Darum gehts
- Zwei Serben reisen 1300 km in den Alpstein
- 300 Euro Budget: Biwakieren und selbst mitgebrachtes Essen
- Bei der Anreise setzen sie auf eine ungewöhnliche Methode
Es ist 6 Uhr morgens an einer Bushaltestelle in der serbischen Stadt Kraljevo. Inmitten des Morgenverkehrs und der zur Arbeit hetzenden Leute stehen Vukasin Radisavljevic (25) und Uros Komatina (25).
Vor ihnen liegen rund 1300 Kilometer – und sie wollen für die Fahrt wenig bezahlen. Ihr Ziel: per Autostopp in den Alpstein. Dort wollen die beiden vier Tage lang wandern. «Egal, wohin man in der Schweiz auch geht, es ist überall schön», erklären sie im Gespräch mit Blick. Noch wichtiger für sie: «Per Autostopp zu reisen, ist ein grösseres Abenteuer für uns.»
Der Abenteuerzwang und die Suche nach einem Sponsor
Die beiden jungen Serben sind seit ihrer Schulzeit befreundet und ein eingespieltes Team. Heute planen sie oft spontane Ausflüge in die Natur und sprechen in ihrem Podcast «Sumkast» über Themen, die die Bergwelt bewegen.
Deshalb auch die Reise: «Wir wollten eine Backpacking-Reise machen und das Konzept potenziellen Sponsoren für den Podcast präsentieren», erklärt Komatina.
«Von der Schweiz wussten wir, dass sie sehr teuer ist»
Weshalb gerade der Alpstein? «Von der Schweiz wussten wir, dass sie sehr teuer ist, viele Kühe hat, aber auch wunderschön ist», scherzt Komatina.
Sonst reisen sie spontan. Diesmal planten die Kumpels zwei Monate im Voraus. Sie stellten sich Regeln auf: «Wir erlaubten uns nicht, in Berghütten zu schlafen, wir haben Proviant mitgenommen, und der öffentliche Verkehr war nur auf der letzten Etappe in den Alpstein erlaubt», erklärt Radisavljevic. Und weiter: «Wir haben geschätzt, dass wir etwa 300 Euro brauchen würden. Unser Ziel war, so wenig wie möglich auszugeben», erklären sie.
Vukasin Radisavljevic und Uros Komatina stammen beide aus Serbien und nehmen in ihrem Podcast «Sumkast» – ein Wortspiel aus den serbischen Begriffen für Wald und Podcast – ihr Publikum mit auf Reisen in die Natur.
Beide wurden 2001 geboren und wohnen in Kraljevo. Komatina studiert aktuell, während sich Radisavljevic dem Outdoor-Podcast widmet.
Mit ihrem Podcast möchten die beiden Serben Menschen dazu inspirieren, die Natur zu entdecken. Jeden Mittwoch teilen sie auf Youtube ihre Erfahrungen und Tipps rund um Camping, Wandern und Outdoor-Ausrüstung – ganz gleich, ob für Anfänger oder erfahrene Wanderer.
Vukasin Radisavljevic und Uros Komatina stammen beide aus Serbien und nehmen in ihrem Podcast «Sumkast» – ein Wortspiel aus den serbischen Begriffen für Wald und Podcast – ihr Publikum mit auf Reisen in die Natur.
Beide wurden 2001 geboren und wohnen in Kraljevo. Komatina studiert aktuell, während sich Radisavljevic dem Outdoor-Podcast widmet.
Mit ihrem Podcast möchten die beiden Serben Menschen dazu inspirieren, die Natur zu entdecken. Jeden Mittwoch teilen sie auf Youtube ihre Erfahrungen und Tipps rund um Camping, Wandern und Outdoor-Ausrüstung – ganz gleich, ob für Anfänger oder erfahrene Wanderer.
Das schafften sie, indem sie möglichst leicht packten und unter Einhaltung der lokalen Regeln in der Natur biwakierten. Und: «Wir haben unser Essen mitgenommen, auch weil wir nicht in Regionen unterwegs waren, wo wir einkehren konnten», sagen sie. Aber: «Wenn wir doch an einer Hütte vorbeikamen, schlug das Appenzeller Bier ins Budget.»
Wie ist es, per Autostopp zu reisen?
Zuerst zweifelten die beiden an der Bushaltestelle. Doch schon nach zehn Minuten hielt das erste Auto. «Für uns gab es viele schöne Momente, aber der Weg in die Schweiz gehört für uns zum Highlight», sagen sie. Es war auch das erste Mal, dass sie per Autostopp reisten.
Unterwegs haben sie mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. «Von Luzern aus hat uns dann ein Portugiese mitgenommen, der kein Englisch sprach, während wir kein Deutsch konnten», erklärte Radisavljevic. Aber «mit Händen und Füssen» konnten sie sich so verständigen, dass sie in der Nähe von Zürich strandeten. «Dann kam der Mann mit dem gefühlt kleinsten Auto der Welt, der uns bis nach St. Gallen gebracht hat», erzählt Komatina.
Rückblickend verlief ihre Reise entspannt. Aber: «Wir können nur aus unserer eigenen Perspektive sprechen. Anders wäre das Risiko, wenn jemand allein unterwegs wäre oder wenn es sich um eine Frau handeln würde.»
Baden und einen neuen Plan schmieden
Die beiden haben wenig zu bemängeln, abgesehen von kleinen Ausnahmen wie den 15 Franken für 1,5 Liter Wasser auf dem Rotsteinpass. Oder: «Beim Check-in in Friedrichshafen hat uns die Stewardess gesagt, dass wir die Karten für zwei Tage und zwei Monate zu früh gebucht haben», sagt Komatina. Was tun in einer solchen Situation? «Wir gingen erst mal an den Bodensee baden und haben dann einen neuen Plan geschmiedet.»
Die beiden wirken tiefenentspannt. «Je kleiner das Budget ist, umso dankbarer bist du für alles», so Radisavljevic.
«Ich würde morgen wieder losgehen»
Von ihrem Aufenthalt und der Schweiz sind die beiden begeistert. «Alle waren angenehm und gastfreundlich», blicken die beiden zurück. Auch nehmen sie Wertvolles mit: «Die Schweizer haben es geschafft, das Leben auf dem Land lebenswert zu gestalten und gleichzeitig das zu nutzen, was ihnen die Natur bietet. Sie kümmern sich um ihre Umwelt.»
Würden sie ihr Abenteuer wiederholen? «Ich würde morgen wieder losgehen», schwärmt Komatina. «Wir waren am Schluss zwei müde Seelen, aber mit vollem Herzen», sagt Radisavljevic. Mittlerweile sind sie wieder zu Hause und haben ihr Ziel erreicht. «Mit allem, was wir tun, möchten wir den Leuten sagen: Pack deinen Rucksack und zieh deine Schuhe an. Man sollte nicht zu viel über alles nachdenken. Das Leben ist zu kurz, um alles durchzuplanen», erzählen sie.
Gut möglich also, dass Radisavljevic und Komatina schon bald wieder an einer Bushaltestelle in Kraljevo stehen, den Rucksack auf dem Rücken und den Daumen ausgestreckt. Wohin es dann geht, wissen sie selbst noch nicht.