Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt weltweit kontinuierlich an. In der Schweiz liegt sie heute bei rund 82 Jahren für Männer und etwa 85 Jahren für Frauen. Damit haben sich die Werte über die Zeit hinweg deutlich erhöht. Welche Lebensspanne ein Mensch erreicht, hängt jedoch von vielen Faktoren ab: entscheidend sind vor allem Lebensstil und Ernährung, aber auch soziales Umfeld und genetische Voraussetzungen spielen eine Rolle.
Verschiedene gesundheitliche Krisen können die Lebenserwartung zeitweise beeinflussen. Forschende haben in diesem Zusammenhang gezeigt, dass solche Ereignisse in einzelnen Ländern spürbare Rückgänge verursachen können. Gleichzeitig weisen Studien darauf hin, dass sich auch gesundheitliche Ungleichheiten zwischen sozioökonomischen Gruppen dadurch verstärken können. Insgesamt unterstreicht dies, wie sensibel die Lebenserwartung auf gesellschaftliche und gesundheitliche Rahmenbedingungen reagiert.
Die gute Nachricht: Viele Faktoren lassen sich aktiv beeinflussen. Wissenschaft und Gesundheitsbehörden nennen eine Reihe einfacher, aber wirkungsvoller Lebensstiländerungen, die zu mehr gesunden Lebensjahren beitragen können.
Regelmässige Bewegung
Körperliche Aktivität gilt als einer der wichtigsten Einflussfaktoren für ein langes und gesundes Leben. Sie unterstützt Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Muskelkraft und wirkt sich positiv auf viele altersbedingte Prozesse aus. Auch Alltagsbewegung wie Haus- oder Gartenarbeit trägt dazu bei, die Gesundheit langfristig zu erhalten.
Studien zeigen zudem, dass regelmässige körperliche Aktivität mit einer verlangsamten Zellalterung verbunden sein kann. Insgesamt gilt: Ein aktiver Lebensstil ist in jedem Alter ein zentraler Baustein für Gesundheit und Lebensqualität.
Körpergewicht und Stoffwechselgesundheit
Das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergrösse – häufig über den Body-Mass-Index (BMI) eingeschätzt – steht in engem Zusammenhang mit dem Gesundheitsrisiko. Sowohl Unter- als auch Übergewicht können sich negativ auf die Lebenserwartung auswirken.
Ein dauerhaft erhöhtes Körpergewicht ist mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere chronische Leiden verbunden. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass bereits moderate Veränderungen bei Ernährung und Bewegung einen positiven Effekt haben können.
Rauchen
Rauchen zählt zu den bedeutendsten vermeidbaren Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder chronische Lungenerkrankungen. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen deutlich, dass Nichtraucher im Durchschnitt eine deutlich höhere Lebenserwartung haben als Raucher.
Diabetes und Stoffwechselerkrankungen
Diabetes – insbesondere Typ-2-Diabetes – ist weit verbreitet und steht häufig in Zusammenhang mit Ernährung, Bewegung und Körpergewicht. Die Erkrankung entwickelt sich oft über viele Jahre und kann das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen.
Studien zeigen jedoch, dass Lebensstilveränderungen in vielen Fällen einen positiven Einfluss auf den Verlauf haben können. In einigen Fällen sind sogar Remissionen möglich. Insgesamt kann eine gute Stoffwechselgesundheit entscheidend zur Lebensqualität und Lebenserwartung beitragen.
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung gilt als zentraler Faktor für ein langes Leben. Eine Ernährung mit viel Gemüse, gesunden Fetten, Nüssen und Fisch wird in zahlreichen Studien mit positiven gesundheitlichen Effekten in Verbindung gebracht.
Auch der Konsum von Alkohol spielt eine Rolle: Während geringer Konsum in einigen Untersuchungen nur geringe Auswirkungen zeigt, ist ein hoher Konsum klar mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden.
Psychische Gesundheit und Lebensstil
Psychische Belastungen wie chronischer Stress, anhaltendes Grübeln oder depressive Verstimmungen können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Sie stehen unter anderem mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselproblemen in Zusammenhang.
Umgekehrt zeigen Studien, dass eine positive Lebenseinstellung, soziale Einbindung und stabile Beziehungen mit einer höheren Lebenserwartung verbunden sein können.
Auch Partnerschaften werden häufig mit besseren Gesundheitswerten in Verbindung gebracht. Erklärungsansätze reichen von gegenseitiger Unterstützung im Alltag bis hin zu gesundheitsbewussterem Verhalten in stabilen Beziehungen.
Soziale Beziehungen, Familie und Aktivität im Alltag
Soziale Kontakte gelten als wichtiger Schutzfaktor für Gesundheit und Langlebigkeit. Menschen mit einem aktiven sozialen Netzwerk leben im Durchschnitt gesünder und länger als sozial isolierte Personen.
Auch familiäre Strukturen können eine Rolle spielen. Elternschaft wird in einigen Studien mit positiven Gesundheitseffekten in Verbindung gebracht, möglicherweise durch stärkere soziale Bindung und einen strukturierteren Lebensstil.
Stress, Gewohnheiten und Lebensqualität
Dauerhafter Stress kann vielfältige negative Auswirkungen auf den Körper haben, unter anderem auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Auch Schlafmangel, Bewegungsmangel und ungünstige Alltagsgewohnheiten wirken sich langfristig auf die Gesundheit aus.
Gleichzeitig zeigen Studien, dass soziale Aktivität, Hobbys, geistige Aktivität und ein erfüllter Alltag mit einer höheren Lebenserwartung verbunden sein können.