Mit diesen «Bridgerton-Charakteren» kann sich Julia Quinn identifizieren
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Sie schrieb Netflix-Bestseller:Diese «Bridgerton»-Charaktere sind Julia Quinn ähnlich

«Bridgerton»-Autorin Quinn
Wie «Bridgerton»-Bücher Frauen aus toxischen Beziehungen befreien

Die Bestsellerautorin Julia Quinn sprach mit Blick über die Erfolgsgeheimnisse ihrer «Bridgerton»-Reihe. Mit zeitlosen Gefühlen und mutigen Tabubrüchen begeistert sie Leserinnen – und inspirierte eine der grössten Netflix-Serien.
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Im Gespräch erklärt Autorin Julia Quinn, dass Liebesromane mehr sind als Kitsch – sie spiegeln echte Bedürfnisse und Erfahrungen von Frauen.
Foto: Linda Käsbohrer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Julia Quinn begeistert mit feministischer «Bridgerton»-Reihe und bricht Klischees
  • Vielfalt in Netflix-Serie: Schwarze Königin, queere Liebe, diverse Körperbilder
  • Über 20 Millionen Exemplare der «Bridgerton-Bücher» wurden weltweit verkauft, Erfolg ungebrochen
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Liebesromane? Kitschig, vorhersehbar, nichts für ernsthafte Leserinnen und Leser. So das Klischee. Aber Julia Quinn (56) hat mit ihrer «Bridgerton»-Reihe nicht nur Millionen Leserinnen begeistert und zu einer der grössten Netflix-Shows beigetragen – sie hat manchen Frauen auch gezeigt, dass es besser geht. Im Interview mit Blick am diesjährigen Book Love Festival von Orell Füssli erläutert die Autorin, wie sie echte Verbindungen zu ihren Figuren herstellt und dabei mit Sorgfalt die Klischees der damaligen Zeit mit Tabus bricht.

«Ich erhalte unzählige Nachrichten, die beweisen, dass romantische Bücher mehr sind als schöne Geschichten», so Quinn. «Erst durch deine Romane habe ich verstanden, was ich in einer Beziehung verdiene» – solche Worte erreichen die Schriftstellerin regelmässig. Die US-Amerikanerin greift in ihrer Reihe immer wieder Alltagsthemen auf: «Ich bin nicht genug!», «Wo passe ich rein?», gesellschaftliche Hierarchien und das Frauenbild. In den Büchern verschiebt Quinn dabei subtil die Grenzen – ihre Figuren zweifeln, kämpfen um Anerkennung und stellen gesellschaftliche Erwartungen infrage. «Frauen, die in Beziehungen waren, die toxisch waren oder in denen sie nicht gehört wurden, lesen diese Liebesromane. Liebesromane, mit gesunden Beziehungen, in denen die Frauen geliebt und respektiert werden. Das löst etwas in ihnen aus, und sie denken: Moment mal, so etwas kann ich auch haben. Das ist ehrlich gesagt ziemlich bewegend. Auch wenn es traurig ist, bin ich froh, dass es passiert – denn anscheinend hilft es vielen», so Julia Quinn.

«Ich gebe meinen Figuren Gefühle»

Dass sich Leserinnen so stark mit den Figuren identifizieren, obwohl die Geschichten in einer anderen Zeit spielen, liegt an Quinns Ansatz: «Ich gebe meinen Figuren Gefühle und innere Konflikte, die zeitlos sind. Man kann sich wirklich mit diesen Charakteren identifizieren – auch wenn ihre Situation nicht modern ist.»

Als Beispiel nennt sie Benedict Bridgerton: «Er hat das Gefühl, dass die Menschen ihn nicht als Individuum sehen. Er möchte als eigenständige Person wahrgenommen werden. Das ist etwas, womit sich viele Menschen identifizieren können – die äusseren Umstände mögen einer anderen Epoche angehören, die Gefühlswelten der Menschen darin aber nicht.»

Die Serie hat diesen Ansatz noch weitergetrieben: Dass eine schwarze Königin selbstverständlich die Londoner High Society anführt, dass Körper aller Art begehrenswert sind, dass sich am Ende von Staffel 3 eine queere Liebesgeschichte andeutet – das alles wäre im frühen 19. Jahrhundert in England unvorstellbar gewesen.

«Die Vielfalt war nicht in den Büchern, die kam mit der Verfilmung – und ich finde das grossartig», sagt Quinn. «Die Entscheidung, die kreative Kontrolle abzugeben, fiel mir leicht. Als Shonda Rhimes (56) auf mich zukam, habe ich mein ganzes Vertrauen in sie gesetzt. Ich meine, wer bin ich, der ziemlich besten Drehbuchautorin zu sagen, wie sie eine Serie machen soll. Das Team der Drehbuchautorinnen ist sehr divers – sie bringen Erfahrungen und Vorstellungskraft mit, die ich vielleicht nicht habe. Ich war begeistert, dass sie das übernehmen.» Und dann fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu: «Ausserdem habe ich jetzt auch nicht mehr so viel zu tun – das finde ich auch ganz gut.»

Im Buch gibt es viele Klischees: die grosse Liebe, das Happy End, der Traummann auf dem Pferd. Quinn steht dazu – und verteidigt es. Wer Krimis liest, erwartet die Lösung des Falls. Wer einen Liebesroman aufschlägt, erwartet Liebe. Kein Makel, sondern ein Versprechen. «Vieles, was wir im Fernsehen sehen, ist düster – das mag ich auch. Aber es ist wirklich schön, etwas zu haben, das einfach glücklich und freudig ist. Es geht um positive Beziehungen.» Und was bedeutet wahre Liebe für die Frau, die so viel darüber geschrieben hat? «Ein bester Freund, mit dem man kuscheln kann.»

Für die «Bridgerton»-Fans

Welcher Figur ist Julia Quinn denn eigentlich selbst am ähnlichsten? «Lange Zeit habe ich gesagt, dass ich eine Mischung aus Penelope, Eloise und Francesca bin – wenn man alle drei kombinieren würde, dann wäre das ich. Aber dann bin ich älter geworden, und jetzt denke ich, ich bin eine Violet.»

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