Kampf gegen tödliche Krankheit
Killer-Zikade bedroht kalifornische Rebflächen

Wörtlich aus dem Amerikanischen übersetzt lautet der Name der Zikade «Glasflügliger Scharfschütze». Scharf schiesst das winzige Insekt gegen Reben. Durch seine Saugtätigkeit überträgt es das für Rebstöcke tödliche Feuerbakterium.
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Die winzige Glasflügel-Zikade mag Rebensaft und überträgt beim Saugen das gefährliche Feuerbakterium, das Auslöser der Pierce-Krankheit ist.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kalifornische Weinerzeuger fürchten den Ausbruch der Pierce-Krankheit
  • Übertragen wird die Krankheit durch eine Zikade
  • oft bleiben nur Rodung und Neuanlage von Rebflächen
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Kalifornische Senatoren schlagen Alarm und fordern vom US-Landwirtschaftsministerium 32 Millionen Dollar (rund 26 Millionen Franken) Soforthilfe, um einen Schädling einzudämmen, der wirtschaftlich so desaströs wie die Reblaus sein könnte. 

Die Branchenplattform «The Drinks Business» griff die Geschichte Anfang Juni auf, als publik wurde, dass aus dem Sortiment des Einzelhandelsgiganten Costco Rebstöcke verkauft wurden, die von Glasflügel-Zikaden befallen waren. 

Rebe verdurstet

Das wäre zu verkraften, wenn die Reben in Vorgärten von Washington DC gepflanzt werden würden. Doch das verseuchte Rebmaterial ging auch nach Kalifornien und versetzte dort die Weinindustrie in Alarmbereitschaft. Aktuell wird fieberhaft nach den infizierten Reben gefahndet. Doch nur 63 von 220 verkauften Pflanzen konnten bisher aus dem Verkehr gezogen werden.

Der «Glassy-winged Sharpshooter» (GWSS) bohrt mit seinem Rüssel in das Wasserleitsystem der Reben, um an Nahrung zu kommen, und überträgt dabei eine gefährliche bakterielle Krankheit. Die Pierce-Krankheit verstopft das Wasserleitsystem des Rebstocks. Blätter und Trauben vertrocknen und die Pflanze stirbt innerhalb eines Jahres. 

Zikade liebt warme Regionen

Im Vergleich zu anderen Zwergzikaden kann der GWSS besonders weit fliegen und hüpfen. Das Insekt fühlt sich in warmen Regionen sehr wohl. Strenge Winterfröste hingegen dezimieren die Populationen.

Das Problem ist nicht neu. Bereits 1880 vernichtete die Krankheit 20'000 Hektar Rebfläche. Der letzte grosse Ausbruch war 2014. Der Schaden wurde damals mit 104 Millionen US-Dollar beziffert.

Chardonnay besonders gefährdet

Teuer ist nicht nur der Verlust der Ernte, sondern auch die Neubestockung der Flächen. Bis die neugepflanzten Reben in den Vollertrag kommen, vergehen vier bis fünf Jahre. Besonders anfällig für die Pierce-Krankheit sind die Sorten Chardonnay, Barbera und Pinot noir. 

In Europa ist der Befall von Reben mit der Pierce-Krankheit meldepflichtig. Auf Mallorca bereitet sie seit rund zehn Jahren Probleme und in Portugal wurde 2023 der erste von der Pierce-Krankheit befallenen Rebstock entdeckt.

Kranke Rebstöcke müssen gerodet und vernichtet werden, damit sich das Bakterium nicht weiter ausbreiten kann. Eine weitere Massnahme ist die gezielte Bekämpfung der Zikade mit Pestiziden. 

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