Darum gehts
- Mourvèdre spielt in vielen berühmten Weinen eine wichtige Rolle
- In Kalifornien und Australien wird die Sorte oft Mataro genannt
- Als Monastrell prägt die Sorte die Rotweine aus der Region Valencia
Mourvèdre ist keine weltberühmte Traube, aber eine wichtige. Sie liebt die heissen Weinregionen am Mittelmeer, und von dort kommt sie auch. Der Ursprung soll im historischen Ort Murviedro bei Valencia liegen. Von dort wanderte sie nach Südfrankreich, ins Rhonetal und in die Provence, wo sie die Rotweine der AOC Bandol prägt.
Ihre dunkle Beerenhaut liefert zuverlässig Farbe und Struktur für viele berühmte Weine. Châteauneuf-du-Pape zum Beispiel. In der Cuvée sind 13 verschiedene Sorten erlaubt, darunter auch weisse Trauben. Die wichtigsten drei sind Grenache, Syrah und Mourvèdre.
GMS und Rhonerangers
Aber auch in den Untergebieten der Côtes du Rhône wie Gigondas, Cairanne, Lirac, Rasteau und Vacqueyras prägt dieses Trio die Rotweine. Die Cuvée wurde so berühmt, dass die Rezeptur von den Winzern in Australien übernommen wurde. Steht dort GMS auf dem Etikett, sind Grenache, Mourvèdre und Syrah in der Flasche.
In Kalifornien widmen sich seit den 1980ern die Rhonerangers den drei Sorten. Den Stein ins Rollen brachte damals Winzer Randall Grahm. Der nannte seinen Wein, der schnell zum Kultobjekt der 90er wurde, Le Cigare Volant. Und das nicht ohne Grund.
Akte X in Châteauneuf-du-Pape
Während des Kalten Krieges wurden in der Gemeinde Châteauneuf-du-Pape ab und an Ufos beobachtet. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt. Wahrscheinlich war der schwere Rotwein an den Sichtungen nicht ganz unschuldig.
Tatsächlich erliess die Gemeinde 1954 ein Gesetz, das es fliegenden Zigarren und fliegenden Untertassen verbot, in Châteauneuf-du-Pape zu landen. Bei Zuwiderhandlung droht heute noch die sofortige Beschlagnahmung des Objektes. Das Gesetz wird als Kuriosität von den Stadtoberen liebevoll gepflegt.
Sortenrein wird Monastrell im Südosten Spaniens ausgebaut, hauptsächlich in den Anbaugebieten Jumilla und Yecla. Mit diesen Weinen kann man auch im Herbst in den Düften des Südens schwelgen, ohne ein Vermögen dafür auszugeben.