11 Mythen im Check
Wir entlarven die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

Was ist dran an all Gesundheitstipps und Mythen, die wir alle kennen? Über kaum ein Thema gibt es so viele verschiedene Ratgeber und Theorien wie über unsere Gesundheit. Grund genug, sich die gängigsten Mythen einmal anzusehen.
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Du bist, was Du isst: Wie man sich ernährt, ist mittlerweile eine Frage der Gesundheit.
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Nicole BruhinVideo-Desk Blick TV

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel, Zahnseide schützt vor Karies, Salz ist ungesund: Viele solcher Gesundheitsweisheiten begleiten uns seit der Kindheit. Doch welche stimmen tatsächlich – und welche halten einer genaueren Betrachtung nicht stand?

1. Zahnseide ist gut für die Zähne

Seit Jahrzehnten gilt tägliche Zahnseide als fester Bestandteil einer guten Mundhygiene. Doch wie gross ihr tatsächlicher Nutzen ist, wird kontrovers diskutiert.

Die wichtigste Grundlage für gesunde Zähne bleibt das regelmässige Zähneputzen mit Fluoridzahnpasta. Zahnseide oder andere Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume können sinnvoll sein – insbesondere dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.

2. Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

«Mehr als zwei Eier pro Woche sind schlecht für den Cholesterinspiegel» – dieser Ratschlag hielt sich lange hartnäckig. Heute wird die Rolle von Eiern deutlich differenzierter betrachtet.

Cholesterin aus der Nahrung beeinflusst den Cholesterinspiegel im Blut zwar, bei gesunden Menschen ist dieser Zusammenhang jedoch komplexer als lange angenommen. Entscheidend sind unter anderem die gesamte Ernährung, die individuelle Veranlagung und die Menge an gesättigten Fettsäuren.

Eier können deshalb durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten oder bestimmten Erkrankungen sollten ihre Ernährung individuell mit einer Fachperson besprechen.

3. Spinat macht stark

«Iss deinen Spinat, der macht dich gross und stark!» Diesen Satz dürften viele noch aus ihrer Kindheit kennen – nicht zuletzt dank Popeye.

Ganz aus der Luft gegriffen ist der Ruf des grünen Blattgemüses nicht. Spinat liefert unter anderem Eisen, Folsäure, Vitamin K und weitere wertvolle Nährstoffe. Studien deuten zudem darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe aus grünem Blattgemüse die Muskelfunktion positiv beeinflussen könnten.

Allein vom Spinatessen bekommt man allerdings keine Popeye-Muskeln. Für den Muskelaufbau sind vor allem regelmässiges Krafttraining, ausreichend Eiweiss und eine insgesamt ausgewogene Ernährung entscheidend.

4. Nach dem Essen nicht schwimmen gehen

Nach dem Essen zwei Stunden warten, bevor man ins Wasser geht – diese Regel kennen viele noch aus ihrer Kindheit. Wissenschaftlich belegt ist ein solches generelles Badeverbot allerdings nicht.

Nach einer Mahlzeit kann man sich zwar etwas müde oder schwer fühlen, weil der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist. Ein erhöhtes Ertrinkungsrisiko allein durch das Schwimmen nach dem Essen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Wer sich nach einer üppigen Mahlzeit unwohl fühlt, wartet am besten einfach, bis das Völlegefühl nachlässt.

5. Zwei Liter Wasser pro Tag sind Pflicht

Zwei Liter Wasser täglich gelten oft als feste Faustregel. Tatsächlich lässt sich der Flüssigkeitsbedarf nicht für alle Menschen auf eine bestimmte Menge festlegen.

Wie viel Flüssigkeit wir benötigen, hängt unter anderem von Körpergrösse, Aktivität, Ernährung, Umgebungstemperatur und Gesundheitszustand ab. Zudem stammt Flüssigkeit nicht nur aus Getränken: Auch Früchte, Gemüse, Suppen und andere Lebensmittel tragen zur Flüssigkeitsversorgung bei.

Für gesunde Menschen ist Durst ein wichtiger Hinweis darauf, wann Flüssigkeit benötigt wird. Bei Hitze oder körperlicher Anstrengung steigt der Bedarf entsprechend.

6. Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Gute Nachrichten für Kaffeefans: Kaffee zählt grundsätzlich zur täglichen Flüssigkeitszufuhr. Koffein wirkt zwar leicht harntreibend, bei regelmässigem Kaffeekonsum gewöhnt sich der Körper jedoch teilweise daran.

In normalen Mengen führt Kaffee deshalb nicht dazu, dass der Körper unter dem Strich mehr Flüssigkeit verliert, als er über das Getränk aufnimmt. Wer Kaffee trinkt, muss also nicht automatisch zusätzlich Wasser trinken, um einen vermeintlichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

7. Beim Sprung ins kalte Wasser bleibt das Herz stehen

Ein Sprung ins kalte Wasser lässt das Herz nicht einfach stehen. Der plötzliche Kältereiz kann den Körper allerdings stark beanspruchen: Herzfrequenz, Blutdruck und Atmung können sich abrupt verändern.

Für gesunde Menschen ist kaltes Wasser deshalb nicht grundsätzlich gefährlich. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten bei starken Temperaturwechseln jedoch besonders vorsichtig sein und im Zweifelsfall ärztlichen Rat einholen.

8. Salz ist ungesund

Salz hat einen schlechten Ruf – und zu viel davon kann tatsächlich problematisch sein. Eine dauerhaft hohe Salzaufnahme kann bei empfindlichen Menschen den Blutdruck erhöhen und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.

Ganz auf Salz zu verzichten, ist für gesunde Menschen allerdings ebenfalls nicht nötig. Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und erfüllt unter anderem wichtige Funktionen für den Flüssigkeitshaushalt, die Nerven und die Muskeln.

Entscheidend ist deshalb die Menge: Die meisten Menschen profitieren eher davon, sehr salzreiche Lebensmittel und stark verarbeitete Produkte zu reduzieren, als Salz vollständig vom Speiseplan zu streichen.

9. Cola und Salzstangen helfen bei Magen-Darm-Grippe

Cola und Salzstangen gelten seit Generationen als Hausmittel gegen Durchfall und Erbrechen. Optimal sind sie dafür allerdings nicht.

Bei einer Magen-Darm-Infektion verliert der Körper vor allem Flüssigkeit und Elektrolyte. Cola enthält viel Zucker und ist zudem koffeinhaltig, während Salzstangen nicht alle benötigten Mineralstoffe in einem passenden Verhältnis liefern.

Besser geeignet sind spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Sie enthalten Wasser, Salze und Zucker in einer Zusammensetzung, die der Körper besonders gut aufnehmen kann. Bei Kindern, älteren Menschen oder starkem Flüssigkeitsverlust ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

10. Ein Schnaps hilft bei der Verdauung

Ein Schnaps nach einem üppigen Essen gehört für manche einfach dazu. Die Verdauung beschleunigt Alkohol allerdings nicht – im Gegenteil: Alkohol kann die Magenentleerung sogar verlangsamen.

Wer sich nach dem Essen voll fühlt, ist mit einem gemütlichen Spaziergang meist besser beraten. Auch ein warmer Tee kann angenehm sein. Und der wirksamste Tipp gegen Völlegefühl ist nach wie vor, beim Essen auf das eigene Sättigungsgefühl zu achten.

11. Dunkle Schokolade macht nicht dick

Dunkle Schokolade gilt oft als die gesündere Alternative zu Milchschokolade. Sie enthält tatsächlich meist mehr Kakao und weniger Zucker. Kalorienarm ist sie deshalb aber nicht.

Schokolade enthält neben Kakaomasse auch Kakaobutter und damit relativ viel Fett. Je nach Sorte kann dunkle Schokolade deshalb ähnlich viele Kalorien liefern wie Milchschokolade.

Der Unterschied liegt eher in der Zusammensetzung als im Kaloriengehalt. Dunkle Schokolade kann aufgrund ihres höheren Kakaoanteils mehr bestimmte Pflanzenstoffe enthalten – sollte aber wie jede andere Schokolade in moderaten Mengen genossen werden.

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