Blick-Filmexperte Laszlo Schneider schwärmt
Darum stellt Nolans «Die Odyssee» dieses Jahr jeden Film in den Schatten

Mit seinem nächsten Geniestreich wagt sich Christopher Nolan an den ältesten Abenteuer-Mythos der Menschheit. Zwischen tosenden Meeren und einem beispiellosen Starensemble beweist «Die Odyssee», dass Kino mehr kann, als überhaupt vorstellbar ist.
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Star-Regisseur Christopher Nolan hat mit seiner Version der griechischen «Odyssee» mal wieder die Grenzen des Kinos ausgetestet – und wie.
Foto: FilmMagic

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Christopher Nolans Film «Die Odyssee» begeistert 2026 mit grandiosem Realismus
  • Für Dreharbeiten baute Nolan ein 35 Meter langes Holzschiff
  • Matt Damon überzeugt als Odysseus in Nolans 180-minütigem Monumentalwerk
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Laszlo SchneiderTeamlead People-Desk

Als Christopher Nolan (55) mit seinem Meisterwerk «Oppenheimer» 2024 die Oscarverleihung dominierte, schien der Gipfel seines Schaffens erreicht. Mit der Adaption von Homers antikem Heldenepos «Die Odyssee» stösst der britisch-amerikanische Autorenfilmer in neue Dimensionen vor. Sein fast dreistündiges Monumentalwerk ist aber alles andere als verstaubtes Historienkino. Wir behaupten: Dieser Film wird das Kinojahr 2026 fast im Alleingang definieren.

Nolan, der Kino-Purist

In einer Ära, in der Hollywood-Blockbuster oft in sterilen Studios vor grünen Leinwänden entstehen, zelebriert Nolan mit beispiellosem Aufwand das analoge Filmemachen. Für «Die Odyssee» liess der Leinwand-Maestro ein historisch akkurates, 35 Meter langes Holzschiff konstruieren und schickte seine Crew über Monate hinweg auf das stürmische, offene Meer. Dieser kompromisslose Realismus forderte von allen Beteiligten Tribut. Hauptdarsteller Matt Damon offenbarte im Interview mit der Associated Press «die Schonungslosigkeit der Dreharbeiten» und sagte, dass Nolan ihn im Vorfeld gewarnt habe, es werde wirklich hart.

Homer vs Nolan

Das antike Original schildert die zehnjährige Irrfahrt des Königs Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg versucht, nach Ithaka zu seiner treuen Frau Penelope zurückzukehren. Auf dem Weg trotzt er Monstern wie dem Zyklopen Polyphem und den Verlockungen der Zauberin Kirke. Während Homer die Geschichte als mythologische Götter-Erzählung mit starrem Pathos anlegt, bricht Nolan diese Strukturen auf. Er inszeniert den Mythos als modernen, psychologischen Survival-Thriller in nahbarer Sprache und rückt Odysseus’ seelisches Kriegstrauma in den Fokus.

Das antike Original schildert die zehnjährige Irrfahrt des Königs Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg versucht, nach Ithaka zu seiner treuen Frau Penelope zurückzukehren. Auf dem Weg trotzt er Monstern wie dem Zyklopen Polyphem und den Verlockungen der Zauberin Kirke. Während Homer die Geschichte als mythologische Götter-Erzählung mit starrem Pathos anlegt, bricht Nolan diese Strukturen auf. Er inszeniert den Mythos als modernen, psychologischen Survival-Thriller in nahbarer Sprache und rückt Odysseus’ seelisches Kriegstrauma in den Fokus.

Gedreht wurde auf analogem 70-mm-Imax-Filmmaterial. Die technischen Hürden waren enorm: Da die schweren Kassetten dieser Kameras maximal zweieinhalb Minuten Filmmaterial fassen, mussten die Schauspieler mitten in tobenden Wellen für technische Pausen verharren. Nolan selbst sah in den Strapazen der monatelangen Reise durch mehrere Länder eine Notwendigkeit, um der Wucht des Epos gerecht zu werden – die Entstehung der Odyssee müsse ein schwieriger Prozess sein.

Geniale Verwebungen

Nolans grösstes Verdienst liegt in der Dekonstruktion klassischer Hollywood-Klischees über die Antike. Statt auf Pathos setzt der Regisseur auf moderne Tonalität. Er bricht mit den gängigen Erwartungen des Publikums, indem er beispielsweise seine Figuren bewusst mit amerikanischem Akzent sprechen lässt. 

In seinem Drehbuch verwebt der Regisseur Elemente aus Homers «Ilias», der «Odyssee», Vergils «Aeneis» sowie klassischen Tragödien zu einem packenden, psychologischen Thriller. Im Zentrum steht kein makelloser Held, sondern ein von den Schrecken des Trojanischen Kriegs gezeichneter Heimkehrer. Neben Matt Damon (55) als Odysseus glänzt Elliot Page (39) als dessen listiger Cousin Sinon, der durch seine Täuschungen eine Schlüsselrolle einnimmt. 

Ein Cast, der sich gewaschen hat

Der Cast von «Die Odyssee» liest sich wie eine Bestandsaufnahme der schauspielerischen Elite unserer Zeit. Nolan nutzt die immense Starpower jedoch nicht (nur) als reines Marketinginstrument. Matt Damon brilliert als zerrissener Odysseus, der den Spagat zwischen unbändigem Willen und emotionaler Verletzlichkeit meistert. Nolan schwärmt in diesem Zusammenhang öffentlich, dass er mit Damon in der Lage gewesen sei, eine ikonische Heldenfigur mit einer sehr zugänglichen und für ein breites Publikum verständlichen Person zu verbinden.

Dem stellt der Regisseur eine hochkarätige Riege an Gegenspielern und Wegbegleitern an die Seite. Zendaya (29) verkörpert die Kriegsgöttin Athene als kühle, strategische Drahtzieherin im Hintergrund, während Robert Pattinson (40) den Schurken Antinoos mimt. In weiteren Rollen sind Anne Hathaway (43) als Penelope, die Gattin des Odysseus, oder Tom Holland (30) als deren Sohn Telemachos zu sehen.

«Die Odyssee» läuft ab dem 16. Juli in den Deutschschweizer Kinos. 

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