Darum gehts
- Hunderttausende protestieren im Iran gegen Inflation, Unterdrückung und Korruption.
- Trumps Drohungen stärken das Regime, statt es zu schwächen.
- Ayatollah Chamenei diffamiert Proteste als westliche Verschwörung seit Jahren.
Während im Iran Hunderttausende gegen Inflation, Unterdrückung und Korruption aufstehen, klammern sich manche an die Hoffnung, Donald Trump könne der Bewegung zum Durchbruch verhelfen. Der US-Präsident droht den Mullahs offen mit Konsequenzen, sollten sie auf Demonstrierende schiessen. Doch Trumps Worte sind gefährlich – sie stärken das Regime eher, statt es zu schwächen.
Ayatollah Chamenei behauptet seit Jahren, jeder Protest im Land sei vom Ausland orchestriert. Diese Propaganda hilft ihm, jede Forderung nach Freiheit als westliche Verschwörung zu diffamieren. Wenn nun ausgerechnet der mächtigste Mann der Welt mit «Intervention» droht, liefert er Chamenei den willkommenen «Beweis». Mit jeder dieser Drohungen sehen sich die Mullahs legitimiert, zu noch brutalerer Repression zu greifen. Das haben frühere internationale Versuche, sich in Teheran direkt einzumischen, hinlänglich gezeigt.
Und Trump – das zeigt sein Verhalten in Venezuela – ist kein Freund der Demokratie. Ihm geht es nicht um die Freiheit und die Menschenrechte der gebeutelten iranischen Bevölkerung, sondern um Wirtschaftsinteressen und geopolitische Macht. Der US-Präsident stellt die Frage nach ihm hörigen Figuren, nicht nach einem neuen System.
Die Menschen im Iran brauchen deshalb keinen Heilsbringer aus Washington, sondern echte internationale Solidarität, politischen Druck, der das Regime diplomatisch noch stärker isoliert. Ein Wandel im Iran wird nicht von aussen kommen, sondern aus der eigenen Gesellschaft. Um wirklich frei zu werden, muss das System fallen – nicht nur sein mittlerweile greiser Wächter.