Velo und Wein
Entlang der Rhone von Genf nach Avignon

Die Rhone ist auch der Fluss des Weines. Im Oberwallis findet man die ersten Rebberge und bis zur Mündung am Mittelmeer reiht sich ein Weinbaugebiet ans andere. Das alles kann mit dem Velo auf Schönste hautnah erlebt werden.
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Auf den 550 km entlang der Rhone von Genf nach Avignon braucht es viel Flüssigkeit.
Foto: Stefan Keller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Entlang der Rhone stösst man auf unterschiedlichste Weinbaugebiete
  • Ein Teil davon liegt an der fahrradtauglichen Route Via Rhôna
  • Wein und Velo ist eine bekömmliche Kombination
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Stefan KellerRedaktor Wein

Das ist ein Start nach Mass: das Restaurant Le Dix Vins in Carouge bei Genf. Die Bistroküche und die Weinkarte geben einen exzellenten Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Tagen entlang der Rhone Richtung Avignon erwartet werden darf.

Wir stimmen uns mit Kalbszunge und dem Côtes du Rhône Mon Coeur von Jean-Louis Chave ein, eine typische Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Chave ist bekannt für monumentale Gewächse aus seinen Top-Lagen.

Der Blick auf die Etikette lohnt sich

Für die Linie Sélection hingegen verwendet er auch zugekaufte Trauben, man spricht dann von Négociant-Weinen, und diese gelangen deutlich günstiger in den Verkauf als die Eigengewächse. Auf diese Unterteilung stösst man immer wieder an den Côtes du Rhône.

Die nächsten Tage stehen jedoch im Zeichen ganz und gar anderer Gewächse, savoyardischer Weiss- und Rotweine aus alteingesessenen Traubensorten wie Altesse und Mondeuse.

Auf dem Weg nach Lyon führt die Via Rhôna durch das Anbaugebiet von Bugey, einer Appellation d’Origine Contrôlée mit rund 500 Hektaren. Einen besonderen Stellenwert geniesst hier die Weissweinsorte Altesse, sie hat unter dem Namen Roussette du Bugey einen eigenen Status. Rund 60 Prozent aller Bugey AOC-Abfüllungen sind Schaumweine, damit liegt das Gebiet – ganz ungeplant – im Trend.


Gamay in Lyons Bouchons

In Lyon, dem Bauch Frankreichs, bieten sich als Etappenhalt die Bouchons an, Kneipen mit den karierten Tischdecken, Kupfertöpfen und vergilbten Plakaten. Hier werden Deftigkeiten aufgetischt, Kalbskopf etwa oder Schweinsfüsschen. Dem Gamay aus dem Beaujolais, serviert in Glaskaraffen, wird in dickwandigen Gläsern zugesprochen. Das ist – nach den ersten 250 Kilometern – prima Nahrung für müde Radlerbeine.

Im Reich des Syrah und Viognier

Flussabwärts, bei Ampuis, liegt die Côte-Rôtie, bekannt für ihren mächtigen Syrah. Daran schliessen sich die beiden Weissweingebiete Condrieu und Château Grillet an. Hier trumpft die Sorte Viognier gross auf, in guten Abfüllungen schmeckt sie umwerfend nach reifen Aprikosen.

Nur 50 Kilometer später erreichen wir Tain-l'Hermitage und schauen zu den Steillagen hoch, wo sich Syrah und die weissen Marsanne- und Rousanne-Reben zu Höchstform und Höchstpreisen aufschwingen. Alltäglicher – ohne Langeweile zu verbreiten – präsentieren sich die benachbarten Gewächse aus Saint-Joseph und Crozes-Hermitage.

Die Meister der Cuvée

Nun verbleiben noch 200 Kilometer bis nach Avignon, wir fahren den ehemaligen Sitz des Papstes über Châteauneuf-du-Pape an. Die Sorten der nördlichen Côtes du Rhône sind nach wie vor anzutreffen, allerdings nicht mehr als Solisten, sondern im Zusammenspiel mit anderen, mit südlicheren Sorten wie Grenache und Mourvèdre.

Die Gewächse aus Châteauneuf-du-Pape geniessen einen Sonderstatus. Wer den Stil dieser wohlschmeckenden und wohltuenden Weiss- und Rotweine mag, tut gut daran, auch einen Blick auf die Nachbargemeinden zu werfen: Gigondas, Cairanne, Rasteau und wie sie alle heissen.

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