Darum gehts
- Südkorea ist wegen Serien wie «All Of Us Are Dead» führend im Screen-Tourismus
- «The Odyssey» sorgt laut Index für Tourismusströme in Griechenland
- Spanien und Irland folgen als beliebte Drehort-Destinationen
Bereits in den 60er-Jahren pilgerten Filmfans zum entsprechenden Juweliergeschäft in New York, nachdem sie «Frühstück bei Tiffany» gesehen hatten. Den ersten grossen Set-Jetting-Boom – ein Wortspiel aus den englischen Worten für Drehort und Flugzeug sowie die Umkehr des Begriffs Jetset – gabs in den frühen 2000ern, als die «Herr der Ringe»-Trilogie Neuseeland eine unverhoffte Tourismuswelle bescherte. Seither lockte «Game of Thrones»-Fans nach Kroatien, «Bridgerton» bescherte der britischen Stadt Bath Rekordzahlen, und Hawaii, Sizilien und Thailand wurden dank «The White Lotus» zu Touristenlieblingen.
Wohin der nächste Ansturm führt, lässt sich im Streaming-Zeitalter, in dem fast täglich neue Serien und Filme erscheinen, kaum voraussagen. Dem schafft nun Holafly, ein Anbieter von digitalen SIM-Karten, Abhilfe. Das Unternehmen präsentierte kürzlich den ersten Screen Tourism Forecast Index. Dieser prognostiziert das Set-Jetting-Potenzial von Drehorten anhand der Strahlkraft des Films oder der Serie, der Verknüpfung des Ortes damit, der Reiselust fürs Zielgebiet und der Absorption Capacity, also ob der Zielort in der Lage ist, einen Ansturm zu bewältigen. Die Top Ten, die Euronews vergangenen Monat veröffentlichte, setzen auf alte bekannte und einen Kino-Knüller.
In diesen Destinationen sieht der Screen Tourism Forecast Index von Holafly am meisten Set-Jetting-Potenzial.
1. Südkorea
All of Us Are Dead, Staffel zwei
2. Spanien
House of The Dragon, Staffel drei
3. Irland
Wednesday, Staffel zwei
4. Thailand
Jurassic World Rebirth
5. Griechenland
The Odyssey
6. Italien (Sizilien)
The Odyssey
7. Schottland
Spider-Man: Brand New Day
8. Südafrika
Mission: Impossible 8
9. Jordanien
Dune: Prophecy, Staffel zwei
10. Tschechien
Blade Runner 2099
In diesen Destinationen sieht der Screen Tourism Forecast Index von Holafly am meisten Set-Jetting-Potenzial.
1. Südkorea
All of Us Are Dead, Staffel zwei
2. Spanien
House of The Dragon, Staffel drei
3. Irland
Wednesday, Staffel zwei
4. Thailand
Jurassic World Rebirth
5. Griechenland
The Odyssey
6. Italien (Sizilien)
The Odyssey
7. Schottland
Spider-Man: Brand New Day
8. Südafrika
Mission: Impossible 8
9. Jordanien
Dune: Prophecy, Staffel zwei
10. Tschechien
Blade Runner 2099
Unangefochten an der Spitze: Südkorea
An der Spitze sorgt die südkoreanische Welle nach wie vor für Touristenmassen im Land. Auf «Squid Game» folgt «All of Us Are Dead». Die Coming-of-Age-Zombie-Horrorserie hält den zweitgrössten Zuschauerrekord aller nicht englischen Netflix-Produktionen. Die Serie spielt zwar in der fiktiven Stadt Hyosan, und gedreht wurde die erste Staffel vor allem im Studio. Die Realszenen der Highschool wurden allerdings an der Seonghui Girls' High School in der historischen Stadt Andong gefilmt, die postwendend zur Touristenattraktion wurde.
Von der zweiten Staffel, die Ende 2026 erscheinen soll, sickerte bereits durch, dass an der Seoul National University gedreht wurde sowie in der Innenstadt und in U-Bahn-Stationen der südkoreanischen Hauptstadt. Das bugsiert diese an die Spitze des Index. Gemäss Holafly ist Südkorea das einzige Ziel, in dem Screen-Tourismus zu einer strukturellen Säule der Volkswirtschaft geworden ist und nicht nur für gelegentliche Ausschläge sorgt.
Silber für Spanien, Bronze für Irland
Auf Rang zwei folgt Spanien. Bereits «Game of Thrones» bescherte der frisch gekürten Fussballweltmeister-Nation Tourismus-Highlights. Für die Fortsetzung sorgt ihr Spin-off «House of the Dragon». Die dritte Staffel der US-amerikanischen Fantasy-Drama-Serie läuft seit Ende Juni auf Sky. Während die ersten Staffeln vorwiegend in Studios bei London gedreht wurden, verlagerte sich die Produktion der dritten Staffel nach Nordwales, Südengland und Spanien. Als eine der Hauptkulissen dient die Unesco-geschützte Altstadt von Cáceres, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der autonomen Gemeinschaft Extremadura, gut zweieinhalb Autostunden von Madrid entfernt.
Während die Top drei auf dem Index von Serien besetzt sind – Bronze geht an Irland, das Fans des Netflix-Knallers «Wednesday» in die Grafschaften Wicklow und Offaly sowie nach Dublin lockt –, zeigt sich auf den hinteren Rängen, dass auch das Kino nichts an seiner Strahlkraft verloren hat. Allen voran Christopher Nolans Film «The Odyssey», der seit dem 17. Juli auf den Schweizer Leinwänden zu sehen ist. Er basiert auf dem weltberühmten, antiken griechischen Epos von Homer, das die zehnjährige Irrfahrt des Königs Odysseus nach dem Trojanischen Krieg erzählt. Gedreht wurde in sechs Ländern: Marokko, Italien, Schottland, Island, Norwegen und natürlich Griechenland. Da Homers Erzählung so eng mit Letzterem verknüpft ist, ist die Assoziation mit diesem Land am grössten.
Auch dabei: Thailand, Südafrika, Jordanien
Der Screen Tourism Forecast Index rechnet mit einem Strom ins ganze Land, insbesondere aber an die Drehorte auf der Halbinsel Peloponnes. Die antike Nestorhöhle diente als Versteck für den Zyklopen Polyphem. Weitere Kulissen bilden die Voidokilia-Bucht im Südwesten des Peloponnes sowie die Festung Methoni, eine gewaltige venezianische Burganlage in der gleichnamigen Hafenstadt.
Ebenfalls auf die Liste schaffen es der Süden Thailands, der als Kulisse für «Jurassic World Rebirth» diente, oder Drehorte in Südafrika («Mission: Impossible 8») oder Jordanien («Dune: Prophecy»). Da ist für jeden Film- und Feriengeschmack etwas dabei.