Schon mal drüber nachgedacht?
Darum gehen ältere Menschen oft mit den Händen hinter dem Rücken

Du hast es bestimmt schon einmal gesehen: Ältere Menschen spazieren gemütlich dahin, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Doch warum machen sie das eigentlich? Eins schon mal verraten: Dahinter steckt mehr als eine schrullige Angewohnheit.
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Ein typisches Bild: ältere Menschen mit hinter dem Rücken verschränkten Armen. Was hat es damit auf sich?
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ältere Menschen verschränken oft Hände hinter dem Rücken beim Gehen
  • Untersuchungen zeigen: Armschwung verbessert Stabilität und fördert natürliche Bewegungsabläufe
  • Ältere gehen langsamer: kürzere Schritte, weniger Armschwung und Oberkörperbewegung
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Gunda BosselSEO-Redaktorin

Du hast es bestimmt schon einmal gesehen: Jemand schlendert gemütlich durch einen Park oder im Dorf herum, die Hände locker hinter dem Rücken verschränkt. Besonders häufig fällt diese Haltung bei älteren Menschen auf. Fast wirkt es wie eine typische Eigenart oder einfach eine herzige Angewohnheit. Doch ganz zufällig ist die Körperhaltung nicht. Sie verändert, wie wir unseren Oberkörper halten und wie sich die Arme beim Gehen bewegen.

Eine angenehme Haltung für den Oberkörper

Wenn du die Hände hinter dem Rücken verschränkst, nimmst du die Arme aus der normalen Gehbewegung. Gleichzeitig werden die Schultern eher nach hinten geführt und der Oberkörper kann sich aufrichten.

Gerade nach langem Sitzen kann sich das angenehm anfühlen. Wer viele Stunden vor einem Computer oder über einem Smartphone verbringt, nimmt schliesslich häufig eine nach vorne gerichtete Haltung ein. Die Position hinter dem Rücken ist dann eine Art Gegenbewegung: Der Körper befindet sich für einen Moment in einer anderen Position. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Haltung automatisch besser oder gesünder ist. Denn beim normalen Gehen haben die Arme durchaus etwas zu tun.

Warum die Arme beim Gehen mitschwingen

Beim Laufen bewegen sich Arme und Beine normalerweise gegengleich: Geht das rechte Bein nach vorne, schwingt der linke Arm mit – und umgekehrt. Dieser Armschwung gehört zum natürlichen Gangbild. Wird er bewusst eingeschränkt, verändert sich auch die Art, wie wir gehen. Untersuchungen zeigen unter anderem, dass ein veränderter oder unterdrückter Armschwung den Gang beeinflussen kann. 

Auch das Alter spielt dabei eine Rolle. Bei älteren Menschen nimmt die Stärke des Armschwungs im Durchschnitt ab. Gleichzeitig werden die Schritte häufig kürzer und die Gehgeschwindigkeit geringer. Das könnte erklären, weshalb die Armhaltung beim langsamen Spazierengehen anders aussieht als beim zügigen Gehen.

Ist die «Opa-Haltung» also gesund?

Nicht unbedingt. Und genau hier wird es interessant:

Die Hände hinter dem Rücken zu nehmen, kann sich angenehm anfühlen und für kurze Zeit eine andere Körperhaltung ermöglichen. Es gibt aber keinen Grund, daraus eine besonders gesunde Gehweise zu machen. Im Gegenteil: Die frei schwingenden Arme erfüllen beim Gehen eine Funktion. Untersuchungen mit älteren Menschen zeigen beispielsweise, dass ein stärkerer Armschwung die Stabilität des Rumpfes beim Gehen verbessern kann. Neuere Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass ein grösserer Armschwung bei älteren Menschen mit höherer Gehgeschwindigkeit und längeren Schritten einhergehen kann. Einfach gesagt: Angenehm ist nicht automatisch besser.

Warum gerade ältere Menschen?

Dass die Haltung besonders oft bei älteren Menschen beobachtet wird, dürfte mehrere Gründe haben.

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Gang: Die Geschwindigkeit nimmt bei vielen Menschen ab, die Schritte werden kürzer und auch die Bewegungen des Oberkörpers können kleiner werden. Der natürliche Armschwung wird ebenfalls geringer.

Dazu kommt die Körperhaltung: Ein stärker nach vorne geneigter Oberkörper oder eine ausgeprägtere Rundung im oberen Rücken können das gesamte Bewegungsmuster verändern.

Ob jemand deshalb beim Gehen automatisch die Hände hinter den Rücken nimmt, lässt sich wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig sagen. Es wäre also zu einfach, zu behaupten, ältere Menschen würden dies tun, weil ihr Körper damit eine besonders günstige Position sucht. Manche tun es vermutlich schlicht aus Gewohnheit. Andere empfinden die Haltung als bequem. Wieder andere mögen es, die Arme beim gemütlichen Schlendern ruhig zu halten.

Was du dir von der Spaziergangs-Geste abschauen kannst

Trotzdem steckt in der kleinen Geste eine interessante Erinnerung für unseren Alltag:

Wenn du lange am Schreibtisch sitzt, muss dein Körper nicht stundenlang in derselben Position bleiben. Aufstehen, ein paar Schritte gehen, die Schultern bewegen und die Haltung verändern kann bereits eine angenehme Abwechslung sein. Die Hände hinter dem Rücken können dabei durchaus einmal für ein paar Schritte nach hinten genommen werden. Eine besondere Übung wird daraus aber nicht. Denn noch wichtiger ist, mit dem ganzen Körper in Bewegung zu kommen. Für einen natürlichen Gang sind nicht nur die Beine entscheidend. Auch die Arme, der Oberkörper und deren Zusammenspiel gehören dazu.

Wenn dir also beim nächsten Spaziergang jemand mit den Händen hinter dem Rücken entgegenkommt, ist das wahrscheinlich keine geheime Alters-Weisheit. Es ist schlicht eine Haltung, die sich für manche Menschen beim gemütlichen Gehen gut anfühlt.

Und vielleicht probierst du sie nach einem langen Bürotag selbst einmal aus. Nur eben nicht als Ersatz für Bewegung.

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