Darum gehts
- Siziliens Weinwirtschaft tut sich schwer
- Drei Masters of Wine motivieren mit ihrer Officina del Vento
- Ihr Grillo zeigt, was die Sorte in Marsala kann
Ihrem Unternehmen gaben die drei italienischen Weinexperten den programmatischen Namen «Officina del Vento» – die Werkstatt des Windes. Im Schutzgebiet von Stagnone, einer flachen Lagune unmittelbar am Meer, erwecken sie verwilderte Weingärten zu neuem Leben.
Pietro Russo, selbst Sizilianer, konnte seine Kollegen Andrea Lonardi und Gabriele Gorelli davon überzeugen, dass hier Potenzial brachliegt. Dem Trio geht es in erster Linie um die Revitalisierung einer einst blühenden, aber in Vergessenheit geratenen Weinkultur. Mit ihrer Initiative möchten sie Nachahmer ins Gebiet holen.
Am liebsten zu Hause
«Hier kann man grossartige Weine machen», ist Pietro Russo überzeugt. Er muss es wissen: In Marsala aufgewachsen, studierte an der Weinfachschule in Conegliano, schloss in Alba mit dem Master in Önologie und Weinbau ab und bildete sich in Montpellier und Bordeaux weiter.
Nach Praktika im Languedoc, in Spanien, in Bordeaux und in der Toskana kehrte er nach Marsala zurück und arbeitete zuletzt beim sizilianischen Weingut Donnafugata als Önologe.
Bisher zwei Jahrgänge auf den Markt gebracht
Sein Herz hat er an ein Dutzend Kleinstparzellen verloren. Insgesamt ein Hektar ist bepflanzt mit alten Grillo-Stöcken. Zwei Jahrgänge hat die Officina del Vento bisher auf den Markt gebracht – 4170 Flaschen vom Jahrgang 2023 und 4910 Flaschen vom Jahrgang 2024 sowie ein paar Magnumflaschen obendrauf.
Beide Jahrgänge sind ausdrucksstarke, trockene Weisse, welche den Sortencharakter des Grillo glasklar zum Ausdruck bringen. Die Meeresnähe unterlegt den Wein mit einer leichten Salzigkeit, was ihn zum Begleiter von Meeresfisch, aber auch Gemüse empfiehlt.