Psychologie
Warum viele Menschen ab 55 die Stille besser vertragen

Stille empfinden viele Jüngere als unangenehm – ältere Menschen dagegen oft als wohltuend. Laut Psychologen hat das einen einfachen Grund: Wer ohne Smartphones, Social Media und Dauerbeschallung aufgewachsen ist, geht mit Ruhe ganz anders um.
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Wer in einer ruhigeren Umgebung gross wird, empfindet Stille im späteren Leben eher als Moment der Erholung.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie: Menschen zwischen 55 und 75 ertragen Stille besser als Jüngere
  • Ältere wuchsen ohne Smartphones, soziale Medien oder ständige Benachrichtigungen auf
  • Stille fördert Gedächtnis, Konzentration, Stressabbau und kreative Denkprozesse
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In einer Welt voller Push-Nachrichten, Videos und ständiger Erreichbarkeit fällt es vielen Menschen schwer, einfach einmal nichts zu hören. Doch genau hier zeigen Menschen zwischen 55 und 75 Jahren laut Psychologen einen überraschenden Vorteil: Sie können Stille deutlich besser aushalten als jüngere Generationen.

Der Grund dafür liegt weniger in der Persönlichkeit als vielmehr in den Lebensumständen, unter denen sie aufgewachsen sind.

Aufgewachsen ohne Dauerbeschallung

Wer in den 1950er- und 1960er-Jahren geboren wurde, erlebte eine Kindheit und Jugend ohne Smartphones, soziale Medien oder Streamingdienste. Auch Fernseher liefen nicht rund um die Uhr, unterwegs gab es keine Kopfhörer und keine ständigen Benachrichtigungen.

Stille gehörte ganz selbstverständlich zum Alltag – sei es auf Reisen, beim Spazieren oder einfach zu Hause. Das habe das Gehirn nachhaltig geprägt, erklären Psychologen.

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Das Gehirn gewöhnt sich an seine Umgebung

Der Mensch passt sein Nervensystem an die Umgebung an, in der er aufwächst. Das Gehirn lernt, welches Mass an Reizen normal ist. Wer in einer ruhigeren Umgebung gross wird, empfindet Stille später nicht als unangenehme Leere, sondern als Moment der Erholung.

Für viele ältere Menschen bedeutet Ruhe deshalb Entspannung, innere Ordnung und die Möglichkeit, Gedanken zu sortieren.

Jüngere suchen häufiger nach Reizen

Ganz anders sieht es bei vielen jüngeren Generationen aus. Sie wachsen mit Smartphones, Musik, Videos und permanenten Benachrichtigungen auf. Das Gehirn gewöhnt sich an eine ständige Reizflut.

Fehlen diese äusseren Reize plötzlich, entsteht bei manchen Menschen ein Gefühl der Unruhe oder der Eindruck, dass «etwas fehlt». Deshalb greifen viele automatisch zum Handy, schalten den Fernseher ein oder lassen Musik laufen – oft ganz unbewusst.

Stille tut dem Gehirn gut

Dabei zeigen wissenschaftliche Studien, dass ruhige Phasen dem Gehirn guttun. Während der Stille werden Prozesse aktiviert, die wichtig für Gedächtnis, Konzentration und die Verarbeitung von Emotionen sind.

Ausserdem kann Ruhe:

  • Stress abbauen
  • die Konzentration verbessern
  • Kreatives Denken fördern
  • die Selbstreflexion unterstützen
  • die mentale Erholung erleichtern

Deshalb setzen auch Meditation, Achtsamkeitstraining und viele Entspannungstechniken bewusst auf stille Momente.

Keine Generation ist besser

Psychologen betonen allerdings, dass es dabei nicht um einen Wettbewerb zwischen den Generationen geht. Der unterschiedliche Umgang mit Stille ist vielmehr das Ergebnis verschiedener Lebenswelten.

Während ältere Menschen ohne permanente digitale Ablenkung aufgewachsen sind, prägen Smartphones und soziale Medien den Alltag vieler jüngerer Menschen schon seit der Kindheit.

Gerade deshalb könnte der gelassenere Umgang älterer Menschen mit Stille heute wichtiger sein denn je. Denn Ruhe ist längst zu einer knappen Ressource geworden – und gleichzeitig ein wichtiger Baustein für die psychische Gesundheit.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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