Darum gehts
- Rüeblitorte, die Spezialität aus dem Kanton Aargau, ist ein echter Back-Klassiker
- Es gibt verschiedene Spielarten der süssen Köstlichkeit
- Am besten passt zur Rüeblitorte das flüssige «Gschpänli» aus dem Aargau: Ein fruchtiger Riesling-Sylvaner
Wer kennt sie nicht, die Rüeblitorte, weiss glasiert und mit Marzipan-Rüebli dekoriert? (Vorsicht: Letztere werden oft schon vor dem Anschneiden stibitzt …). Dass der vitaminreiche Kuchen aus dem «Rüebliland» Aargau stammt, ist nicht weiter erstaunlich. Obwohl der Übername «Rüebliland» eher auf die im Berner Aargau traditionell angebauten Rüben zurückgeht als auf die Rüebli.
Die ersten Rezepte für die Rüeblitorte stammen aus dem späten 19. Jahrhundert. Eines der ältesten wurde 1892 publiziert, in einem Hauswirtschaftsbuch für junge Mädchen. Damals wurden Rüeblitorten ausschliesslich in Privathaushalten gebacken, daher gibt es verschiedene Rezepte. Kommerziell von Bäckern produziert wird die Rüeblitorte erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Diverse Rezepte für die Aargauer Berühmtheit
Doch was gehört nun alles in die famose Rüeblitorte, die so saftig ist, dass sie sich tagelang hält? Und die gerne auch zu Kindergeburtstagen gebacken wird. Oder zumindest wurde, bevor Muffins und Cupcakes sie verdrängten. Für die Rüeblitorte braucht es – logisch! – fein geraffelte Rüebli. Dann gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, Eier, Mehl, Zucker, Saft und abgeriebene Schale einer Zitrone, allenfalls Backpulver.
Wer möchte, kann dem Kuchen mit Zimt, Nelkenpulver oder Kirsch eine besondere Note verleihen. Nach dem Backen wird die Torte (oder der Cake) mit Aprikosenkonfitüre bestrichen, damit der Guss nicht in den Kuchen einsinkt. Klassisch wird er mit einer weissen Glasur aus Puderzucker, Eiweiss und Zitronensaft oder Kirsch bestrichen und dann mit den Marzipan-Rüebli verziert. Man kann die Torte auch nur mit Puderzucker bestäuben.
Und was serviert man dazu?
Die Antwort funkelt vielversprechend im Glas: selbstverständlich ein Riesling-Sylvaner aus dem Aargau! Zur Not darf er auch aus einem anderen Kanton kommen … Riesling-Sylvaner, im Kanton Thurgau auch Müller-Thurgau genannt, ist gleichauf mit Chardonnay die weisse Hauptsorte in der Deutschschweiz.
Früher oft sträflich unterschätzt, punktet er heute mit Frische und einnehmender Frucht. In der Nase gefällt er mit aromatischen, fast exotisch anmutenden Fruchtnoten, gewürzt mit einem Hauch Muskat. Im Gaumen wird er oft getragen von einer tänzerischen Kohlensäure; er ist erfrischend und besitzt viel Schmelz. Zur Rüeblitorte darf es auch eine leicht restsüsse Spätlese sein. Versprochen: Die zwei Aargauer sind ein echtes Traumpaar!