Darum gehts
- Die Schweiz bietet grossartige Ferienregionen
- Fast überall gibt es spannende Weine zu entdecken
- Mit diesen Weinen kann man die Ferienstimmung zu Hause verlängern
Zugegeben: Irgendwo auf einer lauschigen Terrasse an einem Seeufer, mit Blick auf das verheissungsvolle Blau und die Berge, die sich am Horizont abzeichnen, schmeckt (fast) jeder Wein fantastisch. Doch die Schweizer Weine sind mittlerweile von so überzeugender Qualität, dass sie zu Hause genauso viel Freude machen wie in den Ferien. Du darfst also ungeniert ein paar Flaschen (oder Kartons) mit nach Hause nehmen. Aber bitte nicht stunden- oder gar tagelang im überhitzten Auto liegen lassen …!
Am besten kauft man seinen Ferien-Lieblingswein direkt beim Produzenten. Dann weiss man, dass der Tropfen tatsächlich aus gutem Haus kommt, hat gesehen, in welchen Rebbergen er gewachsen ist, und den Mann oder die Frau kennengelernt, die unzählige Arbeitsstunden sowie viel Liebe und Können in ihn gesteckt hat. Sofort hast du eine persönliche Beziehung zum Wein – und eine Geschichte zu erzählen, wenn du ihn deinen Gästen vorstellst.
Bündnerland
Auch wenn du die Oberengadiner Seen erkundest, auf der Via Engiadina unterwegs bist oder mit deinen Kindern auf Heidis Spuren wandelst, abends oder zum Zvieriplättli trinkst du selbstverständlich Wein aus der Bündner Herrschaft. Etwa einen der wunderbar fruchtigen Blauburgunder, die es in leichteren, unkomplizierten, aber auch in ernsthafteren, barriquegereiften Varianten gibt. Schön auch die Weissen, die aus dem oberen Rheintal kommen. Und die Winzersekte. Du hast die Qual der Wahl …
Ostschweiz
Was für eine vielfältige Weinwelt das doch ist zwischen Bodensee, Rhein und Aare! Der gemeinsame Nenner ist der Blauburgunder, die Hauptsorte, die je nach Terroir andere Nuancen zeigt. Ob vom Ottenberg im Thurgau, aus dem schaffhausischen Klettgau, dem St. Galler Rheintal, dem zürcherischen Eglisau oder dem aargauischen Klingnau: Eine Fülle überzeugender Pinots noirs (alias Blauburgunder) wartet darauf, entdeckt zu werden. Unbedingt mitbringen solltest du auch ein paar Flaschen der weissen Leitsorte. Der Müller-Thurgau, auch Riesling-Sylvaner genannt, wird oft unterschätzt. Dabei ist er ein köstlicher Sommerwein, aromatisch, würzig, duftig – perfekt für lange Abende unter freiem Himmel!
Wallis
Ein Muss ist der spritzige weisse Fendant, gekeltert aus der Chasselas-Traube; er passt bestens zu Sommersalaten oder Raclette. (Raclette im Sommer? Ja, unbedingt! Probiere es draussen, im Garten oder auf dem Balkon! Du wirst es lieben … Und deine Wohnung stinkt danach kein bisschen nach Käse.) Unbedingt kosten solltest du auch den frisch-fruchtigen Gamay aus der Region von Martigny, dank seiner Unbeschwertheit ein idealer Sommerwein. Und dann gibt es noch rund fünfzig weitere Spezialitäten im Wallis, die sich lohnen. Lass dich von deiner Neugier leiten!
Genfersee und Dreiseen
Sie sind wie Magnete, die Westschweizer Seen, allen voran der Lac Léman, aber auch der Neuenburger-, Bieler- und Murtensee. Im Hinterland von Genf musst du unbedingt den Esprit de Genève verkosten, eine kraftvolle rote Assemblage, die bestens zum Barbecue passt. Aus Neuenburg stammt der oft kopierte Œil-de-Perdrix, ein aus Pinot noir gekelterter Rosé. Und an all diesen Seen gedeihen finessenreiche Chasselasweine, aber auch vielerlei weisse und rote Spezialitäten. Ein Eldorado für Weinfreaks in Ferienlaune!
Tessin
Das Tessin ist ein Synonym für Merlot. Jetzt im Sommer sprechen wir besonders gern dem weiss gekelterten Merlot Bianco zu. Und obwohl der Merlot die dominierende Sorte im Südkanton ist, gibt es hier auch anderes kennenzulernen, etwa die alte Rotweinsorte Bondola. Etwas rustikal, aber unwiderstehlich nach reifen Kirschen duftend, veredelt die Rarität jeden Sommerabend. Und untermalt die Ferienerinnerungen, wenn man längst wieder zu Hause ist und sich von all dem Schönen erzählt, das man im Maggia- oder Verzascatal erlebt hat.