zufrieden, dass ich eher sympathisch als intelligent bin.

Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?
Mit niemandem. Ich leide unter Klaustrophobie. Das war ein grosses Problem, als ich 2011 nach meinem Schlaganfall in diese Röhre sollte. Ich drückte den Alarmknopf schon, als ich erst auf Brusthöhe drin war.

Wofür sollte es Bussen geben?
Für Scheinheiligkeit.

Wie viel sind Sie wert – in Franken?
Als Individuum ist jeder von uns unbezahlbar.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Als ich meine Frau Tina kennenlernte, am Flughafen, in der Warteschlange. Das war wie im Film und eine sehr lustige Angelegenheit. Diesen Tag würde ich tatsächlich sehr gerne nochmals erleben.

Was lernen Sie gerade, das Sie noch nicht so gut können?
Ich versuche mit modernen Autos klarzukommen, die einem alles vorschreiben, ob man den Schulterblick wagen darf oder nicht. Ich gebe mir alle Mühe, aber an einem Stück piepst irgendwas, das macht mich wahnsinnig. Es gibt so Schreckmomente, wo auf einmal die Bremse reinknallt, und ich weiss nicht wieso. Ich versuche, das zu lernen, kann aber bislang noch keine Erfolge vermelden.

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