Darum gehts
- Marzemino gehört zu den leichten, duftigen Rotweinen
- Das macht ihn zum idealen Frühlingsbegleiter
- Mozart liebte Marzemino und setzte dem Wein in der Oper «Don Giovanni» ein Denkmal
Marzemino ist ein sanfter Wein ohne wuchtige Tannine, dafür aber mit frischer Frucht am Gaumen, die an Sauerkirschen erinnert. Die Sorte ist eine Spezialität aus dem Trentino und wird dort besonders häufig im Vallagarina-Tal bei Rovereto angebaut. Um ihre Herkunft rankt sich eine hübsche Legende.
Alte Handelsdokumente aus Zypern sollen belegen, dass die Traube aus dem Kaukasus in den östlichen Mittelmeerraum gelangte und von den reisefreudigen Venezianern nach Italien importiert wurde.
Die moderne Wissenschaft widerlegte diese Geschichte. Marzemino stammt von der Trentiner Sorte Teroldego ab und ist darum auch mit Lagrein verwandt, der Südtiroler Paradesorte.
Marzemino auf der Durchreise
Renommee erwarb die Traube lange bevor das genetische Profiling für Rebsorten entwickelt wurde. Am 6. Juni 1409 soll Marzemino anlässlich eines Banketts zu Ehren von Papst Gregor XII. ausgeschenkt worden sein.
Doch so richtig berühmt wurde der Wein durch Mozart. Der trank 1769 (also im zarten Teenager-Alter) erstmals Marzemino im Vallagarina-Tal, als er mit seinem Vater Leopold auf der Durchreise nach Verona war. In Verona gab das Wunderkind sein erstes Konzert in Italien.
Zarter Wein für Frühlingsgefühle
Der Wein blieb dem Komponisten in guter Erinnerung. Mozart widmete dem Marzemino eine Arie im 2. Akt seiner Oper «Don Giovanni». «Versa il vino! Eccellente Marzemino», singt der Herzensbrecher und Lebemann Don Giovanni und zelebriert damit sein ausuferndes Gelage.
Oft wird Marzemino mit einem Hauch Restsüsse und etwas Kohlensäure ausgebaut. Das unterstreicht den duftigen Charakter des Weins und macht ihn zum idealen Frühlingsbegleiter.