Irre Bieterschlacht läuft aus dem Ruder
Kanton bricht Auktion für SO 1 ab

Beim Rekordgebot von über einer Million Franken für das Kontrollschild «SO 1» bremste ein Spassbieter die Solothurner Behörden aus. Diese hatten keine Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Jetzt brechen sie die Auktion ab.
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Fertig Auktion, fertig Freude! Die Solothurner Frau Landammann Sandra Kolly präsentiert das Schild SO 1, das zum Verkauf stand.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Millionengebot für Kontrollschild «SO 1» in Solothurn sorgt für Aufsehen
  • Zweifel an Seriosität des Bieters aufgrund sprunghafter Preiserhöhung und Namenwahl
  • Bisher teuerstes Schweizer Kontrollschild ZH 25 für 299'000 Franken verkauft
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Irre Bieterschlacht um das Kontrollschild «SO 1»! In der Nacht auf Freitag wurde die Millionenmarke geknackt. 1'010'000 Franken bot eine Privatperson namens «Abihani», um dereinst das prestigeträchtige Stück Blech an sein Auto zu schrauben. 

Doch jetzt bricht der Kanton Solothurn die Auktion ab. «Die Online-Auktion über das Kontrollschild SO 1 wird neu aufgesetzt. Grund dafür sind missbräuchliche Angebote, die seit dem späten Donnerstagabend eingegangen sind», teilt der Kanton mit.

Spätestens seit dem Millionengebot in der Nacht stellte sich die Frage, ob es sich um ein ernst gemeintes Gebot handelte oder nur noch um einen Spassbieter: Zuletzt stieg der Preis sprunghaft von 500'000 Franken auf eine Million. Der Bieter registrierte sich mit dem Namen «Inzest», was nicht gerade auf überbordende Seriosität hinzuweisen schien. 

Auch die Höhe der Gebote liess Zweifel aufkommen. Bisher war ZH 25 das teuerste Kontrollschild der Schweiz – mit 299'000 Franken. Und dies war immerhin im Kanton Zürich: Dieser ist deutlich finanzstärker als Solothurn, die Zahl der Einwohner und Superreichen ist höher. 

Ernsthafte und nachvollziehbare Angebote seien bis zu einem Betrag von 357'000 Franken eingegangen, schreibt der Kanton Solothurn. «Im Verlauf des Abends kletterte der Höchstbetrag auf über eine Million Franken. Insbesondere wegen der ungewöhnlich grossen Preissprünge kam jedoch der Verdacht unseriöser Gebote auf», heisst es weiter. «Die unverzügliche, direkte Kontaktaufnahme mit den Meistbietenden hat diesen Verdacht heute Morgen bestätigt.»

Jeder kann mitbieten

Tatsächlich gaben die Solothurner Behörden bereits am Donnerstag an, nicht zu wissen, ob die Bieter das Geld auf ihrem Konto haben oder nicht. Namen und Adressen der Bieter seien hinterlegt, sagte Amtschef Kenneth Lützelschwab damals noch zu Blick. «Wenn jemand nicht zahlt, wird die ausstehende Summe auf dem Rechtsweg geltend gemacht.» 

Die Auktion wird später neu gestartet – wann genau, ist noch nicht bekannt. Man prüfe auch Anpassungen beim Anmeldeprozedere., schreibt der Mittelland-Kanton. «Die Bietenden der nun zurückgenommen Auktion wurden von der Motorfahrzeugkontrolle persönlich informiert», so das Rathaus in Solothurn. Zudem prüft die Motorfahrzeugkontrolle «strafrechtliche Massnahmen gegen die missbräuchlichen Bieterinnen und Bieter».

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