Darum gehts
- Schweizer Restaurants kombinieren Kunst und Kulinarik, darunter Kronenhalle und Dolder Grand
- Kronenhalle Zürich: Kunstwerke von Picasso, Miró und Chagall hängen dort
- Dolder Grand präsentiert über 100 Werke von 90 Künstlern, darunter Dalí
Für Kunst muss man nicht immer ins Museum. In der Schweiz gibt es Restaurants, Bars und Hotels, in denen Kunst ganz selbstverständlich zum Erlebnis dazugehört. Mal hängen echte Werke berühmter Künstler an den Wänden, mal stehen Skulpturen zwischen den Tischen oder ein ganzer Raum wurde selbst zum Kunstwerk.
Wir zeigen acht Orte, bei denen sich ein Besuch deshalb nicht nur wegen des Essens lohnt.
Kronenhalle Zürich: Hier hängt Picasso über dem Tisch
Das Restaurant Kronenhalle gehört zu den bekanntesten Adressen der Schweizer Gastronomie, und ist gleichzeitig ein ganz besonderer Ort für Kunstfans.
An den Wänden hängen echte Gemälde von Marc Chagall, Pablo Picasso und Joan Miró. Die Verbindung von Kunst und Restaurant hat Tradition: Die Kronenhalle war seit ihrer Gründung ein Treffpunkt von Kunst- und Kulturschaffenden. Einige Künstler bezahlten ihre Rechnungen damals sogar mit Kunstwerken. Heute können Gäste beim Zürcher Geschnetzelten tatsächlich unter Werken berühmter Künstler sitzen.
Damit ist die Kronenhalle wohl der offensichtlichste Tipp für alle, die Originalkunst und Essen an einem Tisch erleben möchten.
Adresse: Kronenhalle, Rämistrasse 4, 8001 Zürich
The Dolder Grand Zürich: Dalí, Tinguely und Botero
Das The Dolder Grand ist nicht nur ein Luxushotel mit mehreren Restaurants, sondern beherbergt auch eine umfangreiche eigene Kunstsammlung.
Auf dem Areal sind mehr als 100 Kunstwerke von rund 90 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Dazu gehören unter anderem Salvador Dalí, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Fernando Botero, Joan Miró, Max Ernst und Keith Haring. Das Werk «Femmes métamorphosées – Les sept arts» von Salvador Dalí befindet sich beim Eingang von «The Restaurant». «Le Monde» von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely steht auf dem Weg zum Spa, während Boteros «Woman with fruit» auf der Spa-Terrasse zu sehen ist.
Die Kunstsammlung wird laufend verändert. Wer hier essen geht, kann den Besuch deshalb mit einem kleinen Kunstspaziergang durch das Hotel verbinden.
Adresse: The Dolder Grand, Kurhausstrasse 65, 8032 Zürich
Ristorante Amalfi Zürich: 70 Porträt-Skulpturen beim Essen
Das Ristorante Amalfi im Zürcher Seefeld ist nicht nur eine Hommage an die Amalfiküste sondern auch an den verstorbenen Luzerner Bildhauer Rolf Brem.
Das Restaurant wurde mit einer permanenten Präsentation seiner Werke gestaltet. Zu sehen sind zahlreiche Porträtköpfe des 2014 verstorbenen Bildhauers. Bei der Gestaltung des Lokals wurden insgesamt 70 Porträtplastiken von Rolf Brem inszeniert. Die Skulpturen sind so in den Raum integriert, dass sie Teil des Restaurantambientes werden.
Wer also lieber Skulpturen als Gemälde betrachtet, ist hier besonders gut aufgehoben.
Adresse: Ristorante Amalfi, Mainaustrasse 23, 8008 Zürich
IGNIV Andermatt: Kunst trifft auf Fine Dining
Auch im IGNIV Andermatt by Andreas Caminada gehört Kunst ausdrücklich zum Konzept.
Die offizielle IGNIV Art Collection verbindet junge und etablierte Schweizer Kunstschaffende mit internationalen Positionen. In Andermatt sind im Restaurant die grossformatigen, ornamentalen Malereien des US-amerikanischen Künstlers Philip Taaffe zu sehen. Dazu kommen die Gongs des Schweizer Künstlers David Renggli. In der Bar werden Werke der Schweizer Künstlerin Gina Fischli gezeigt.
Hier trifft also moderne Kunst auf ein Fine-Dining-Konzept, bei dem die Gerichte zum Teilen serviert werden.
Adresse: IGNIV Andermatt, Haus Maya, Furkagasse 9, 6490 Andermatt. Weitere kunstvolle IGNIV-Orte findest du in Zürich oder Bad Ragaz.
Kunsthaus Bar Zürich: Ein echter Max Ernst hängt über der Bar
Die Kunsthaus Bar ist eher Bar und Café als klassisches Restaurant. Hier befindet sich ein besonders spektakuläres Original.
Im Zentrum des Raums hängt «Pétales et jardin de la nymphe Ancolie» von Max Ernst aus dem Jahr 1934. Das monumentale Werk wurde ursprünglich für eine Bar am Zürcher Bellevue geschaffen und später vom Kunsthaus erworben. Heute hängt das Original in der Kunsthaus Bar im Chipperfield-Bau.
Der Raum selbst wurde vom britischen Stararchitekten Sir David Chipperfield gestaltet. Dazu gibt es Cocktails, Wein, Snacks und Barfood.
Adresse: Kunsthaus Bar, Heimplatz 5, 8001 Zürich
Zum Königstuhl Zürich: Kunst, die man sogar kaufen kann
Im Zum Königstuhl in der Zürcher Altstadt trifft Schweizer Küche auf die Malerei des Schweizer Künstlers Adriano Passardi.
Die ausgestellten Werke stammen von Passardi, der 1942 in Zürich geboren wurde und Tessiner Wurzeln hat. Er arbeitet unter anderem mit Öl und Acryl. Seine Bilder sind im Restaurant Teil des Ambientes – und können von Gästen auch gekauft werden.
Das Konzept ist damit etwas anders als in der Kronenhalle: Hier begegnet man nicht einer historischen Sammlung grosser Namen, sondern der Arbeit eines einzelnen Schweizer Künstlers.
Adresse: Zum Königstuhl, Stüssihofstatt 3, 8001 Zürich
Restaurant Kunsthalle Basel: Kunst gleich neben dem Teller
Das Restaurant Kunsthalle ist der Sonderfall unserer Liste. Hier geht es weniger darum, dass im Restaurant selbst eine Sammlung berühmter Originalgemälde hängt. Der Reiz liegt vielmehr in der Verbindung von Gastronomie, Architektur und Kunstinstitution.
Das traditionsreiche Restaurant liegt direkt am Tinguely-Brunnen, neben der Kunsthalle Basel. Zum Restaurant gehört unter anderem der Panton-Saal. Die Kunsthalle selbst befindet sich unmittelbar daneben und macht den Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Kunstbesuch mit anschliessendem Essen.
Wer also erst durch eine Ausstellung schlendert und danach bei einem Mittag- oder Abendessen darüber diskutieren möchte, hat hier kurze Wege.
Adresse: Restaurant Kunsthalle Basel, Steinenberg 7, 4051 Basel
Kunst und Kulinarik: Eine gelungene Kombination
Ob Picasso und Chagall in der Kronenhalle, Dalí im Dolder Grand, die Porträtköpfe von Rolf Brem im Amalfi oder die begehbare Rote Bar im Hotel Castell: In diesen Schweizer Genussadressen gehört Kunst zum Erlebnis dazu.
Und manchmal ist der Weg vom Museum zum Restaurant ohnehin nur ein paar Schritte.