Der Fall Granit Xhaka hat eine neue Wendung genommen. Nachdem die Luzerner Staatsanwaltschaft gegen den Nati-Captain wegen des Verdachts auf ein gefälschtes Covid-Zertifikat ermittelt hatte, äussert sich der 33-Jährige nun erstmals selbst – und räumt ein, eine Impfbestätigung erworben zu haben.
Xhaka spricht von einer damals schwierigen Situation, Unsicherheit und Misstrauen gegenüber dem Impfstoff. Gleichzeitig bezeichnet er seine Entscheidung als Fehler, übernimmt dafür die Verantwortung und kündigt an, mit den Behörden vollumfänglich zu kooperieren. Das Geständnis bleibt auch für die Nationalmannschaft nicht ohne Folgen. Xhaka wird bei den kommenden vier Nations-League-Spielen im September und Oktober nicht dabei sein.
Wird nun ein Rücktritt gefordert?
Die Frage nach den möglichen Konsequenzen beschäftigt auch die Blick-Community. In einer Leserumfrage mit über 8800 Teilnehmenden sprechen sich 61 Prozent dafür aus, dass Xhaka aus der Nationalmannschaft zurücktreten müsste. 39 Prozent sind dagegen.
Auch in der Kommentarspalte gehen die Meinungen auseinander. So schreibt Leser Arnold Brust: «Jedem war und ist es freigestellt, sich über die Sinnhaftigkeit der Corona-Impfungen Gedanken zu machen.» Wer die Impfung abgelehnt habe, müsse eben auch die Konsequenzen tragen. «Sich aber mit einem gefälschten Zertifikat freizukaufen, geht gar nicht und ist nichts anderes als Feigheit und Verlogenheit. Das muss sich Xhaka zurechnen lassen!»
Michael Möri zeigt zwar Verständnis für Xhakas damalige Unsicherheit, hält dessen Entscheidung aber ebenfalls für problematisch: «Der Weg, den er gegangen ist, war einfach der falsche. Wenigstens kommt die Einsicht, wenn auch zu spät und nicht freiwillig. Werde nie verstehen, wie man mehr Angst vor einer Impfung haben kann als vor den Konsequenzen einer Straftat.»
Noch deutlicher äussert sich Hanspeter Müller: «Bewusster und willentlicher Betrug ist und bleibt Betrug, egal um wen es sich handelt.» Xhaka habe als Fussballer zudem eine Vorbildfunktion. «Einen solchen Typen, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, möchte ich nicht in meiner Mannschaft haben. Er nahm bewusst in Kauf, andere Personen mit Covid anzustecken.»
Lob für öffentliche Stellungnahme
Andere Leserinnen und Leser zeigen dagegen Verständnis für Xhakas damalige Situation und finden, der Fall werde zu stark aufgebauscht. So schreibt Leser Ludwig Habermacher: «Wow! Ein Mann mit Rückgrat! Keine Lügen – einfach zur Sache stehen und sich entschuldigen. Ich bin hoch beeindruckt. Ich hoffe, dass er uns weiterhin noch viel Freude und Siege bei der Nati bringen wird.»
Für Thomas Schatzmann stellt sich vor allem die Frage, welche Konsequenzen aus dem Fall gezogen werden sollten: «Ganz ehrlich, wahrscheinlich gibt es noch mehr Spieler in Nationalmannschaften, die sich Zertifikate gekauft haben. Wenn all diese zurücktreten, schadet man nur dem Sport und den Fans. Xhaka hat ja schliesslich niemanden umgebracht!»
Noé Kindhauser findet ebenfalls lobende Worte für Xhakas Statement: «Starkes Statement von Xhaka, das braucht viel Überwindung, um so einen Betrug öffentlich bekannt zu geben. Diese Hetzjagd ist einfach komplett unnötig.» Die damaligen Bedenken gegenüber der Impfung könne er nachvollziehen. Zudem hoffe er, dass der Fall keine Konsequenzen für Xhakas weitere Karriere habe: «Er ist immens wichtig für unsere Nationalmannschaft und kann uns sicher noch zwei bis drei Jahre viel Freude auf dem Platz bereiten.»