Darum gehts
- Sinkender Konsum und volle Lager machen der französischen Weinwirtschaft zu schaffen
- Die Destillation von Übermengen ist ein probates Mittel, um den Weinmarkt zu regulieren
- Destilliert werden nur Weine ohne spezifische Gebietsbezeichnung
Die französische Weinwirtschaft kommt nicht zur Ruhe. Obwohl die Traubenernte 2025 nicht so berauschend war – sie lag rund 16 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt – liegt immer noch zu viel Wein in den Kellern französischer Produzenten.
Mittels Destillation soll nun Druck aus dem Weinmarkt genommen werden. Für die Destillation zugelassen sind Basisweine, die als Fassware gehandelt werden und zur Kategorie «Vin de France» gehören, also Weine ohne spezifische Gebietsbezeichnung.
Flankierende Massnahme zur Rodung
Deren Gesamtanteil an der französischen Weinproduktion lag 2023 bei sechs Prozent. Nicht darin eingerechnet sind Weine, die für die Produktion der Spirituosen Cognac und Armagnac verwendet werden.
Laut «FranceAgriMer», der staatlichen Organisation der französischen Agrar-Branche, ergänzt diese Massnahme den «nationalen Plan zur Überwindung der Krise» sowie die staatliche Beihilfe für die endgültige Rodung von Rebflächen.
Für die Krisendestillation werden 40 Millionen Euro gesprochen. Die Beihilfe stammt aus dem Topf der europäischen Krisenreserve. Ab einer Menge von 3000 Liter Wein, der einen Mindestalkohol von 11 Volumenprozent hat, können sich die Winzer bis Mitte Mai für das Programm anmelden.
33 Euro Entschädigung pro Hektoliter
Pro 100 Liter werden 33 Euro an den Produzenten und drei Euro an die Destillerien gezahlt. Produziert werden soll laut FranceAgriMer Alkohol für «industrielle oder energetische Zwecke».
Den Winzern stösst das sauer auf. Sie hofften auf eine Entschädigung von 80 Millionen Euro für die aktuelle Krisendestillation und vergleichen mit früheren Jahren: Während der Covid-Krise im Jahr 2020 wurden 250 Millionen Euro für die Destillation von 260 Millionen Liter ausgezahlt, allerdings wurden damals auch Weine mit Gebietsbezeichnung in die Brennereien gegeben.