Pannenpanzer sorgt für Kritik
«Der M113 gehört nicht in die Armee, sondern ins Museum!»

Die Schweizer Armee steht erneut vor Problemen mit ihrer veralteten Schützenpanzerflotte. Zwischen Kritik an der Politik, der Beschaffung und dem Zustand der Armee entsteht erneut eine breite Debatte über die Zukunft der Bodentruppen.
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Nichts geht mehr. Die Armee musste im Februar erneut sämtliche Schützenpanzer M113 aus dem Verkehr ziehen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweizer Armee kämpft erneut mit massiven Problemen beim Panzer M113
  • Nur einige Dutzend der 238 Panzer sind derzeit einsatzbereit
  • Reparaturen der Flotte dauern voraussichtlich bis Herbst 2027
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Ausgerechnet zum Start der neuen Rekrutenschule kämpft die Schweizer Armee erneut mit einem massiven Panzerproblem. Nachdem im Februar alle 238 Schützenpanzer M113 wegen eines technischen Defekts stillgelegt werden mussten, stehen bis heute nur einige Dutzend Fahrzeuge wieder zur Verfügung. Die vollständige Reparatur der Flotte dürfte sich laut Armee noch bis Herbst 2027 hinziehen.

Zwar betont die Armee, dass die Ausbildung grundsätzlich weiterhin gewährleistet sei, in der Praxis ist dies jedoch nur mit erheblichem Mehraufwand und viel Improvisation möglich. Teilweise müssen andere Fahrzeuge die M113 ersetzen, einzelne Panzer dürfen nur im Schritttempo fahren oder werden für Übungen lediglich abgestellt. Gleichzeitig beschränkt sich das Problem längst nicht mehr nur auf die M113: Viele Systeme gelten als überaltert und zunehmend störanfällig.

Frust über veraltete Flotte

In der Community sorgt der erneute Ausfall der M113-Flotte für viel Unverständnis. Viele Leserinnen und Leser fordern, die jahrzehntealten Schützenpanzer endgültig zu ersetzen. So schreibt Thomas Holenstein: «Der Schützenpanzer M113 gehört nicht in die Schweizer Armee, sondern ins Museum. Besser so ein altes Gerät ausmustern, als ständig Geld in teure Reparaturen und Ersatzteile zu verschwenden.»

Auch Leser Rolf Gurtner äussert Kritik und zieht einen Vergleich: «Wer fährt heute noch täglich einen Oldtimer aus den 1960er-Jahren im Gelände oder unter Gefechtsbedingungen? Die M113 sind älter als ich – und ich habe Jahrgang 1968.» Er sieht die Verantwortung bei der Politik, die notwendige Beschaffungen über Jahre verzögert habe, und ergänzt: «Man sollte die Verantwortlichen im Parlament zur Kasse bitten!»

Peter Haussener spricht ebenfalls von einem fehlenden politischen Willen: «Erst über Jahrzehnte totgespart und jetzt mit Handbremse im Parlament. Wann erwacht da endlich jemand? Wir sind nicht einmal mehr in der Lage, vier bis fünf Bataillone komplett auszurüsten. Entweder man bekennt sich zur Armee und gibt das Geld aus, oder sie wird abgeschafft!»

Mehr als nur politische Verantwortung

Etwas differenzierter sieht es Markus Schindler. Die Schuld allein in der Politik und Armeeführung zu suchen, greife zu kurz. «Finde ich ein bisschen sehr einfach, dies nun Bundesrat, Politik und Armeeführung in die Schuhe zu schieben: Alle diese Instanzen unterstehen nämlich dem Volk, und es sind der Spardruck und die Verteidigungsmüdigkeit des Volkes, die eben Politik und Armee dazu zwingen, seit Jahrzehnten die Armee in die Verteidigungsunfähigkeit zu sparen.»

Ähnlich argumentiert Leser Hans Steiner: «Die Verantwortung lässt sich nicht einfach nach oben abschieben. Die Politik und Armeeführung handeln im Rahmen dessen, was gesellschaftlich gewollt und finanziell priorisiert wird.» Der eigentliche Druck entstehe über Jahre hinweg auch durch eine Bevölkerung, die Verteidigung lange nicht als zentrale Priorität gesehen habe. «Statt in Schuldzuweisungen zu verharren, sollten nun konkrete Lösungen vorangetrieben und die bestehenden Probleme aktiv angegangen werden», ergänzt er.

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