«Grosser Schritt»
Schweizer Abwassermonitoring läuft weiter

Die Wasserforschungsanstalt Eawag ist neu das nationale Referenzzentrum für Abwassermonitoring. Die Zusammenarbeit mit dem BAG ist auf zehn Jahre ausgelegt.
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Die Eawag überwacht das Abwasser in der Schweiz auf Viren, Arzneien und Drogen.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die Wasserforschungsanstalt Eawag überwacht für den Bund die Gesundheit der Bevölkerung im Abwasser. Gesucht wird nach Viren, Arzneien und Drogen. Neu ist die Eawag das nationale Referenzzentrum für Abwassermonitoring.

Damit sei die Fortsetzung des Abwassermonitorings gesichert, teilte die Eawag am Donnerstag mit.

Die Zusammenarbeit zwischen der Eawag und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist auf zehn Jahre ausgelegt. Für die Eawag sei dies ein «grosser Schritt», um bei künftigen Pandemien besser vorbereitet zu sein, wird Co-Projektleiter Christoph Ort in einer Mitteilung zitiert.

Trotz der Institutionalisierung bleibe das Abwassermonitoring ein Forschungsprojekt. Man sei weiterhin keine «Abwasserpolizei», wird Ort zitiert. So werde die Eawag etwa keine Messungen für Schulen durchführen, die den Cannabiskonsum ihrer Schülerschaft überwachen wollen.

Die Überwachung von Krankheitserregern im Abwasser hat während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile wird neben Sars-CoV-2 auch nach Grippe- und RSV-Viren gesucht. Aktuell werden Proben aus zehn Kläranlagen untersucht, womit das Abwasser von rund zwei Millionen Menschen erfasst wird.

Zusätzlich analysiert die Eawag im Rahmen eines bis Ende 2029 laufenden Auftrags auch Rückstände von Substanzen. Dies soll Aufschluss über den Konsum von Arzneimitteln und Drogen geben. Die Daten können Beobachtungen aus anderen Quellen zur Verbreitung einzelner Substanzen, etwa einem Anstieg von Ketamin, untermauern.

Die Kombination von mikrobiologischen und chemischen Analysen eröffnet neue Möglichkeiten. So kann ein starker Anstieg eines Hustenmedikaments im Abwasser auf eine anrollende Krankheitswelle hindeuten, noch bevor die Fallzahlen aus Praxen oder Spitälern gemeldet werden.

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