Mistral, Reben, Sterneküche
«Wir wandern jedes Jahr mit»

Seit 16 Jahren finden jeden Juni im südlichen Rhonetal die «Vignes Toquées» in den Costières de Nîmes statt. Der Postenlauf mit sechs Stationen kombiniert Wein und Gourmet-Küche mit viel Spass. Und nicht nur das hat die Blick-Redaktorin beeindruckt.
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Diese Gruppe aus Nîmes geniesst jedes Jahr die «Vignes Toquées». Wie oft sie schon dabei waren, wissen sie nicht mehr so genau.
Foto: Ursula Geiger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sechs Gänge, 35 Weine und der Duft des Südens
  • Frankreichs schönste Weinwanderung führt durch die Rebberge der Costières de Nîmes
  • Regionale Spezialitäten und eine enorme Weinvielfalt locken Tausende in die Reblandschaft
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Nach dem Regen folgt der Mistral. Dieses Wetterphänomen ist so unverrückbar wie das Amphitheater in Nîmes, sagt die Stadtführerin, die im strömenden Regen das römische Erbe der Stadt am Unterlauf der Rhone erklärt.

Die Abkühlung durch den Nordwind, der das Rhonetal hinunterfegt, ist ideal für das sportliche Wein-Abenteuer der «Vignes Toquées» (toqué = etwas verrückt, extravagant) am Wochenende. Ob es nun sieben, neun oder mehr Kilometer sind, weiss vor Beginn niemand so recht, denn die Route durch die Rebberge der AOC Costières de Nîmes wird jedes Jahr neu bestimmt und bleibt bis zum Start des sportlichen Bacchanals geheim.

Enormer Aufwand

Zum jährlich stattfindenden Weinspass werden 3200 Genussmenschen erwartet, die mit Strohhut auf dem Kopf sowie Besteck, Glas und Verkostungsbüchlein im Brustbeutel durch die Reblandschaft wandern. Die Karten für rund 70 Euro sind immer schnell ausverkauft.

Der Aufwand ist enorm, die Begeisterung bei den Gästen gross. Die «Flamingo-Gruppe» aus Nîmes wandert jedes Jahr mit. Die «Vignes Toquées» gehören zum Jahresablauf wie Ostern und Weihnachten.

Ehre für Sternekoch und Winzer

Jedes Jahr kreiert ein Sternekoch das Menü. Dieses Jahr widmete sich der aus Nîmes stammende Julien Caligo dieser Aufgabe und degustierte dafür Hunderte von Weinen aus der Region, um die 35 Richtigen für seine kulinarischen Entwürfe auszuwählen. 

Hier ein Wochenende lang seinen Wein präsentieren zu können, ist für die Produzenten eine Ehre. Sie schenken Rosé, Weiss- und Rotweine aus, plaudern mit den Gästen und sorgen unermüdlich für Eis in den Kühlern.

Camargue-Stier auf dem Teller

Die Route führt durch die Rebberge der «Kleinen Camargue». Flamingos gibt es dort keine, dafür grasen die berühmten weissen Camargue-Pferde und schwarze Stiere auf den Weiden.

Das Fleisch des «Taureau de Camargue» wird als vierter Gang stilvoll auf Schieferplatten angerichtet. Dazu passen die perfekt auf Temperatur gebrachten Rotweine aus den Sorten Syrah, Grenache und Carignan. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, als die Brassband «Griechischer Wein» schmettert. 

Zero-Waste-Konzept

Plastikgeschirr gibt es an keiner der sechs Stationen. Das gilt auch fürs Wasser, das man beim Marsch durch die Reben reichlich braucht. An jeder Station stehen Dutzende von Bag-in-Boxen mit Wasser bereit: Zum Füllen der mitgebrachten Trinkflaschen, zum Händewaschen, zum Spülen von Weinglas und Besteck und zur Erfrischung erhitzter Köpfe. Einzig Papierservietten landen im Abfall. 

Acht Weine später führt der Weg zum Käse-Gang entlang des «Canal du Rhône à Sète». Freizeitkapitäne prosten den Wandernden zu. Der kühle Mistral ist einer sommerlichen Nachmittagshitze gewichen.

Ein Dessert aus Camargue-Reis mit schwarzen Oliven krönt den Abschluss im Schatten mächtiger Bäume im Park des «Mas du Notaire» in Gallician. Manche checken ihren Alkoholpegel und blasen ins Röhrchen. Smartphones werden gezückt: «Chérie, kannst du mich abholen?»

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Pressereise. 


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