Weine, die Farbe bekennen
Was die Farbe über den Wein aussagt — und was nicht

Zugegeben: Ein guter Wein schmeckt auch, wenn du ihn mit verbundenen Augen geniesst. Allerdings macht es Spass, die Farbe eines Weins aufmerksam zu betrachten, verrät sie doch einiges über das, was dich im Glas erwartet.
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Zuerst wird der Wein mit den Augen geprüft, nicht nur von professionellen Sommeliers…
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Es gibt nicht nur die Weinfarben Weiss, Rosa und Rot
  • Die Farbe verrät einiges über Rebsorte, Alter und Ausbau
  • Man sollte nie von der Weinfarbe auf die Weinqualität schliessen
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Eva ZwahlenRedaktorin Wein

Keine Sorge, du musst die gängigen dreissig Weinfarben nicht unterscheiden können, um Freude an Wein zu haben. Aber das Auge trinkt mit, deshalb hältst das Weinglas zuerst einmal leicht schräg vor einen weissen Hintergrund und prüfst die Farbe.

Die Dreifaltigkeit der Weinfarben – Weiss, Rosa und Rot – greift bei der Farbbetrachtung zu kurz, zumal «weiss» keine Farbe ist, die Sie im Glas antreffen werden. Eher ein ganz helles, fast farbloses Gelb. Doch woher kommt die Farbe im Wein überhaupt?

Weine treiben es bunt

Nein, nicht aus dem Giftschränkchen. Die Farbe sitzt in den Beerenhäuten. Mach die Probe aufs Exempel und schneide eine Traubenbeere auf: Selbst Traubenbeeren von Rotweinsorten haben helles Fruchtfleisch. Wer also Farbe in den Wein bringen will, muss den Traubensaft zusammen mit den Beerenhäuten stehenlassen (= einmaischen) oder zusammen vergären, damit sich die Farbstoffe aus den Häuten lösen können.

Junge Weissweine, deren Trauben sofort oder nach wenigen Stunden abgepresst werden, sind deshalb sehr hell. Mit zunehmendem Alter werden sie dunkler, mit der Zeit gar bernsteinfarben. Die Farbe verrät also viel über das Alter eines Weins. Doch auch andere Faktoren wie Rebsorte, Region oder Ausbau im Keller beeinflussen die Farbe.

Von lieblichem Rosa…

Die Lieblingsfarbe kleiner Mädchen bezaubert in verschiedenen Schattierungen, von dezenter Zwiebelschalenfarbe über zartes Lachs bis hin zu sattem Himbeerrosa. Je nach Traubensorte und Länge des Einmaischens variiert der Farbton. Doch sagt er etwas über die Qualität des Weins aus?

Die Antwort ist: Nein! Gerade Rotweine leiden unter dem Vorurteil, kräftige Farbe garantiere für guten Wein. Es gibt rote Rebsorten wie Blauburgunder oder Nebbiolo, die von Natur aus wenig Farbstoffe aufweisen. Die aus ihnen gekelterten Weine sind wenig farbintensiv, bringen aber einige der weltweit grossartigsten Gewächse hervor. Von der Farbe auf die Qualität zu schliessen, ist also Unsinn.

…zu tintigem Violett-Schwarz

Dafür kann die Farbe Hinweise auf die Rebsorte liefern. Ein dunkler, farbkräftiger Wein wird kaum aus Blauburgunder gekeltert sein. Sondern eher aus Syrah oder Cabernet Sauvignon. Ein Rotwein mit hellem Rand und einem Stich ins Bräunliche dürfte dagegen schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben. Intensives Violett-Rot spricht für einen Jungspund im Glas.

Ein Spezialfall ist der Grauburgunder (Pinot gris) mit seinen rosafarbenen Beerenhäuten, der sich im Glas oft goldgelb präsentiert. Die sogenannten Orange-Weine, aus weissen Sorten wie Rotweine an der Maische vergoren, machen die Farbpalette der Weine komplett. Ein bisschen Farbe im grauen Alltag, und sei es nur im Glas, kann schliesslich nie schaden.

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