Darum gehts
- Barriques sind der Stolz aller Winzer
- Die kleinen Fässer brauchen viel Pflege
- Dazu gehört das Abziehen des reifenden Weins vom Trub und das Auffüllen der Fässer
Das Entsetzen stand meinen Kollegen und mir ins Gesicht geschrieben: Um die Spundlöcher der alten, grauen Barriques tummelten sich die Essigfliegen. Zwischen den Fässern stand eine verlotterte Moto Guzzi, darunter eine Lache Öl. An der Wand waren von der Kellerfeuchte durchweichte Kartons mit der Weinsammlung des Besitzers gestapelt, der alles stolz präsentierte.
Bei der Verkostung spiegelte sich der Zustand des Kellers im Glas wider. Der «Dienstälteste» unserer Gruppe ergriff das Wort, was beinahe in einem Rauswurf mündete.
Ein schöner Keller strahlt Wertschätzung aus
Um so schöner, wenn ein prachtvoll ausgeleuchteter Barrique-Keller mit den 225-Liter-Eichenfässern vor einem liegt. Das ist nicht nur instagrammable, es zeigt auch den Respekt für beide handwerklich hergestellten Produkte: den Wein und die Fässer.
Aber in einem Barrique-Keller wird auch gearbeitet. Jungwein wird aus den Gärtanks in die Fässer gefüllt, während der Reife wird in regelmässigen Abständen Trub entfernt, das Barrique gesäubert und wieder gefüllt.
Wein im Barrique braucht viele Arbeitsschritte
Und dann wäre da noch der Angels' Share: Auch wenn das Spundloch noch so gut verschlossen ist, ein Teil des Weins verdunstet und es droht Oxidation, was man in der Regel vermeiden möchte. Darum werden die Barriques regelmässig mit Wein aufgefüllt. Ouillage heisst der Begriff auf Französisch.
Bei all diesen Kellerarbeiten geht manchmal etwas daneben. Bei Weisswein ist das verkraftbar, aber bei Barrique mit rotem Inhalt sehen die Flecken nicht gut aus. Darum werden die Bäuche neuer Fässer sorgfältig mit Rotwein «imprägniert».