Darum gehts
- Glacier 3000 bietet spannende Attraktionen auf 3000 Metern Höhe im Waadtland
- Highlights: Hängebrücke «Peak Walk», Alpine Coaster und Snow Fun Park
- Bahnticket ab 89 Fr. inklusive Hängebrücke, Glacier Walk und Snow Fun Park
Wenn ich einen Blick aufs Thermometer werfe, reizt es mich, die kühlsten Outdoor-Tipps auszupacken. Deshalb ist es höchste Zeit für einen neuen «Taugts was, Niki?» Doch wo ist es aktuell kalt? Dreimal dürft ihr raten: in der Höhe.
Mit ungefähr fünf Jahren habe ich Snowboard fahren gelernt. Ich liebte es, den Hügel runterzubrettern. Einzig der Sessellift bereitete mir aufgrund der Höhe Mühe. Mit Blick auf mein 28-jähriges Ich stellt sich die Frage: Kann man Höhenangst überwinden?
Also schlage ich alle Fliegen mit einer Klatsche und reise zum höchstgelegenen Spielplatz der Schweiz, den Glacier 3000 in Les Diablerets VD. Wer den Ort nicht kennt: Auf knapp 3000 Höhenmeter warten hier:
- Die einzige Hängebrücke weltweit, die zwei Gipfel verbindet
- Ein gesicherter Wanderweg über den Gletscher
- Der Snow Fun Park
- Schneebusfahrten
- Hundeschlittenfahrten
- Die höchstgelegene Rodelbahn
Da ich einen Adrenalinkick suche, stechen mir die Hängebrücke «Peak Walk by Tissot» und die Rodelbahn ins Auge. Auf gehts ins Waadtland.
Wohin lohnt sich der nächste Ausflug ins Grüne wirklich? Welche Wanderungen, Naturerlebnisse und Outdoor-Abenteuer begeistern und welche kann man sich sparen?
Gerade in der Schweiz ist das Angebot riesig. Doch Prospekte, Social Media und Hochglanzbilder zeigen oft nur die Schokoladenseite. Wie sieht ein Ausflug tatsächlich aus? Ist die Wanderung ihr Geld, ihre Zeit und die Anreise wert?
Ich teste Wanderungen, Naturerlebnisse und Outdoor-Abenteuer, damit ihr nicht die Katze im Sack kauft. Im Format «Taugts was, Niki?» zeige ich, was überzeugt – und was nicht. Ehrlich, direkt und mit allen wichtigen Infos für eure nächste Tour.
Wohin lohnt sich der nächste Ausflug ins Grüne wirklich? Welche Wanderungen, Naturerlebnisse und Outdoor-Abenteuer begeistern und welche kann man sich sparen?
Gerade in der Schweiz ist das Angebot riesig. Doch Prospekte, Social Media und Hochglanzbilder zeigen oft nur die Schokoladenseite. Wie sieht ein Ausflug tatsächlich aus? Ist die Wanderung ihr Geld, ihre Zeit und die Anreise wert?
Ich teste Wanderungen, Naturerlebnisse und Outdoor-Abenteuer, damit ihr nicht die Katze im Sack kauft. Im Format «Taugts was, Niki?» zeige ich, was überzeugt – und was nicht. Ehrlich, direkt und mit allen wichtigen Infos für eure nächste Tour.
Erreichbarkeit
Ich steige aus dem Auto und sehe vor mir das Bergmassiv samt seinen eckigen, steilen Felswänden. Das Alpinabenteuer, das oben wartet, ist mit blossem Auge nicht zu sehen. Lediglich ganz fein die Hängebrücke. Von Winterthur bin ich drei Stunden mit dem Auto hierhin gefahren. Bei der Ankunft ist alles in Gehdistanz erreichbar: Parkplatz, Kasse und die Gondel.
Mit dem Zug hätte ich vier Stunden benötigt. Dennoch sollte dies andere nicht davon abhalten, mit dem ÖV anzureisen. Im Gegenteil: Da das Angebot besonders auf Touristen ausgerichtet ist, ist der öffentliche Verkehr gut ausgebaut.
Sowohl von Les Diablerets VD als auch von Gstaad BE aus verkehrt regelmässig ein Postbus bis zur Luftseilbahn. Wer die volle Swiss-Tour erleben will: Der Glacier 3000 Express ist auf den Fahrplan abgestimmt und bringt Besucherinnen und Besucher ohne Wartezeit zum Glacier 3000.
Und dort hinauf möchte ich auch. Wer den Glacier 3000 erleben will, kommt an der Luftseilbahn nicht vorbei. Das Bergbahnticket ist gleichzeitig der Zugang zum gesamten Erlebnisgebiet. Im Preis inbegriffen sind die Hängebrücke, der Glacier Walk und bei passenden Wetterbedingungen der Snow Fun Park.
Ich peile als Erstes die Hängebrücke an, also steige ich in die Luftseilbahn. Diese fährt im 20-Minuten-Takt hoch. Sie befördert eine bunte Touristengruppe und mich innert 15 Minuten auf rund 3000 Meter Höhe. Eine solch steile Gondelfahrt habe ich noch nie erlebt.
Oben angekommen herrschen um die vier Grad, doch sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Sonne knallt runter, Sonnencreme ist unabdingbar.
Ich verarbeite noch, dass ich in so kurzer Zeit auf hochalpinem Gebirge stehe: Vor mir der Gletscher, die sich schlängelnde Rodelbahn und im Rücken die Hängebrücke. Nur eine kleine Treppe trennt mich noch von ihr.
Die Erreichbarkeit erhält die Note 8 von 10.
Hats den Wow-Effekt?
Mit zitternden Knien stehe ich vor der Hängebrücke. Sie ist 107 Meter lang, nur 80 Zentimeter breit und verbindet den Viewpoint-Gipfel mit dem fünf Meter höher gelegenen Scex Rouge. Ich fühle mich sicher aufgrund des Geländers und der gelassenen Atmosphäre – der Blick entschädigt für alles.
Durch das bei der Hängebrücke angemachte Fernrohr entdecke ich das Matterhorn, den Mont Blanc, Eiger, Mönch und Jungfrau. Ein amerikanischer Tourist verrät mir, dies sei der beste Ort, um das Matterhorn in Ruhe zu bestaunen. Was man nicht alles lernt, wenn man als Touristin im eigenen Land unterwegs ist.
Als die Brücke etwas leerer wird, wage ich den ersten Schritt. Ich umklammere das Geländer und gehe langsam vorwärts. In der Mitte beginnt die Brücke leicht zu schwingen, für mich mit Höhenangst mehr als genug. Also richte ich den Blick nach vorne. Auf den Gletscher. Auf die Bergwelt. Und plötzlich rückt die Angst für einen Moment in den Hintergrund.
Die Hängebrücke hat mir gezeigt, dass ein Adrenalinkick nicht immer mit grossem Risiko verbunden sein muss, und genau das macht dieses Erlebnis so besonders. Dennoch bin ich froh, wieder auf festem Boden zu stehen.
Wenn ich mich schon im Rausch befinde, mache ich mich sogleich auf den Weg zum «Alpine Coaster», der zweiten Attraktion. Dieser befindet sich in der Nähe bei der Luftseilbahn. Ich stelle mir eine einfache Rodelbahn vor. Doch auf dem Glacier 3000 schiesst man gerne über die Norm. Drum steht hier auch die höchstgelegene Rodelbahn der Welt.
Die einzelne Fahrt kostet 9 Franken und kann direkt bei der Rodelbahn gekauft werden. Wen es gleich packt, kann sogar fünf Fahrten für 35 Franken erwerben. Aber ich düse einmal runter.
Die Hebel an der Seite sind leicht zu bedienen: Mit ihnen beschleunigt und bremst man. Der Sicherheitsgurt schnallt mich eng, aber nicht unangenehm, an den tief gelegenen Sitz.
Mit Geschwindigkeit habe ich keine Mühe, aber wenn man mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde hinunterbrettert, definiert man den Adrenalinkick einer Rodelbahn neu.
Am Ende der Rodelbahn hat man Zeit, das Kribbeln im Bauch zu verarbeiten. Es zieht mich automatisch zum Startpunkt. Eines ist sicher, das hatte ich so nicht erwartet! Ehrlich gesagt habe ich die Schweizer Alpen an diesem Tag von einer neuen Seite kennengelernt. Das Angebot auf dem Glacier 3000 ist riesig, und eine solch gelassene Atmosphäre kenne ich sonst nur vom Snowpark unter Snowboardern.
