Darum gehts
- Schlafprobleme in Schwangerschaft können Ängste verstärken, Studie von 230 Frauen
- 15 Prozent der Frauen entwickeln behandlungsbedürftige Angststörungen in dieser Zeit
- Schlechter Schlaf als Warnsignal, Hilfe bei Hebamme oder Ärzten möglich
Schlaflose Nächte gelten in der Schwangerschaft und mit einem Baby oft als unvermeidbar. Doch die fehlende Erholung kann mehr bewirken als nur Müdigkeit. Forschende vermuten, dass schlechter Schlaf die psychische Gesundheit von Müttern beeinflussen kann – besonders in der sensiblen Zeit rund um die Geburt.
Angststörungen sind in der Schwangerschaft häufig
Wenn über psychische Belastungen nach einer Geburt gesprochen wird, steht oft die Wochenbettdepression im Mittelpunkt. Doch auch Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Problemen während der Schwangerschaft und in der Zeit danach. Schätzungen zufolge erleben rund 15 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft oder in den Monaten nach der Geburt eine behandlungsbedürftige Angstsymptomatik. Dazu können unter anderem starke Sorgen um das Baby, übermässige Ängste oder wiederkehrende belastende Gedanken gehören.
Forschende untersuchten Schlaf und Ängste bei Müttern
Ein Forschungsteam der Washington University in St. Louis untersuchte rund 230 Frauen während verschiedener Phasen der Schwangerschaft und nach der Geburt. Die Wissenschaftlerinnen wollten herausfinden, ob Veränderungen beim Schlaf mit späteren Angst- und Zwangssymptomen zusammenhängen. Die Ergebnisse zeigen: Frauen mit stärker gestörtem Schlaf berichteten im Verlauf häufiger über zunehmende Ängste.
Schlechter Schlaf könnte ein Warnsignal sein
Während der Schwangerschaft verändert sich der Schlaf bei vielen Frauen deutlich. Hormone, körperliche Beschwerden, häufiges Aufwachen in der Nacht und später die Betreuung des Babys erschweren erholsame Schlafphasen. Besonders im dritten Schwangerschaftsdrittel verschlechtert sich die Schlafqualität bei vielen Frauen. Kurz nach der Geburt erreicht sie häufig ihren Tiefpunkt.
Die Studie deutet darauf hin, dass Schlafprobleme oft vor einer stärkeren Angstsymptomatik auftreten. Schlafmangel könnte deshalb ein frühes Warnsignal sein.
Nicht jede Sorge ist eine Angststörung
Ein gewisses Mass an Sorgen gehört zur Schwangerschaft und zum Leben mit einem Neugeborenen dazu. Viele Eltern machen sich Gedanken, ob es ihrem Kind gut geht oder ob sie alles richtig machen. Problematisch wird es, wenn Ängste den Alltag bestimmen, kaum kontrollierbar sind oder zu grosser Belastung führen. Auch zwanghafte Gedanken oder Handlungen können auftreten, beispielsweise die ständige Angst, dem Baby könnte etwas passieren.
Eigene Erholung ist kein Luxus
Die Forschenden betonen: Der Schlaf der Mutter sollte möglichst ernst genommen werden. Gerade in den ersten Monaten mit einem Baby ist ausreichend Schlaf oft schwierig. Unterstützung durch Partner, Familie oder Freunde kann deshalb eine wichtige Rolle spielen. Schon kleine Entlastungen – etwa wenn jemand eine Nachtbetreuung übernimmt oder die Mutter tagsüber Ruhezeiten bekommt – können helfen.
Wann solltest du Hilfe holen?
Wenn Ängste, Sorgen oder belastende Gedanken über längere Zeit bleiben und dich im Alltag einschränken, solltest du darüber sprechen.
Anlaufstellen können sein:
- Hebamme
- Hausärztin oder Hausarzt
- Gynäkologin oder Gynäkologe
- Psychologin oder Psychologe
Wichtig zu wissen: Psychische Belastungen rund um Schwangerschaft und Geburt sind häufig und gut behandelbar. Hilfe zu suchen, ist ein wichtiger Schritt für die Gesundheit von Mutter und Kind.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.