Darum gehts
- Leichte Rotweine, die kühl getrunken werden sind gar nicht so selten
- Oft sind es regionale Spezialitäten, die ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben
- Besonders in Norditalien gibt es viele dieser spannenden Weine
Vernatsch
Vernatsch ist der Klassiker unter den leichten Rotweinen. Die Sorte bestreitet in Südtirol acht Prozent der Rebfläche und kommt unter der Herkunftsbezeichnung St. Magdalener, Kalterersee und Meraner in die Flaschen. Die feine, rotbeerige Frucht, die saftige Säure und der feine Geschmack von Kirschkernen am Gaumen machen Lust auf ein zweites Glas.
Bardolino
Vom Südostufer des Gardasees stammt der Rotwein, der aus den klassischen Amarone-Sorten gekeltert wird, dessen gesetzlich vorgeschriebener Mindestalkohol aber gerade mal bei 10,5 Volumenprozent liegen muss. Die Winzer pflegen diese Spezialität mit Hingabe und bewahren deren frischen Charakter. Das gelingt ihnen mit sanfter Extraktion der Maische und Ausbau im Stahltank.
Beaujolais
Die Region liegt im Süden des Burgunds, tickt weintechnisch aber komplett anders. Die Sorte Gamay dominiert die Rebflächen und beim Weinausbau stehen Frucht und wenig Gerbstoffe im Vordergrund. Beaujolais passt zu den einfachen Gerichten der Region: Pastete, Schinken, Würste und Käse. Die Weine duften nach Himbeeren, Kirschen und Veilchen.
Lambrusco
Der sprudelnde Klassiker unter den Sommervergnügen erfrischt am besten, wenn er trocken, also ohne Restsüsse abgefüllt wird. Der hellere Lambrusco di Sorbara begeistert mit feiner Säure und einem leicht salzigen Geschmack. Eine intensivere Farbe und etwas mehr Struktur hat Lambrusco Grasparossa di Castelvetro. Parmaschinken und Mortadella passen perfekt zu diesem Sommerspass.
Grignolino
Die seltene Sorte aus dem Piemont wird in der Gegend um Monferrato angebaut und ist schon seit dem Mittelalter bekannt. Die zartroten Weine werden jung getrunken, der Alkoholgehalt liegt zwischen 11 und 12 Volumenprozent. Weil die Beeren viele Kerne haben, ist Grignolino mit etwas mehr Tannin gut strukturiert. Das passt zu seiner kräuterwürzigen Aromatik.
Valpolicella
Aus dem Amarone-Land kommen auch einfache, fruchtbetonte Weine. Leider sind die rar, denn oft wird Valpolicella mit Amarone-Trester aufpoliert. Hinweise auf die feinfruchtigen, eleganten Weine geben Preis und Alkoholgehalt. Immer mehr Winzer besinnen sich wieder zurück auf den unkomplizierten, leichten Charakter der Valpolicella-Weine und schaffen das mit einer kühl geführten Maischegärung.
Croatina aka Bonarda
In der lombardischen Region Oltrepò Pavese heisst die Croatina-Traube Bonarda. Oltrepò Pavese liegt südlich des Flusses Po und grenzt an das Piemont im Westen und an die Emilia-Romagna im Osten. Die sanfte Hügellandschaft ist ein Geheimtipp für sehr guten Spumante aus Pinot noir und eben für die Weine aus Bonarda, die auch als Frizzante ausgebaut werden. Ob prickelnd oder nicht: Bonarda passt perfekt zu Vitello tonnato.