Darum gehts
- Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich und betrifft besonders ältere Menschen im Sommer
- Verwirrung und undeutliche Sprache sind oft übersehene Symptome eines Hitzschlags
- Babys, Kinder und ältere Menschen: Hitzschlagrisiko steigt bei über 30 Grad Celsius
Für viele sind die wärmeren Monate eine wunderbare Zeit, um sich im Freien aufzuhalten. Doch mit zunehmendem Alter kann der Aufenthalt bei heissem Wetter eine Herausforderung darstellen und das Risiko eines Hitzschlags bergen. Nicht nur die Regulierung der Körpertemperatur kann zum Problem werden, sondern auch die eingenommenen Medikamente, erklärt der Facharzt Ronan Factora in einer Studie der Cleveland Clinic.
Ein Hitzschlag ist die schwerste Form einer hitzebedingten Erkrankung – der Hyperthermie. Er tritt auf, wenn der Körper überhitzt ist und sich nicht mehr selbst abkühlen kann.
Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, bei dem die Fähigkeit des Körpers, seine Temperatur selbst zu regulieren, überfordert ist. Neben Schwindel, Ohnmacht und verschwommenem Sehen ist auch eine Bewusstseins- oder Verhaltensänderung ein Symptom, das leicht übersehen werden kann, da es nicht oft mit einem Hitzschlag in Verbindung gebracht wird. Die Verhaltensänderung äussert sich etwa in Verwirrung und undeutlicher Sprache, aber auch in Aggressivität.
Medikamente können Risiko erhöhen
Ein Hitzschlag verursacht eine verminderte Durchblutung, was zu Schäden an lebenswichtigen Organen führen kann. Daher sollte bei jedem, der Symptome aufweist, die auf diesen Zustand hindeuten, ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Ältere Menschen sind von einem Hitzschlag besonders stark gefährdet. Mit zunehmendem Alter fällt es uns schwerer, Durst zu erkennen. Diese Veränderung, verbunden mit einem normalen Rückgang des Körperwasseranteils, erhöht das Risiko einer Dehydrierung.
Auch Medikamente, etwa gegen eine überaktive Blase (sogenannte Anticholinergika) oder eine vergrösserte Prostata (etwa Tamsulosin), können die überschüssige Flüssigkeit im Körper reduzieren – und damit das Risiko für einen Hitzschlag erhöhen.
Zudem schwitzen ältere Menschen nicht mehr so stark wie in jüngeren Jahren, sodass es für den Körper schwieriger ist, sich abzukühlen. «Wenn man nicht schwitzen kann, verliert man einen Teil seiner natürlichen Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren», sagt der Experte.
Pausen und viel trinken
Neben älteren Menschen sind ausserdem etwa Landarbeiter, Bauarbeiter, Feuerwehrleute, Soldaten und Sportler einem erhöhten Hitzschlagrisiko ausgesetzt, da diese Personen sich häufig über längere Zeit in der Sonne aufhalten. Auch Babys und Kinder sind einem erhöhten Risiko für einen Hitzschlag ausgesetzt. Sie reagieren empfindlich auf extreme Hitze, selbst bei kurzer Dauer. Deshalb ist es gefährlich, ein Kind in einem geschlossenen Auto zurückzulassen, selbst für kurze Zeit.
Es ist wichtig, viel zu trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen, erklärt Factora. Die Farbe des Urins kann etwa Aufschluss über den eigenen Flüssigkeitshaushalt geben. Dunkler Urin ist ein Zeichen des Körpers, dass man mehr trinken muss. Urin sollte idealerweise eine helle, klare, bernsteinfarbene bis gelbe Farbe haben. Ausserdem sollten an heissen Tagen regelmässige Pausen in schattigen, klimatisierten Bereichen eingelegt werden. Wer sich in der Sonne aufhält, sollte auch einen Hut tragen.
Dieser Artikel ist zuerst auf blic.rs erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.