Kantonspolizei Schwyz sorgt mit Tiktok-Video für Lacher
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Video geht im Netz viral:Kantonspolizei Schwyz sorgt mit Tiktok-Video für Lacher

Beamte auf Social Media
Polizei erobert Tiktok – nicht alle findens lustig

Ob X, Instagram oder Tiktok: Polizeiarbeit findet heute auch online statt. Die Stadtpolizei Zürich und die Kantonspolizei Aargau erreichen auf Social Media ein besonders grosses Publikum.
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Immer mehr Polizeikorps sind in den sozialen Medien aktiv und erreichen dort teilweise Zehntausende Follower.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Polizeikorps nutzen Social Media für Kommunikation und Imagepflege
  • Die Stadtpolizei Zürich ist seit November 2025 erfolgreich mit Tiktok
  • Die Kantonspolizei Aargau beschäftigt sechs Content-Creator für Social-Media-Arbeit
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Caroline Kälin
Caroline KälinRedaktorin Gesellschaft

Ein Video der Kantonspolizei Schwyz sorgt derzeit für Gesprächsstoff: Polizisten inszenieren darin typische Beziehungsszenen – vom Hinterherrennen bis zum Anlegen von Handschellen. Der Clip greift einen aktuellen Social-Media-Trend auf und setzt bewusst auf Humor. Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus: Während einige den Beitrag als kreativ feiern, kritisieren andere die Darstellung der Polizeiarbeit oder sehen problematische Botschaften darin.

Solche Inhalte zeigen, wie stark sich die Kommunikation der Polizei verändert hat. Was früher ungewöhnlich war, gehört heute zum Alltag vieler Polizeikorps: Städtische und kantonale Polizeien nutzen Social Media, um Nähe zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und ihr Bild aktiv zu gestalten. Besonders im Netz fällt dabei ein Begriff immer wieder: «ACAB» – «All Cops Are Bastards». Die Parole steht für Skepsis gegenüber staatlicher Autorität, die vor allem in Jugendkulturen verbreitet ist. Ob ein humorvoller Tiktok-Clip daran etwas ändert, bleibt offen.

Zwischen Einsatzmeldung und Imagepflege

Die Stadtpolizei Zürich ist eine Pionierin: «Seit 2011 sind wir auf Social Media aktiv», sagt Daniela Brunner, Chefin Information und Kommunikation. Gestartet wurde auf X (ehemals Twitter) und Facebook, «um mit der Bevölkerung zu kommunizieren und bei Ereignissen rasch zu informieren». Heute verfolgt die Stadtpolizei eine klare Kanalstrategie: X und Threads für Meldungen, Facebook, Instagram und Linkedin für Imagekommunikation, Youtube für längere Videos. Seit November sind sie auch auf Tiktok aktiv: «Wir wollen Polizeiarbeit erklären, Vielseitigkeit zeigen und uns als Arbeitgeberin positionieren», so Brunner. Präventive Botschaften erreichen direkt die Zielgruppen. Besonders beliebt seien spannende Geschichten und Tierposts – etwa das Dienstkatzen-Video vom 1. April 2024.

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Nähe als Strategie

Auch die Kantonspolizei Aargau professionalisierte ihre Social-Media-Arbeit und verfolgt online drei klare Ziele. «Wir möchten die Bevölkerung vor dreisten Betrügereien schützen, transparente Einblicke in den Polizeialltag geben und Nachwuchs rekrutieren», sagt Rumpold. «Gestartet mit X, später Facebook, Instagram, Youtube und Linkedin», erklärt Rumpold weiter. Der Start auf Tiktok vor drei Jahren markierte einen Wendepunkt: Neun Content-Creator erstellen Inhalte, oft aus dem Einsatz oder zu häufig gestellten Fragen. Die Ziele sind klar: Bevölkerung schützen, Einblicke in den Polizeialltag geben und Nachwuchs rekrutieren. Auf Linkedin berichten Mitarbeitende persönlich, um Nähe zu schaffen. Auch ein Podcast «Dienstschluss» gibt weitere Einblicke.

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Gerade diese Nähe sei zentral. «Im Zeitalter der Digitalisierung ist es uns wichtig, auch online ein Ansprechpartner zu sein», sagt Rumpold. Viele junge Menschen nutzten Direktnachrichten für Fragen oder Feedback. Gleichzeitig werde klar kommuniziert, dass Social Media keine Plattform für Notfälle sei. Als Zielgruppe nennt Rumpold bewusst nicht nur Junge. «Alle Zielgruppen sind für uns wichtig.» Auch ältere Menschen würden indirekt erreicht, etwa wenn Jugendliche Präventionsvideos mit ihren Grosseltern teilen. Besonders beim Thema Enkeltrickbetrug zeige sich, wie sich solche Inhalte über Generationen hinweg weiterverbreiten.

Social Media als Balanceakt

Ob Social Media das Vertrauen in die Polizei beeinflusst, beantwortet Rumpold differenziert. «Ein Social-Media-Auftritt steht und fällt mit der täglichen Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten an der Front.» Die Kommunikation könne dieses Vertrauen unterstützen, «indem wir ein offenes, digitales Ohr bieten». Auch Daniela Brunner sieht positive Effekte. «Durch die Reaktionen spüren wir vielfach das Vertrauen der Bevölkerung», sagt sie. Zudem zeige sich der Einfluss der Onlinepräsenz im Rücklauf von Personalwerbekampagnen. «Viele Personen möchten gerne bei der Stadtpolizei Zürich arbeiten.»

Social Media prägt zunehmend, wie die Polizei wahrgenommen wird. Zwischen Einsatzmeldung, Imagepflege und Katzenvideo entsteht ein digitales Schaufenster, das für viele zur ersten Kontaktstelle mit der Polizei geworden ist.

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