Redewendung erklärt
Warum wir von «Sisyphusarbeit» sprechen – und welche Strafe dahintersteckt

Der Wäschekorb ist leer – und zwei Tage später wieder voll. Die E-Mails sind abgearbeitet – und am nächsten Morgen warten doppelt so viele neue Nachrichten. Für solche Situationen gibt es eine Redewendung, die fast jeder kennt: «Das ist doch Sisyphusarbeit.»
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Sisyphus wurde dazu verdammt, einen riesigen Felsblock einen steilen Berg hinaufzurollen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sisyphus, König von Korinth, wurde für seine List von Göttern bestraft
  • Er muss ewig einen Stein den Berg hinaufrollen, der stets zurückrollt
  • Redewendung «Sisyphusarbeit» beschreibt sinnlose, endlose Aufgaben ohne bleibenden Erfolg
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Doch woher kommt der Ausdruck eigentlich? Dahinter verbirgt sich eine der bekanntesten Geschichten der griechischen Mythologie – und eine Strafe, die bis heute als Symbol für endlose Mühe gilt.

Wer war Sisyphus?

Sisyphus war der sagenhafte König von Korinth. In den antiken Erzählungen galt er als aussergewöhnlich klug, aber auch als gerissen und hinterlistig. Sein grösstes Problem: Er hielt sich für schlauer als die Götter.

Der Legende nach verriet Sisyphus ein Geheimnis des Göttervaters Zeus und brachte damit die Herrscher des Olymps gegen sich auf. Als Strafe sollte er in die Unterwelt gebracht werden.

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Der Mann, der den Tod austrickste

Doch Sisyphus gab nicht auf. Als der Todesgott Thanatos erschien, um ihn abzuholen, soll er ihn mit einer List überwältigt und gefesselt haben.

Die Folgen waren dramatisch: Niemand auf der Erde konnte mehr sterben. Erst als die Götter eingriffen, wurde Thanatos befreit und Sisyphus schliesslich doch in die Unterwelt gebracht.

Selbst dort gelang ihm laut Mythos noch einmal die Flucht. Erst Jahre später wurde er endgültig gefasst.

Die Strafe für die Ewigkeit

Nun beschlossen die Götter, eine Strafe zu verhängen, die selbst der schlaue Sisyphus nicht umgehen konnte.

Er wurde dazu verdammt, einen riesigen Felsblock einen steilen Berg hinaufzurollen. Kurz bevor er den Gipfel erreichte, rollte der Stein jedoch jedes Mal wieder zurück ins Tal.

Also musste Sisyphus erneut beginnen. Immer und immer wieder. Ohne Pause. Ohne Hoffnung auf Erfolg. Für die Ewigkeit.

Deshalb sprechen wir heute von Sisyphusarbeit

Genau aus dieser Geschichte entstand die Redewendung «Sisyphusarbeit». Gemeint ist eine Aufgabe, die viel Kraft und Zeit kostet, deren Ergebnis aber nie von Dauer ist oder ständig zunichtegemacht wird.

Typische Beispiele aus dem Alltag sind:

  • Staubsaugen in einem Haushalt mit Kindern oder Haustieren.
  • Wäsche waschen und zusammenlegen.
  • Schnee schaufeln während eines Schneefalls.
  • E-Mails abarbeiten, während laufend neue eintreffen.
  • Endlose Bürokratie mit immer neuen Formularen.

Was Philosophen an Sisyphus fasziniert

Die Geschichte beschäftigt Menschen bis heute. Besonders bekannt wurde die Interpretation des französischen Philosophen Albert Camus.

In seinem Werk «Der Mythos des Sisyphos» argumentiert Camus, dass Sisyphus trotz seiner aussichtslosen Lage nicht nur eine tragische Figur sei. Gerade weil er sein Schicksal kenne und dennoch weitermache, werde er zu einem Symbol menschlicher Stärke.

Die Botschaft: Nicht immer liegt der Sinn im Ziel. Manchmal entsteht er im Versuch, den Stein trotzdem weiter den Berg hinaufzurollen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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