Kommentar zu E-Trotti-Unfällen
Der Helm muss cool werden

Nur wenige E-Trottinett-Fahrende tragen einen Helm, dabei drohen bei Stürzen besonders oft schwere Kopfverletzungen. Zeit, dass sich das ändert.
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Gerade auf Miet-E-Trottinetts fährt kaum jemand mit Helm.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie: E-Trottinett-Fahrende haben ein 3,45-mal höheres Risiko für Kopfverletzungen
  • Von 730 E-Trottinett-Verletzten in der Schweiz 2025 trugen nur 4,1 Prozent einen Helm
  • 95 Prozent der Skifahrenden tragen einen Helm, bei Velofahrenden sind es 59 Prozent
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Lino SchaerenRedaktor

Eine britische Studie sorgte diese Woche für Schlagzeilen: E-Trottinett-Fahrende schlagen bei einem Sturz besonders häufig mit dem Kopf auf. Ihr Risiko für ein schweres Schädel-Hirn-Trauma ist 3,45-mal höher als bei Motorradfahrern, 1,74-mal höher als bei Velofahrern. Ausgewertet wurden über 15'000 Unfälle in England und Wales.

Die Schweizer Zahlen bestätigen das Bild: Von 730 Personen, die sich letztes Jahr beim E-Trottinett-Fahren verletzten, trugen gerade einmal 30 einen Helm. Das sind 4,1 Prozent. Bei diesen Werten kommt die Politik um eine Helmpflicht, wie sie in Bundesbern derzeit diskutiert wird, nicht mehr herum.

Dass es auch anders gehen könnte, zeigt sich auf der Skipiste. Dort tragen heute rund 95 Prozent einen Helm. Vor 25 Jahren war es nicht einmal jeder Zehnte. Ganz ohne Pflicht, ganz ohne Bussen. Auf dem Velo sind es immerhin 59 Prozent. Beim E-Trottinett aber praktisch niemand.

Der Skihelm wurde zum Statussymbol, nicht zur Last. Kampagnen, Vorbilder, ein Markt voller schicker Modelle machten ihn über Jahre hinweg zur Normalität. Wer heute ohne Helm den Berg herunterrutscht, fällt auf. Nicht umgekehrt.

Beim E-Trottinett fehlt all das. Es ist ein Spontangefährt, oft gemietet, oft nachts, oft nach dem Ausgang, nicht selten unter Alkoholeinfluss. Die Vermieter stellen keinen Helm zur Verfügung. Die Werbung zeigt Fahrende meistens lässig dahinbrausend, selten mit Kopfschutz.

Bis sich das ändert, ist es ein langer Weg. Ein zu langer. Eine Pflicht würde zumindest teilweise Abhilfe schaffen und schweren Verletzungen vorbeugen. Sie schafft allerdings noch keine Kultur, sondern höchstens Widerwillen und Bussen. Die Devise lautet deshalb: Der Helm muss endlich cool werden – auch auf der Strasse.

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