Heldenmut im Rebberg
Arbeiten in den steilsten Lagen Europas

T3+ auf der Wanderskala im Rebberg oder Weinbau auf schwer zugänglichen Mini-Terrassen: Diese Weinregionen verlangen den Menschen viel ab.
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Mit den Monorack-Bahnen sind die extremen Steillagen, wie hier im deutschen Ahrtal, etwas einfacher zu bewirtschaften.
Foto: IMAGO/Wolfinger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Europas Steillagen sind spektakulär
  • Obwohl Monorack-Bahnen die Arbeit erleichtern, werden Extremlagen oft aufgegeben
  • Die Organisation CERVIM fördert den «heroischen Weinbau» in extremen Gelände seit 1987
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Wer auf dem Calmont-Klettersteig unterwegs ist, wandert vom «Galgenlay» zur «Todangst». Allerdings nicht in den Alpen, sondern an der Mosel.

Bis zu 60 Grad Hangneigung haben die exponiertesten Stellen der 33 Hektar grossen Riesling-Lage, die sich bis auf eine Höhe von 380 Metern über der Moselschleife zwischen den Ortschaften Bremm und Ediger-Eller erstreckt. 

Gefährliche Knochenarbeit

Damit gilt der Calmont als einer der steilsten Rebberge Europas. Wer in den kleinen Parzellen arbeitet, muss schwindelfrei und trittsicher sein. Vom Rebstock bis zum Abgrund ist es oftmals nur ein Meter. Mechanisierung ist hier undenkbar.

Damit Winzerwerkzeug und Trauben sicher und weniger kräftezehrend transportiert werden können, wurde Anfang der 1990er eine Monorack-Bahn angelegt. Bis dahin wurden die Trauben in Butten aus den Parzellen getragen. Eine Butte fasst zwischen 30 und 50 Kilo Trauben. 

Die Einschienen-Zahnradbahnen erleichtern mittlerweile die Arbeit in vielen steilen Rebbergen der Welt. Trotzdem werden immer mehr Parzellen in Extremlagen aufgegeben. Die harte Arbeit rentiert nicht. Es sei denn, der Produzent kann sein Sortiment preislich so gestalten, dass der Aufwand in seinen Steillagen finanziert wird.

Heroischer Weinbau als Gütesiegel

Um die Arbeit in den Steillagen in den Fokus zu rücken, wurde 1987 das Zentrum für Forschung, Studien, Schutz, Koordinierung und Förderung des Bergweinbaus (Cervim) mit Sitz im italienischen Aosta-Tal gegründet.

Das Cervim definierte den Begriff des «heroischen Weinbaus». Das inoffizielle Gütesiegel greift ab einer Hangneigung von 16,7 Grad, Höhenlagen über 500 Meter über Meer (ausgenommen sind Hochplateaus), Terrassenweinbau und Inselweinbau wie zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren.

Der Organisation angeschlossen sind die Schweiz, Österreich, Italien, Spanien, Portugal und Deutschland. In den letzten Jahren sind Winzer auf Zypern und in Griechenland dazugekommen.

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