Kritik an SP-Vorstoss
«Feuchttücher werden zum nationalen Drama hochstilisiert!»

Feuchttücher verursachen in der Schweiz teure Abwasserprobleme. SP-Nationalrätin Gabriela Suter will strengere Regeln und eine Aufklärungskampagne, während unsere Leser über politische Prioritäten diskutieren.
Kommentieren
1/10
Feuchttüchlein gehören nicht in die Toilette.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Feuchttüchlein verstopfen Schweizer Abwassersysteme, SP-Nationalrätin fordert strengere Massnahmen
  • Viele Tücher enthalten Kunststofffasern, führen zu Mikroplastik und Umweltproblemen
  • Schweizer Kläranlagen tragen Reinigungskosten
RMS_Portrait_AUTOR_938.JPG
Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Feuchttüchlein werden im Alltag oft bedenkenlos über die Toilette entsorgt – mit spürbaren Folgen für die Abwasserinfrastruktur. SP-Nationalrätin Gabriela Suter warnt, dass viele Produkte als «spülbar» beworben und dann fälschlicherweise im Abwasser landen würden. In der Kanalisation würden sie sich nicht richtig auflösen und Pumpen verstopfen und müssten aufwendig entfernt werden.

Neben den technischen Problemen sieht Suter auch eine Umweltbelastung: Die Tüchlein enthalten oft Kunststofffasern, die als Mikroplastik in Gewässer gelangen und dort kaum wieder entfernt werden können. Ein Teil davon bleibt in Schweizer Seen und Flüssen zurück und kann langfristig auch in die Nahrungskette gelangen. Mit einem Vorstoss fordert die Nationalrätin deshalb strengere Kennzeichnungen, eine stärkere Kostenbeteiligung der Hersteller sowie eine nationale Aufklärungskampagne.

Kritik an politischer Gewichtung

In unserer Leserschaft sorgt das Thema für kontroverse Reaktionen. Kritische Stimmen halten die politische Aufmerksamkeit für übertrieben. So schreibt Leser Diego De La Vega: «Ja, Feuchttücher verursachen verstopfte Pumpen und unnötige Kosten. Darüber muss man informieren.» Klare Hinweise auf Verpackungen und etwas Aufklärung würden aber völlig ausreichen. «Dafür braucht es keine neue politische Grossbaustelle, keine aufgeblähte Kampagne und am Ende womöglich wieder neue Vorschriften, Gebühren oder Verbote. Die Schweiz hat genug ernsthafte Probleme, bei denen die Politik seit Jahren keine Lösung findet», argumentiert er.

Auch Ferdinand Blumentritt meint: «Offenbar sind in der Schweiz sämtliche grossen Probleme gelöst. Denn anders lässt sich kaum erklären, weshalb nun Feuchttücher zum nationalen Drama hochstilisiert werden. Wenn das zur politischen Priorität wird, dann scheint der Bundesrat wirklich viel freie Zeit zu haben.»

«Nehmen wir uns der Wasserversorgung an!»

Auf der anderen Seite gibt es auch Zustimmung zur Warnung. Hugo Stiglitz unterstützt die Forderungen Suters: «Ist ja auch eine Massnahme, Geld zu sparen. Und ja, sie hat da völlig recht! Wenn die Leute nicht über die Nasenspitze denken, muss man das regeln!»

Ähnlich sieht es Bernhard Hauswirth, der das Problem klar benennt: «Der Spülknopf ist kein magischer Mülleimer. Am Schluss dürfen Klärwerksmitarbeitende den verknoteten Mix aus Feuchttüchern, Haaren und Fäkalien wieder von Hand entfernen – und wir alle bezahlen die Rechnung!»

Forderungen nach Verbot

Einige Leser gehen noch weiter und fordern ein striktes Verbot. So schreibt Albert Vonvize: «Ich habe einige Zeit in einem Land gelebt, wo man nur das Geschäft runterspülen durfte. Das WC-Papier landete in einem Kübel daneben und musste separat entsorgt werden. Dies sollte auch in Europa möglich sein. Feuchttüchlein haben im WC sicher nichts verloren.»

Auch Othmar Kamm äussert sich deutlich: «Solche Tücher gehören schon längst verboten, denn es ist tatsächlich so, dass diese alle in die Kanalisation gelangen und viele Kosten verursachen. Für einmal muss ich Frau Suter zustimmen!»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen