Zeitgefühl und Alter
Warum die Zeit mit dem Älterwerden immer schneller vergeht

Als Kind schien ein Nachmittag endlos zu dauern, heute rast eine Woche nach der anderen vorbei. Unser Zeitgefühl verändert sich tatsächlich mit dem Alter. Eine wichtige Rolle spielen dabei unser Gehirn, neue Erfahrungen und die Art, wie wir Erinnerungen speichern.
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Warum die Zeit im Alter immer schneller zu vergehen scheint.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Je älter wir werden, desto schneller vergeht die Zeit subjektiv.
  • Neue Erfahrungen verlangsamen das Zeitgefühl, Routine lässt Zeit schneller vergehen.
  • Ferien wirken kurz, hinterlassen aber viele Erinnerungen für längeren Rückblick.
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Kennst du das Gefühl? Als Kind konnte eine Stunde eine gefühlte Ewigkeit dauern. Heute ist plötzlich Freitag, obwohl die Woche gerade erst begonnen hat. Und auch die Ferien scheinen immer schneller vorbeizugehen.

Warum das so ist, beschäftigt die Wissenschaft schon lange. Eine einfache Erklärung lautet: Je älter wir werden, desto kleiner wird ein Jahr im Verhältnis zu unserem bisherigen Leben. Eineinhalb Jahre sind für ein fünfjähriges Kind ein riesiger Teil des bisherigen Lebens, für einen 50-Jährigen dagegen nur ein kleiner Abschnitt. Doch so einfach ist es nicht.

Je älter wir werden, desto schneller scheint die Zeit zu verfliegen.
Foto: Getty Images/Tetra images RF

Unser Gehirn bestimmt, wie schnell Zeit wirkt

Die Wahrnehmung von Zeit gehört zu den grundlegenden Leistungen unseres Gehirns. Dabei erleben wir eine Minute nicht immer gleich lang. Experimente zeigen, dass sich jüngere und ältere Menschen darin unterscheiden können, wie sie kurze Zeitspannen einschätzen. Eine mögliche Erklärung liegt in der Verarbeitung von Informationen im Gehirn.

Mit zunehmendem Alter verändern sich unter anderem die Geschwindigkeit und Effizienz neuronaler Prozesse. Forschende vermuten, dass solche Veränderungen auch beeinflussen können, wie wir den Ablauf der Zeit wahrnehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Uhr im Kopf tatsächlich langsamer tickt. Unser Zeitgefühl entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Prozesse im Gehirn.

Warum Kindern ein Tag so lang vorkommt

Ein entscheidender Faktor sind neue Erfahrungen: Für Kinder ist die Welt voller Dinge, die sie zum ersten Mal erleben. Neue Menschen, Orte, Gerüche, Regeln und Situationen verlangen dem Gehirn viel Aufmerksamkeit ab. Entsprechend entstehen besonders viele neue Eindrücke und Erinnerungen.

Für Erwachsene sieht der Alltag dagegen häufig anders aus. Viele Abläufe wiederholen sich: aufstehen, arbeiten, einkaufen, Haushalt, schlafen. Und am nächsten Tag beginnt vieles von vorne. Wenn wenig Neues passiert, hinterlässt ein Zeitraum weniger markante Erinnerungen. Im Rückblick kann er deshalb erstaunlich kurz wirken.

Im Flow verschwindet das Zeitgefühl

Auch unsere aktuelle Aufmerksamkeit spielt eine Rolle: Wenn wir vollkommen in einer Tätigkeit aufgehen, etwa beim Sport, bei einem spannenden Film oder in einem intensiven Gespräch, achten wir kaum darauf, wie viel Zeit vergangen ist. Psychologen sprechen dabei vom Flow-Zustand. Dann kann ein ganzer Nachmittag wie im Flug vergehen. Anders ist es, wenn wir warten oder uns langweilen. Weil unsere Aufmerksamkeit ständig auf die Uhr oder das Verstreichen der Zeit gerichtet ist, können sich schon wenige Minuten quälend lange anfühlen.

Der erstaunliche Ferien-Effekt

Besonders interessant wird es bei Ferien und Reisen: Während einer Reise verfliegen die Tage oft. Gleichzeitig erinnern wir uns später daran, als hätten wir viel länger etwas davon gehabt. Der Grund könnte in der Menge der neuen Erfahrungen liegen. Ferien stecken voller neuer Orte, Menschen, Eindrücke und Erlebnisse. Unser Gehirn speichert dadurch viele Erinnerungen.

Im Moment vergeht die Zeit also schnell, aber rückblickend wirkt die Zeitspanne länger. Genau darin steckt auch eine Möglichkeit, das eigene Zeitgefühl zu beeinflussen.

So fühlt sich das Leben weniger wie ein Dauerlauf an

Wer möchte, dass sich ein Jahr im Rückblick nicht wie ein einziger langer Alltag anfühlt, kann bewusst für Abwechslung sorgen: Ein neues Hobby, ein unbekannter Ort, eine Wanderung auf einer neuen Strecke, ein Kurs oder einfach ein Wochenende, das anders aussieht als die üblichen Tage: Solche Erlebnisse schaffen neue Erinnerungen.

Man kann die Zeit natürlich nicht wirklich anhalten. Aber man kann dafür sorgen, dass sie mehr Spuren hinterlässt. Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: nicht unbedingt mehr Zeit zu haben, sondern mehr von ihr bewusst zu erleben.

Dieser Artikel erschien erstmals auf zena.blic.rs, dem Lifestyle-Portal des serbischen Mediums Blic, das zur internationalen Ringier-Gruppe gehört.

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