Darum gehts
- Perseiden-Sternschnuppen sichtbar zwischen 17. Juli und 24. August
- Höhepunkt ist in der Nacht vom 12. auf den 13. August
- Naturpark Gantrisch bietet sogar einen Dark Sky Park an
Kaum huscht ein heller Lichtstreif über den Nachthimmel, wünschen sich viele Menschen etwas. Sternschnuppen haben etwas Magisches an sich. Meist braucht es Geduld und ein wenig Glück, um sie zu entdecken. Doch einmal im Jahr verwandelt sich der Himmel in ein wahres Lichtspektakel: Dann ziehen Hunderte von ihnen über unsere Köpfe.
Wer das Spektakel sehen will, streicht sich eine Nacht rot im Kalender an. Astrophysikerin Lucia Kleint (43) erklärt: «Generell sind die Perseiden etwa vom 17. Juli bis zum 24. August sichtbar. In der Nacht vom 12. auf den 13. August lassen sich jedoch deutlich mehr Sternschnuppen beobachten als in den übrigen Nächten.»
Diese Uhrzeit eignet sich am besten
Nicht nur das Datum ist für eine gute Perseiden-Nacht wichtig, sondern auch die Uhrzeit. «Am besten sieht man sie zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang, wobei das Maximum am 13. ungefähr um 4 Uhr morgens erwartet wird», erklärt die Astrophysikerin.
Um diese von der Erde aus zu bewundern, braucht es keine besondere Ausrüstung. «Per Auge sieht man mehr. Ein Fernglas zeigt nur einen kleineren Ausschnitt des Himmels», sagt Kleint.
Gute Bedingungen dieses Jahr
Dieses Jahr steht das Glück auf der Seite der Sternschnuppenfreunde. «Auch spielt das Wetter eine Rolle: Wolken könnten die Sicht verdecken. Beim Mond gilt: je dunkler, desto besser. Dieses Jahr haben wir Glück, es ist dann gerade Neumond.» Das Stichwort lautet hier Lichtverschmutzung. «In dunklen Gebieten, etwa den Alpen, oder zum Beispiel im Naturpark Gantrisch, ist die Sicht viel besser als in den Städten», sagt die Astrophysikerin.
Die hellsten Perseiden würde man auch von der Stadt aus sehen, aber je dunkler die Umgebung, desto besser sei die Sicht auf den Nachthimmel. Kleints Tipp: Auf der Karte von deepskycorner.ch die dunkelblauen Orte suchen – diese gehören zu den dunkelsten der Schweiz.
Sind Zeitpunkt und Wetter ideal, fehlt nur noch eines: der richtige Ort. Denn je dunkler die Umgebung, desto mehr Sternschnuppen werden sichtbar – und an diesen Orten hat man möglicherweise etwas mehr Erfolg.
Naturpark Gantrisch: Der Park für Sternengucker
Der wohl beste Ort, um die Perseiden zu beobachten, ist der Naturpark Gantrisch in den Kantonen Bern und Freiburg. Es handelt sich um das erste zertifizierte Lichtschutzgebiet der Schweiz und verfügt über das internationale Label «Dark Sky Park». In diesem Naturpark erblickt man den Sternenhimmel, wie ihn unsere Vorfahren kannten: funkelnd, strahlend und voller Sterne. Der Naturpark ist tags- und nachtsüber geöffnet.
Wer die Perseiden-Nacht dieses Jahr verpasst: Ab Ende August organisiert der Naturpark interessante Veranstaltungen und verwandelt sich in einen Sternenpark.
Biosfera Val Müstair: Einer der dunkelsten Orte der Schweiz
Zu einem der dunkelsten Flecken der Schweiz zählt die Biosfera Val Müstair in Graubünden. Fernab von künstlichem Licht eignet sich der Naturpark besonders für diejenigen, die auf der Suche nach einer klaren Sicht auf den Sternenhimmel sind.
Kein Wunder, bietet die Tourismusorganisation vor Ort zahlreiche Aktivitäten für Sternenliebhaber an: Von Spaziergängen durch das Dorf Sent über Familien-Nachtwanderungen bis hin zu Führungen bei der Sternwarte Lü bietet die Region perfekte Bedingungen für lange Sternennächte.
Gurten – Park im Grünen
Wer nicht zu den Nachteulen gehört, sollte sich einen Abend in einer Sternwarte reservieren. Jeden Dienstagabend finden in der Sternwarte ob Bern offene Besuche statt. Wie auch dieses Jahr am 11. August – einen Tag vor der grossen Sternschnuppennacht.
Aber auch abseits vom Perseiden-Spektakel vermittelt die Sternwarte Interessantes zu unserer Galaxie. Alleine schon wegen der Aussicht auf Bern ein grosses Highlight.
Stellarium Gornergrat: Ein einst wichtiger Ort für die Forschung
Ein kleiner Ort in den Bergen – eine grosse Bedeutung für die Forschung. Das Stellarium Gornergrat im Kanton Wallis war laut der Gornergratbahn von 1967 bis 2010 der Ort, an dem Astronominnen und Astronomen den Himmel erforschten – auf über 3000 Meter über Meer.
Heute ist im Südturm ein «pädagogisches Teleskop» im Einsatz. Jugendliche und Studierende können dort erste Erfahrungen in der wissenschaftlichen Forschung mit Himmelskörpern sammeln. Öffentlich zugänglich ist das Stellarium zwar nicht. Aber: Ab einer Gruppe von zehn Personen können private Touren mit dem hauseigenen Wissenschaftler gebucht werden.