Der Wow-Effekt erhält die Note 8,5 von 10.
Verpflegung
Zwischen Hängebrücke und Rodelbahn-Erlebnis brummt mir der Magen. Auswählen kann man zwischen verschiedenen Restaurants: dem Restaurant Le 3, dem Restaurant Botta und dem Le Carnotzet, das aktuell geschlossen ist. Meine Wahl bleibt zwischen dem Le 3 und dem Botta.
Das Restaurant Botta mit seinem vornehm gedeckten Tisch schreit für mich nach Dresscode elegant und chic. Ist es auch, niedergegartes Schweinekotelett und Trüffelpasta zieren das preiswerte Menü.
Auch wenn sie mich sicherlich mit meinem Mammut-Rucksack empfangen hätten: Ich suche eine einfache Küche und diese finde ich im Le 3. Dort trifft Schweizer Bergküche auf internationale Klassiker. Neben Älplermagronen stehen Ramen-Nudeln und Dal-Curry auf dem Menü. Das urchige Alpenchalet-Gefühl, das ich erwartet habe, bleibt zwar aus. Für das internationale Publikum dürfte der Mix aus Küche und Einrichtung aber genau die richtige Prise Alpenchic bieten.
Die Wahl für mich ist klar: Es wird die Penne Bolognese und ein Cola Zero. Bestellen und zahlen tut man im Le 3 via QR-Code. Ein einfacher Prozess, bequem vom Platz aus.
Trotzdem entsteht ein kleines Missverständnis bei der Bestellung und ich erhalte zunächst die falschen Getränke. Der Mitarbeiter spricht kein Englisch – auf dem Glacier 3000 eher eine Ausnahme. Nach einer kurzen Klärung landet doch das richtige Getränk auf meinem Tisch – trotz Röstigraben.
Das Menü für knapp 30 Franken finde ich teuer. Auch wenn die Bolognese fein war und die Portion grosszügig: Eine Familie muss bei diesem Restaurantbesuch tief in die Tasche greifen.
Die Verpflegung erhält von mir die Note 6,5 von 10.
Preis-Leistung
Wer einen Tag auf dem Glacier 3000 verbringen möchte, sollte genügend Zeit einplanen. Ich ging hin für die Hängebrücke und die Rodelbahn. Schlussendlich ist zwischen Restaurantbesuch und Action-Erlebnissen so viel Zeit vergangen, dass ich die letzte Luftseilbahn zurück mit Schweissperlen betrete. Das Bahnticket kostet 89 Franken für die Hin- und Rückfahrt. Der Preis ist nicht ganz günstig, aber es lohnt sich.
Im Ticket enthalten sind der Lauf über die Hängebrücke, der 2 Kilometer lange Gletscher-Wanderweg «Glacier Walk» und bei geeigneten Wetterverhältnissen der Snow Fun Park. Auch fahren Kinder unter sechs Jahren gratis. Nicht inbegriffen im Ticket ist der Alpine Coaster, die einmalige Fahrt für 9 Franken ist jedoch erschwinglich – und sehr lohnenswert.
Ein solch umfassendes Angebot in einem Bahnticket zu erhalten, ist selten.
Die Preis-Leistung erhält die Note 8 von 10.
Taugts was?
Zugegeben: Der Glacier 3000 ist auf Touristen ausgerichtet. Das merkte ich beim Parkplatz bei der bunten Mischung zwischen leicht bekleideten Niederländern und schwer ausgerüsteten, munteren Bergsteigkletternden. Doch genau hier liegt sein Reiz. Der Glacier 3000 erinnert mich an einen alpinen Spielplatz, denn hier treffen Extremsportler und Gelegenheits-Bergbummler aufeinander. Gleichzeitig erhalten beide ein passendes Programm.
Das ganze Gebiet des Glacier 3000 taugt absolut etwas. Vom Ausblick und den Menschen, denen ich auf 3000 Höhenmetern begegnet bin, erzähle ich auch heute noch voller Freude. Dennoch denke ich, dass man nicht nur wegen einer Attraktion hingehen sollte. Das Gebiet steckt voller innovativer Überraschungen.
So angenehm wurde ich schon lange nicht mehr mit meiner Angst konfrontiert. Und ich würde es wieder machen.