Darum gehts
- Streit in Burgdorf BE: Parlament diskutiert Verbot von Pissoirs in Schulklos erneut
- Gegner betonen Hygiene, Befürworter fordern mehr Privatsphäre auf Toiletten
- Leserumfrage: 80 Prozent der 8'700 Teilnehmer gegen das Pissoirverbot
Pläne für neue Schultoiletten sorgen im Parlament von Burgdorf BE für Ärger. Bereits im November wurde entschieden, künftig keine Pissoirs mehr in den Schul-WCs der Gemeinde einzubauen. Die Ratsmitglieder erhoffen sich dadurch mehr Hygiene am stillen Örtchen. Diese Woche wurde aber doch noch ein Vorstoss gegen das Vorhaben eingereicht, von niemand Geringerem als Jonas Lauwiner (31), dem selbstgekrönten «König der Schweiz».
Mit der Stadtregierung im Rücken sprach er sich im Parlament gegen das Pissoirverbot aus und verglich es gar mit Nazi-Deutschland. Einige Ratsmitglieder der SP, Grünen und EVP verliessen daraufhin während der Abstimmung demonstrativ den Saal. Auch wenn der Vorstoss folgend mit einem deutlichen Nein abgeschmettert wurde, geht die Diskussion in unserer Leserschaft weiter.
Die Community will die Pissoirs nicht missen
Eine nicht repräsentative Leserumfrage mit über 8700 Teilnehmern zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent klar gegen das Pissoirverbot ist. Für diese Lesergruppe gehören Pissoirs in jedes normale Männerklo.
Die Gegenseite mit einem Anteil von 20 Prozent spricht sich derweil für das Vorhaben des Parlaments aus. Ihnen genügen WCs für alle vollkommen. Auch in der Kommentarspalte hat die Mehrheit die Oberhand.
«Wenn sie schon das Pissoir nicht treffen, wie dann die Kloschüssel?»
Ein Grossteil der Kommentierenden wehrt sich vehement gegen das Pissoirverbot an Schulen. Jean Daniel Schwab sieht in einer Abschaffung nur Nachteile: «Es gibt logistisch und reinigungstechnisch nichts Besseres als Pissoirs. Faktenbasiertes Politisieren scheint nicht deren Stärke zu sein.» Dave Allemann stimmt zu: «Die Argumente fürs Pissoir sind klar: wassersparende Spülung, ergonomischer, zudem billiger in Installation und Unterhalt.»
Reto Markwalder nimmt zudem einen Logikfehler wahr: «Nur weil es keine Pissoirs mehr hat, setzen sich die Jungs doch nicht hin.» Tom Steiner vertritt dieselbe Position: «Ein Pissoir ist sicherlich viel hygienischer als ein normales Klo. Da geht im Stehen nicht selten einiges daneben.» Auch Christian Burkhart fragt: «Wenn Jungs schon das Pissoir auf idealer Höhe nicht treffen, wie dann die Kloschüssel?»
Diese Pissoirs sind absolut nicht mehr zeitgemäss!
Trotzdem widersprechen einige Leserinnen und Leser. Peter Bänziger ist einer von ihnen: «Diese Pissoirs ohne Trennwände sind absolut nicht mehr zeitgemäss! Da würde ich als Schüler lieber auf eine Toilette mit Privatsphäre gehen.» René Niederberger rügt zudem: «Wenn man auf irgendeinem WC beim Pinkeln steht und nicht trifft, ist das ein ganz anderes Problem. Das ist einfach nur eklig.»
Beat Schmid kommentiert: «Weshalb sollen Jungs unbedingt im Stehen pinkeln? Dieses Verhalten haben wir unseren Söhnen schon sehr früh abgewöhnt.» Reto Reiser stimmt zu: «Wieso gehören Pissoirs unbedingt in ein Männerklo? Es wird sich ja wohl kein Mann direkt in seiner Freiheit und Männlichkeit eingeschränkt fühlen.»