Darum gehts
- Kroatien verliert Ruf als günstiges Ferienziel, Strände bleiben 2026 leer
- Preise gestiegen durch Inflation und Euro-Einführung
- Vermieter locken Gäste mit Rabatten und Last-Minute-Angeboten
Nichts mehr mit Billig-Ferien! Kroatien war jahrelang das Paradies für Sparfüchse. Jetzt gibt das Land seinen Titel als günstige Alternative zu Italien oder Spanien auf. Die Auswirkungen sieht man an den Stränden der Adriaküste, die trotz Sommerferien viel leerer sind als sonst. Die Feriengäste bleiben aus, wie das österreichische Nachrichtenportal Oe24 berichtet.
Der Grund für den Preisanstieg liegt auf der Hand: Das Land an der Adria kämpft mit einer hohen Teuerung. Die Inflation soll laut Angaben der kroatischen Nationalbank auch 2026 von 3,7 Prozent auf 4,4 Prozent steigen. Das hat für die Tourismusbranche Auswirkungen auf die Kosten für Energie, Personal und Lebensmittel. Dazu kommt noch, dass das Land Anfang 2023 den Euro als Währung einführte. Den Währungswechsel nutzten viele touristische Betriebe, um an der Preisschraube zu drehen. Die Folge: Die Touristen müssen tiefer ins Portemonnaie greifen, die Preise für Unterkünfte, Restaurants und Freizeitangebote schnellen hoch.
Kroatien-Kenner sind oft unzufrieden
Die Erwartungshaltung der Gäste hängt scheinbar viel davon ab, ob sie Kroatien zum ersten Mal besuchen oder Stammgäste sind. «Erstbesucher haben in der Regel wenige Beschwerden über die Preise», heisst es in einer Reportage des kroatischen Fernsehkanals HRT. «Wiederkehrende Gäste bemerken den Preisanstieg eher, da sie sich an tiefere Kosten erinnern.»
Die hohen Preise an der Adria sorgten schon letzten Sommer für Schlagzeilen. Laut offiziellen Zahlen des kroatischen Statistikamts stiegen zwischen 2015 und 2024 die Preise in der Tourismusbranche um 70 Prozent. Im Sommer 2025 war von Preisen von 7 Euro für einen Cappuccino und 80 Euro Tagesgebühr für einen Liegestuhl am Strand von Dubrovnik zu hören.
In Dubai locken Luxushotels mit Schnäppli-Preisen
Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen wollen nun wieder mehr Touristen nach Kroatien holen – mit Preisnachlässen und Last-Minute-Angeboten. Den gleichen Schritt vollzieht der Tourismussektor in Dubai. In der Wirtschaftsmetropole der Vereinigten Arabischen Emirate ist der Tourismus wegen des Iran-Kriegs stark eingebrochen. Jetzt bekommt man dort sogar in den Luxushotels Zimmer zu Schnäppli-Preisen.
Der Sommer ist in den heissen Golfstaaten sowieso Nebensaison. Der Krieg im Nahen Osten lässt aber auch die übrigen Gäste wegbleiben. «Die Auslastung der Hotels in Dubai liegt derzeit bei rund 30 bis 50 Prozent des Vorjahresniveaus», sagte Sascha Zupan (62), Inhaber und Geschäftsführer von Kompas Travel, zu Blick. In Kroatien ist man noch weit von einem solchen Einbruch entfernt, doch einige haben die Alarmzeichen erkannt.