Brisanter Bericht veröffentlicht
Geheimer Wellness-Bereich in Kläranlage aufgeflogen

Bis 2021 war in der Bülacher Kläranlage eine kleine Wellness-Anlage in Betrieb. Kurz vor den Wahlen bringt das einige Stadtratsmitglieder in Erklärungsnot.
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Sauna, Wanne, Fitnessgeräte: Angestellte der Stadt Bülach liessen es sich gut gehen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Bülach ZH wurde eine geheime Wellnessoase in Kläranlage entdeckt
  • Sauna und Fitnessgeräte existieren seit 2000, Nutzung bis 2021
  • Meteo Schweiz zahlte Entschädigungen privat, jetzt fliessen Gelder seit 2022
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Es ist kaum zu glauben! Einige Angestellte der Stadt Bülach ZH scheinen es sich über Jahre hinweg gut gehen gelassen zu haben – auf Kosten der Allgemeinheit. Das zeigt ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Parlaments. Er deckt auf, was die Stadt der Öffentlichkeit bisher verschwiegen hatte.

Die Rede ist von einem kleinen Wellnessbereich in der Abwasserreinigungsanlage Furt sowie von unrechtmässigen Zahlungen an städtische Angestellte.

Auf Kosten der Steuerzahler

Der Wellnessbereich in der Kläranlage, an die mehrere Nachbargemeinden angeschlossen seien, bestehe aus einer Sauna, einer Badewanne für mehrere Personen und einer Dusche. Daneben gebe es im Untergeschoss des Aufenthaltsgebäudes für Mitarbeitende mehrere Fitnessgeräte – alles spätestens seit dem Jahr 2000.

Benutzt wurden die Einrichtungen, bis der 2021 damals von der Stadt neu angestellte Abteilungsleiter eingeschritten sei. Wer die Anlage tatsächlich nutzte, sei heute nicht mehr festzustellen. «Da seit dem Einbau über zwanzig Jahre vergangen sind, sind praktisch keine verwertbaren Unterlagen mehr vorhanden», heisst es im GPK-Bericht.

Auch der finanzielle Schaden bleibt unklar. Die Kommission hält aber fest, es liege auf der Hand, dass die Steuerzahlenden sowie die angeschlossenen Gemeinden für Kosten wie Strom und Betrieb aufkommen mussten.

Zahlungen unrechtmässig einkassiert

Und das ist noch nicht alles: Auf dem Areal der ARA befinde sich eine Wetterstation. Für den Standort und das Ablesen der Messdaten zahle Meteo Schweiz als Betreiberin eine Entschädigung. Wie die GPK ausführt, habe sich herausgestellt, dass diese Gelder zuerst direkt an Mitarbeitende der Stadt privat ausbezahlt wurden. Seit 2022 fliesse die Entschädigung in die Stadtkasse.

In die Kritik geraten sind nun die zuständige Stadträtin Andrea Spycher (SVP) und Stadtpräsident Mark Eberli (EVP). Und das ausgerechnet zwei Wochen bevor in Bülach gewählt wird.

«Information dazu wäre angebracht gewesen»

Die Tamedia-Zeitungen werfen die Frage auf, warum die Stadt die Öffentlichkeit nicht informiert hatte. Spätestens seit Intervention des damaligen Abteilungsleiters habe auch Stadträtin Spycher von der Wellnessanlage gewusst. Sie habe zuerst mit einer Mitteilung reagiert, dann mit einer Medienkonferenz. Sie spreche sich «für einen offenen Umgang mit diesen Mängeln» aus und habe Massnahmen angekündigt.

Spycher werfe sich mangelnde Sensibilität vor und räume ein: «Rückblickend wäre eine weitergehende politische Einordnung und eine transparente Information gegenüber Öffentlichkeit und Anschlussgemeinden angezeigt gewesen. Meine damalige Einschätzung, es handle sich um ein rein operatives Thema, war aus heutiger Sicht nicht ausreichend.»

Gegenüber der GPK soll Stadtpräsident Eberli angegeben haben, erst im Juni 2025 von der Sauna erfahren zu haben. Gegenüber den Tamedia-Zeitungen spricht er von einer «unrühmlichen Geschichte». Er befürworte das damalige Vorgehen des Abteilungsleiters als «eine notwendige und richtige Handlung». Auch er gestehe ein: «Eine Information dazu wäre angebracht gewesen.» Die von der GPK geforderten Verhaltensregeln würden nun erarbeitet.

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