Suff-Fahrten, mehr Unfälle
Bund prüft Helmpflicht für E-Trottinette

E-Trottis sorgen für Chaos und immer mehr Unfälle. Häufig sind betrunkene Fahrer am Lenker. Der Bund erwägt eine Helmpflicht und sicherere Velowege, um Probleme zu entschärfen.
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Die Zahl der E-Trottis steigt.
Foto: imago images/Geisser

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • E-Trottis verursachen immer mehr Unfälle, besonders in Städten wie Zürich
  • Über 50 Prozent der 94 Unfälle 2025 betrafen betrunkene junge Männer
  • Schweiz prüft Helmpflicht, da Trotti-Zahl auf 300'000 steigen könnte
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Sie nerven Fussgänger, wenn sie – verbotenerweise – auf dem Trottoir zwischen den Fussgängern hindurchblochen. Sie werden in Städten einfach irgendwo abgestellt. Vor allem aber sorgen E-Trottinette für zahlreiche Unfälle. Das zeigen die neusten Zahlen aus den Unfall-Statistiken. 

Alleine in der Stadt Zürich gab es im vergangenen Jahr 94 Unfälle mit E-Trottis. Davon waren mehr als die Hälfte auf Stürze junger, betrunkener Männer zurückzuführen. Sie nutzten das E-Trotti nach dem Ausgang als gemütliches und schnelles «Suff-Taxi» nach Hause. Dann etwa, wenn der ÖV seinen Betrieb schon heruntergefahren hat. Die wenigsten hatten dabei einen Helm an.

Im Kanton Schaffhausen verdoppelte sich die Zahl der E-Trotti-Unfälle. Die zuständige Polizeidirektorin Cornelia Stamm Hurter (63, SVP) sagte zu den «Schaffhauser Nachrichten»: «Hier ist der Bundesgesetzgeber gefordert, damit er endlich einmal eine klare Regelung aufstellt, wie man mit diesen E-Trottis umgehen soll.»

Helmpflicht wird geprüft

Tatsächlich kennt man beim Bund die Probleme rund um die E-Scooter. Das Bundesamt für Strassen hat deshalb bereits im vergangenen Jahr einen Bericht in Auftrag gegeben. Denn die Probleme könnten sich noch verschärfen: Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Zahl von geschätzten rund 100’000 privaten Trottis in den nächsten zehn Jahren verdreifachen könnten. 

Inzwischen liegen die Resultate des Berichts vor. Eine mögliche Massnahme, die man ins Auge fasst, ist mehr Sicherheit bei den Fahrenden. Man sei bereit, «eine Helmpflicht bei einer nächsten Verordnungsrevision in der Vernehmlassung zur Diskussion zu stellen» – wie auch bei den E-Rollern, sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach zu Blick. So oder so wäre es für Fahrerinnen und Fahrer von Velos, E-Trottis und E-Rollern sinnvoll, einen Helm zu tragen. 

Eigene Parkplätze, breitere Velowege?

Die Verkehrsexperten raten noch zu weiteren Schritten, um E-Trotti-Fahrten sicherer zu machen – und Fussgänger von vorbeibrausenden Trottinetten auf den Trottoirs zu schützen. Verbesserungen könnten erreicht werden, wenn die Velowege ausgebaut würden. Dort müssten E-Trotti-Fahrer bereits heute unterwegs sein. Oftmals würden sie aber auf Trottoirs ausweisen, weil Absätze zu Stolperfallen werden.

Zudem sind viele Velowege nicht genug breit, sodass sicher überholt werden könnte. Der Bund hat da allerdings wenig Möglichkeiten: Die Velowege sind Sache der Kantone. Und ob Leih-Trottis irgendwo abgestellt werden dürfen – oder ob sie an spezifischen Punkten hingestellt werden müssen, das ist Sache von Städten und Gemeinden. 

Hindernisse gibt es auch von anderer Seite: Wenn Velos, E-Trottis und Fussgänger die Wege teilen, prallen verschiedene Ansprüche aufeinander. Sehbehinderte etwa brauchen Abgrenzungen.«Was sehbehinderten Personen Orientierung gibt, kann für Rollstuhlfahrende oder Velofahrende zum Hindernis werden», sagt Astra-Sprecher Rohrbach. «Deshalb braucht es vor Ort jeweils sorgfältig abgewogene Lösungen.»

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