Darum gehts
- Australiens Weinjahrgang 2026 fällt mit 1,27 Mio. Tonnen Trauben mager aus
- Im Vorjahresvergleich wurden 30 Prozent weniger rote Sorten geerntet
- Weisswein dominiert darum nach zwölf Jahren erstmals wieder die australische Weinproduktion
Noch sind es Prognosen, gemäss denen der Weinjahrgang 2026 in Australien mager ausfallen wird. Schätzungsweise 1,27 Millionen Tonnen Trauben wurden diesen Frühling in Down Under geerntet, das sind rund 306'334 Tonnen weniger als im Vorjahr, wie der Branchenverband Wine Australia letzte Woche bekanntgab.
Hart getroffen hat es die roten Sorten. Deren Keltermenge ging um rund 30 Prozent zurück. Gemessen am Vorjahr sank der Shiraz-Anteil um 35 Prozent, gefolgt von Cabernet Sauvignon mit einem Minus von 27 Prozent.
Mehr Ruby Cabernet
Aus den Top Ten der Rotweinsorten kippte Mourvèdre, Bestandteil der berühmten GSM-Cuvée (Grenache, Shiraz und Mourvèdre). Dafür hielt mit einer hauchdünnen Mehrheit die Sorte Ruby Cabernet Einzug in das Ranking.
Die aus Kalifornien stammende Neuzüchtung wurde 1930 aus den Sorten Carignan und Cabernet Sauvignon gekreuzt und soll besonders hitzeverträglich sein.
53 Prozent Weisswein
Weil die Erntemenge bei allen roten Sorten zurückging, dominiert zum ersten Mal seit zwölf Jahren Weisswein mit 53 Prozent die australische Weinproduktion. Peter Bailey, Manager für Marktanalysen bei Wine Australia, nennt verschiedene Gründe für das Ernteresultat.
Eine Rolle spiele die sinkende Rotweinnachfrage. Allerdings könne nicht beziffert werden, wie viele Parzellen mit roten Sorten aufgegeben oder nicht abgeerntet wurden. Auch die saisonal schwierigen Produktionsbedingungen habe zu der kleinen Ernte beigetragen. Das Jahr 2025, welches Menge und Qualität des Jahrgangs 2026 massgeblich beeinflusst, sei das viertwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, so Bailey.
Teils sehr gute Qualitäten dank später Lese
Trotz allem: Die Lese dauerte in manchen Regionen ungewöhnlich lang. Im südaustralischen Coonawarra wurde noch im Juni 2026 gelesen. Dank der langen Reifephase sowie kleinbeerigen Trauben mit hohen Konzentrationen an Farb- und Gerbstoffen könnte 2026 qualitativ ein herausragender Rotweinjahrgang werden.