Darum gehts
- Die richtige Weintemperatur variiert je nach Sorte und Ausbauart
- Bei Schaumweinen bestimmt der Anlass die Serviertemperatur
- Weissweine mit Barriqueausbau mögen es einen Tick wärmer
Die korrekte Serviertemperatur von Wein ist ein unerschöpfliches Thema und kann für Diskussionen sorgen, an die man im Traum nicht gedacht hätte. Zum Beispiel die Temperatur-Diskrepanz zwischen Walliser Fendant und Waadtländer Chasselas von der La Côte, wo aus der Sorte duftige, feingliedrige Weine gekeltert werden.
Der kräftige Fendant, der oft einen Hauch Restsüsse hat, schmeckt kälter besser, während der La Côte erst mit ein, zwei Celsius-Graden mehr seinen Charme entfalten kann.
Vorsicht bei Schaumweinen
Je einfacher der Schaumwein, desto kälter kommt er ins Glas. Moscato d'Asti mit wenig Alkohol, feiner Perlage, aber viel Süsse schmeckt mit fünf Grad perfekt. Wird er wärmer serviert, dominiert die Restsüsse, die erfrischende Wirkung der Kohlensäure verpufft.
Bei flaschenvergorenen Schaumweinen kommt es auf den Anlass an. Zum Aperitif sind sieben bis maximal zehn Grad ideal. Wird der Schaumwein zum Essen serviert, dürfen es gerne zehn bis zwölf Grad sein.
Ausbau und Aroma
«Kälte verstärkt Säure und Tannin» lautet die Faustregel, die auch für Weissweine gilt. Ein Chardonnay aus dem Barrique verträgt 14 Grad locker. So kann sich die komplexe Aromatik von Frucht sowie Röst- und Würznoten vom Holz besser entfalten. Ein einfacher fruchtbetonter im Stahltank ausgebauter Pinot grigio würde mit dieser Temperatur schal wirken.
Etwas mehr Wärme vertragen aromatische Weissweinsorten wie Traminer oder Viognier. Sie kommen idealerweise mit zwölf Grad ins Glas. Das gilt auch für Weine, die von sehr reifen oder edelfaulen Trauben stammen. Hier spielt nicht eine knackige Säure die Hauptrolle, sondern Körper und Schmelz am Gaumen.
Stilvoll die Temperatur halten
Damit der Weisswein auch im Sommer auf der Terrasse kühl bleibt, gibt es Weinkühler aus Edelstahl, die im Gefrierschrank gelagert sofort parat sind oder Kühler aus Terrakotta. Terrakotta-Weinkühler mit kaltem Wasser füllen, eine Viertelstunde warten und ausgiessen. Die feinen Poren im Material verdunsten die Feuchtigkeit. Diese Verdunstungskälte hält den Wein mindestens zwei Stunden kühl.