«Das bringt nichts»
Grossmutter sorgt im Prozess gegen Gina H. für Empörung

Im Mordprozess um den getöteten Fabian (8) vor dem Landgericht Rostock kam seine Grossmutter Monika R. am Donnerstag zu Wort – war aber komplett überfordert. Die Befragung musste abgebrochen werden. Die brisantesten Aussagen im Prozess.
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Der kleine Fabian aus Güstrow wurde getötet.
Foto: Polizeipräsidium Rostock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mordprozess um Fabian (8): Grossmutter scheitert bei Zeugenaussage am Donnerstag in Rostock
  • Grossmutter bricht Befragung ab, sagt: «Ich weiss es nicht mehr»
  • Verhandlung bis September: Emotional aufgeladene Aussagen und widersprüchliche Zeugenaussagen
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Im Mordprozess um den getöteten Fabian (8) vor dem Landgericht Rostock werden weiterhin Angehörige und Zeugen befragt. Die Freundin des Vaters, Gina H.* (30), steht unter dringendem Mordverdacht. Die Aussagen zu familiären Beziehungen, dem Umfeld des Kindes und dem mutmasslichen Tatgeschehen ergeben ein teils widersprüchliches Bild. Mehrere Zeugen wirkten vor Gericht überfordert oder widersprachen sich gegenseitig.

Besonders auffällig waren die Aussagen der Grossmutter des getöteten Jungen bei der Zeugenbefragung. Sie sorgten am Donnerstagmorgen regelrecht für Empörung. Die Verhandlung zum grausamen Mord ist bis September angesetzt.

«Das bringt nichts»

Fabians Grossmutter Monika R.* wurde am Donnerstagmorgen vor Gericht befragt, wirkte jedoch überfordert. Viele Fragen konnte sie nicht beantworten. «Ich krieg nichts mit», gab sie mehrfach zu Protokoll. Auf die Frage, was mit Fabian passiert sei, reagierte sie ausweichend. Als der Richter sie darauf hinwies, dass Fabian erst verschwand und später tot aufgefunden wurde, fragte er, ob sie wissen wolle, was geschehen sei. Sie antwortete: «Nein, das möchte ich nicht.»

Auch zu zeitlichen Abläufen konnte sie kaum Angaben machen und sagte wiederholt: «Ich weiss es nicht mehr.» Zudem erklärte Monika R., ihr Sohn habe ihr geraten, bei Erinnerungslücken mit «Nein» zu antworten. Die Befragung wurde schliesslich abgebrochen. Laut «Focus» sagte der Staatsanwalt daraufhin: «Das bringt nichts.»

«Fabi war immer hungrig»

Am vierten Verhandlungstag sagten Fabians Freunde sowie auch die Mutter seines besten Schulfreundes als Zeugen aus. Ihre Aussage sorgte für einen besonders emotionalen Moment. Die Mutter schilderte laut «Nordkurier», dass Fabian sich über längere Zeit sehr einsam gefühlt habe. «Der Junge hat bei uns nach Liebe gesucht.» Sie habe ihn am Wochenende teils daran erinnern müssen, nach Hause zu gehen. Er sei zudem häufig abends allein gewesen, während die alleinerziehende Mutter mit Freunden im Garten gesessen und Alkohol getrunken habe. «Fabi war immer hungrig», so die Zeugin.

«Ich würde Gina H. alles zutrauen»

Fabians Vater Matthias R.* äusserte sich ebenfalls vor Gericht. «Ich glaube an ihre Unschuld», sagte er über Gina H. «Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr.» Der vorsitzende Richter fragte ihn daraufhin direkt, ob er und Gina H. wieder ein Paar seien. Matthias R. bestätigte dies und erklärte, sie hätten sich während seiner Besuche bei ihr in der Untersuchungshaft einander angenähert.

Brisant: Noch Monate zuvor hatte er die Angeklagte selbst verdächtigt. Vor Gericht wurde sodann auch eine alte Aussage von Matthias R. verlesen. «Ich würde Gina H. alles zutrauen», sagte er demnach. Matthias R. erklärte dazu, er habe sich damals in einer emotionalen Ausnahmesituation befunden.

Zu Vorwürfen über Gewalt in der Beziehung sagte er, es sei «im Schlafzimmer, wenn Sie verstehen, was ich meine» zu den Tätlichkeiten gekommen. Der Richter ermahnte ihn daraufhin.

«Ich kann nur sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf ihn war»

Im Verfahren um den getöteten Fabian äusserte sich dessen Mutter als Nebenklägerin vor Gericht sehr emotional. «Ich kann nur sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf ihn war», sagte sie den Tränen nahe.

Die Mutter wandte sich dabei auch direkt an die Angeklagte Gina H., wurde jedoch vom vorsitzenden Richter unterbrochen, da direkte Ansprachen an die Beschuldigte im Strafprozess nicht zulässig sind. Darüber berichtete unter anderem der NDR.

*Namen bekannt

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