Behördenstreit polarisiert
«Eine öffentliche Schule kann nicht Schulgelder verlangen!»

Eine Familie aus Bachs ZH wurde nach einer Schulversetzung ihrer Kinder plötzlich mit Schulgeldforderungen an einer öffentlichen Schule konfrontiert – ein Fall, der in der Leserschaft eine breite Debatte über das Schweizer Schulsystem auslöst.
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Thomas Meier (51) aus Bachs ZH kämpft seit zehn Jahren gegen den Kanton Zürich.
Foto: Nicolas Lurati

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Thomas Meier kämpft seit 2016 gegen Zürcher Behörden um Schulgeld
  • Konflikt eskalierte: Ehe zerstört, Schulgelder von 80'000 Franken gefordert
  • Über 500'000 Franken Kosten, sieben Verfahren bis vor Bundesgericht

Für Thomas Meier aus Bachs ZH entwickelte sich ein Schulkonflikt seiner Kinder zu einem langjährigen Rechtsstreit mit Schulen, Behörden und Gerichten. Auslöser war die Situation seines Sohnes in der Primarschule Bachs, der sich nach belastenden Erfahrungen mit einer Lehrperson zunehmend unwohl fühlte. Daraufhin wurde er in die Schule der Nachbargemeinde Stadel ZH versetzt. Einige Monate später wechselte auch seine Tochter die Schule. Der Vater erklärt: «Denn auch sie wurde gemobbt.»

Laut Meier hiess es dann plötzlich, dass am neuen Schulort Schulgeld bezahlt werden müsse. Der Kanton verwies darauf, dass die Versetzung nicht aus zwingenden schulischen Gründen erfolgt sei und eine Beschulung am Wohnort weiterhin möglich gewesen wäre. Die Forderung focht Meier an, der Fall zog sich in der Folge über mehrere Instanzen bis vor Bundesgericht. Der Streitwert belief sich insgesamt auf rund 80’000 Franken, wovon bereits etwa 14’000 Franken Schulgeld beglichen wurden. 

Reaktionen aus der Leserschaft

Der Fall von Thomas Meier aus Bachs ZH wirft in der Leserschaft grundsätzliche Fragen zum Schweizer Schulsystem auf. Vor allem strukturelle Kritik am System wird laut. Markus Guggisberg meint: «Eine öffentliche Schule ist öffentlich und kann nicht Schulgelder verlangen. Auch da hat das Bundesgericht versagt. Das ist auch keine Frage, die ein Bundesgericht entscheiden sollte.» Er fordert zudem eine bessere Anlaufstelle für Betroffene: «Eine Ombudsstelle für solche Fälle ist schweizweit dringend notwendig.»

Ein Teil der Kommentierenden kritisiert insbesondere den Umgang der Behörden und Schulen mit solchen Fällen. Marianne Schönmann schreibt: «Die Schule und die Schulleitung haben versagt. Es gibt Abkommen zwischen Schulgemeinden bei Krisensituationen. So können Kinder in die Klasse einer Nachbarsgemeinde versetzt werden. Dass dann Eltern für die Kosten aufkommen müssen, habe ich noch nie gehört! Die Kosten der Beschulung zahlt der Steuerzahler.»

Auch Manfred Ackermann meint: «Schade, dass gesunder Menschenverstand nicht in der Verfassung steht oder Gesetz ist. Kinder dürfen nicht geohrfeigt werden, jedoch offensichtlich gemobbt werden schon. Wer sein Kind dem entziehen will, soll dann dafür bezahlen? Ich dachte immer, dass Kinder unter allen Umständen von jeglicher Form von Gewalt geschützt werden müssen.»

Zwischen Systemkritik und Grenzen

Eine weitere Leserstimme versucht, beide Seiten des Konflikts zusammenzudenken. Nadja Fankhauser schreibt: «Als Eltern ist man der Schule ausgeliefert, die Schule trägt grundsätzlich nie Konsequenzen. Das ist sehr zermürbend. Ich verstehe den Vater total, und weshalb er so weit gegangen ist.» Gleichzeitig betont sie auch die andere Perspektive: «Ich kann Stadel aber auch verstehen. Wenn man bei Streitigkeiten allen Kindern in den umliegenden Gemeinden einen gratis Schulwechsel nach Stadel ermöglichen würde, hätten diese irgendwann auch finanzielle Probleme.»

Auch die Frage nach den Grenzen solcher Konflikte wird in der Kommentarspalte gestellt. Leo Furrer hält fest: «Es ist verständlich, dass man für etwas kämpft, das man als moralisch richtig empfindet. Doch moralisches Recht und gesetzliches Recht sind nicht immer dasselbe.» Irgendwann stelle sich die Frage, «welchen Preis ein solcher Kampf noch wert ist».

Andreas Koller beschreibt den Fall ebenfalls als «traurig und mitnehmend» und betont, dass es im Schulalltag oft menschlicher zu- und hergehe, als man annehme. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass sich solche Konflikte häufig besser «auf menschlicher Ebene lösen» liessen als über Gerichte. «Das kostet weniger Kraft, weniger Geld und hinterlässt am Ende deutlich zufriedenere Parteien. Ich wünsche Herrn Meier, dass er einen Weg findet!»

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