Weitgereiste Rhone-Sorte
Gibt es einen Unterschied zwischen Syrah und Shiraz?

Rebsorten tragen oft mehrere Namen. Je älter die Sorte ist, desto mehr regionale Synonyme verwirren die Weinfans. Für Syrah sind achtzig Bezeichnungen bekannt. Durchgesetzt haben sich Syrah und Shiraz.
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Wächst hier Syrah oder Shiraz? Den Kängurus ist das egal.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Syrah gehört zu den bekannten internationalen Sorten
  • Frankreich ist punkto Anbaufläche führend, aber das war nicht immer so
  • In Australien wird die Sorte Shiraz genannt
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Syrah gilt als internationale Sorte. Kaum ein Land in der Weinwelt, in dem sie nicht angebaut wird. Die grösste Syrah-Anbaufläche befindet sich heute in Frankreich mit 67'000 Hektar, danach folgt Australien mit rund 43'000 Hektar. Zudem ist Syrah in Down Under die häufigste Sorte überhaupt.

Diese Verteilung war nicht immer so. Als Shiraz in Australien schon längst an vorderster Stelle stand, bespielte die Sorte in Frankreich eine Nische. 1968 wurde Syrah in Frankreich fast nur im Bereich der nördlichen Rhone auf 2700 Hektar angebaut. Innerhalb von 20 Jahren stieg die Fläche auf das Zehnfache an. Syrah verbreitete sich im ganzen Rhonetal sowie im Languedoc und in der Provence.

Bonapartes Waterloo

Erstmals nach Australien kamen Syrah-Reiser nach dem Sturz Napoleon Bonapartes. Der französische Ex-Kaiser fristete den Rest seines Lebens auf der Atlantikinsel St. Helena, und die europäischen Monarchien konnten sich wieder um den Aufbau der Landwirtschaft ihrer Kolonien kümmern.

1817 reisten auf dem Schiff Lord Eldon Stecklinge unter dem Namen «Hermitage» und «Syracus» nach New South Wales und überlebten die lange Seefahrt unbeschadet. Doch der Syrah-Motor für Australien war der Schotte James Busby (1802–1871). Der Weinbauexperte sammelte in ganz Frankreich Schnittholz von über 100 Rebsorten. Darunter auch Syrah-Setzlinge unter dem Namen «Scyras» und «Ciras».

Eine persische Stadt als Namensgeberin

Seit einigen Jahren steht fest, dass Syrah eine natürliche Kreuzung aus den Sorten Mondeuse blanche und Dureza ist. Doch zu Zeiten Busbys rankten sich zahlreiche Legenden um ihre Herkunft.

Eine verortete den Ursprung der Sorte in der persischen Stadt Shiraz. Dieser Name setzte sich in Australien durch, weil er leichter auszusprechen war als «Scyras» oder «Ciras». Shiraz wurde in Australien ein voller Erfolg. Barossa-Winzer Peter Lehmann soll es so formuliert haben: «Als Gott den Shiraz erfand, hatte er Australien im Sinn.»

Kühler Syrah, konzentrierter Shiraz

Syrah von der nördlichen Rhone, das Wallis inklusive, ist kühl, würzig, hat viel Farbstoffe und Tannin und wird mit der Reife zugänglicher. Weiter südlich im Rhonetal sind die Weine etwas weicher, runder und werden oft mit Grenache und Mourvèdre kombiniert. Und selbstverständlich schreibt in Frankreich niemand Shiraz aufs Etikett.

Shiraz aus Australien ist konzentriert und fruchtbetont. Dazu kommt oft ein ätherischer Hauch von Eukalyptusblättern. Die bekanntesten und teuersten Shiraz-Weine sind Penfolds Grange und Hill of Grace von Henschke. Die legendären Weine spiegeln die Geschichte der bekannten Rhonesorte in Australien wider.

An diesen beiden Stilistiken orientieren sich Weinmacher in anderen Neue-Welt-Ländern wie beispielsweise Südafrika. Steht Syrah auf dem Etikett, ist die Aromatik mehr von kühler Frucht, Kräutern und schwarzem Pfeffer geprägt, während die Bezeichnung Shiraz auf einen Wein im Stil Australiens hinweist.

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