Smartwatch und Fitness-Apps zählen Schritte, Kalorien und Trainingsminuten. Das kann motivieren. Gleichzeitig entsteht schnell das Gefühl, nicht genug zu machen. Doch beim Sport gibt es keine Einheitslösung.
«Wir sollten immer das machen, was uns guttut», sagt die ehemalige Basketballspielerin und heutige Fitnesstrainerin Jasmina Aleksandrov in einer Videoserie zum Thema Frauengesundheit. Disziplin sei wichtig, um den Körper überhaupt in Bewegung zu bringen. Gleichzeitig brauche es die Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Aktivität gerade die richtige ist.
Ein Workout muss nicht anstrengend sein
Ein gutes Training muss nicht bedeuten, dass man danach völlig erschöpft ist. Gerade nach einer längeren Pause sollte man es langsam angehen. Muskeln und Sehnen müssen sich erst wieder an die Belastung gewöhnen. Auch der Körper braucht Zeit, bis regelmässige Bewegung wieder selbstverständlich wird. Deshalb darf der Einstieg ganz einfach sein: Spazieren, Joggen, Pilates, Yoga oder Krafttraining kommen infrage. Auch ein Gruppenkurs kann die richtige Wahl sein. Wer lieber alleine trainiert, kann sich ebenso gut zu Hause oder draussen bewegen.
Entscheidend ist nicht, welche Sportart gerade besonders beliebt ist. Entscheidend ist, ob sie zum eigenen Körper, zur Kondition und zum Alltag passt.
Der beste Sport ist der, den du wieder machst
Wer verschiedene Aktivitäten ausprobiert, findet eher heraus, was ihm wirklich Freude macht. Für manche ist eine Gruppe die nötige Motivation, andere fühlen sich beim Training alleine wohler. Genau das kann langfristig entscheidender sein als die Frage, welches Training die meisten Kalorien verbrennt. Denn wer sich zu einem Sport zwingt, den er nicht mag, wird ihn vermutlich nicht dauerhaft durchziehen. Eine Bewegung, auf die man sich freut, wird dagegen viel eher Teil des Alltags.
10'000 Schritte sind kein Pflichtprogramm
Auch Fitness-Tracker sollten deshalb eher als Hilfsmittel und nicht als Richter betrachtet werden. Die Zahl der Schritte oder verbrannten Kalorien kann zeigen, wie aktiv wir sind. Sie sagt aber nicht automatisch, ob wir an einem bestimmten Tag «genug» gemacht haben. Nicht jeder Tag muss gleich aussehen. Manchmal reicht ein Spaziergang, an einem anderen Tag passt eine längere Velotour oder ein Krafttraining. Auch kurze Bewegungseinheiten sind besser als gar keine.
Nach einer Pause langsam starten
Wer längere Zeit kaum Sport gemacht hat, sollte nicht sofort versuchen, frühere Leistungen zu erreichen. Zu hohe Belastungen können Muskeln, Sehnen und Gelenke überfordern.
Besser ist es, die Intensität langsam zu steigern. Schon regelmässiges Gehen kann ein guter Anfang sein. Wer sich dabei wohlfühlt, kann später Tempo, Dauer oder Belastung erhöhen. Und auch das Alter muss kein Grund sein, auf Bewegung zu verzichten. Im Gegenteil: Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer bleiben wichtige Bestandteile eines gesunden Alltags.
«Wir sind nicht für alles gemacht»
Die wichtigste Botschaft lautet deshalb: Nicht jeder muss jede Sportart mögen: Wer Yoga liebt, muss nicht joggen. Wer gerne Krafttraining macht, muss keine zehn Kilometer laufen. Und wer momentan nur Lust auf einen Spaziergang hat, muss sich dafür nicht schämen. Es gibt nicht das eine perfekte Workout. Die beste Bewegung ist jene, die zum eigenen Körper passt und die man auch morgen noch gerne macht.