BMW- und Mercedes-Gegner Volvo EX60 im ersten Test
Schwedens neuer Elektro-König

Volvo schliesst mit dem neuen EX60 die klaffende Lücke in der Mittelklasse. Der elegante Elektro-SUV fährt mit jeder Menge Hightech wie 800-Volt-Bordnetz, Google-Software und kraftvollen Antrieben vor. Die schwedische Gelassenheit endet allerdings beim Preis.
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Mit dem EX60 tritt Volvo gegen die deutschen Konkurrenten BMW iX3 und Mercedes GLC EQ an.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mittelklasse-SUV Volvo EX60 tritt im Premiumsegment gegen BMW iX3 und Mercedes GLC EQ an
  • P10 AWD-Version mit 510 PS kostet in der Schweiz 75'000 Franken
  • Bis zu 800 km Reichweite und 400 kW Schnellladung in 16 Minuten
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Den Zeitpunkt des Starts hätten die Schweden nicht ungünstiger planen können. Gerade erst haben Volvos deutsche Gegenspieler BMW und Mercedes die Revolution im Mittelklassesegment ausgerufen und ihre neuen Vorzeige-SUVs iX3 und GLC EQ mit mehr Power, schnellerer Ladeleistung und grösseren Reichweiten als jemals zuvor auf den Markt gebracht. Da könnte der leicht verspätete EX60 als direkter Konkurrent schon fast wie die alte Fastnacht daherkommen. Doch weit gefehlt!

Volvo hat sich nicht lumpen lassen und einen technisch auf Augenhöhe fahrenden Mittelklasse-SUV auf die Räder gestellt, der die mittlerweile klaffende Lücke zwischen dem erfolgreichen Kompakt-Crossover EX30 und dem luxuriösen Flaggschiff EX90 adäquat auffüllt. Warum wir das wissen? Weil wir bei der ersten Testfahrt des EX60 in und um Barcelona (Spanien) dabei waren.

Vor der Fahrt

Optisch gibt sich der 4,80 Meter lange Schwede schon einmal keine Blösse: Das gewohnt elegant-nordische Design erinnert stark an den kleineren und grösseren EX-Bruder. Für optimale Aerodynamik haben die Designer die klassischen Türgriffe durch kleine Touch-Flügelchen ersetzt. Praktisch? Vielleicht nicht unbedingt. Doch das Detail passt bestens zum klaren, skandinavischen Auftritt, der sich auch im Innenraum weiterzieht.

Gemütliche «Hygge»-Stimmung stellt sich dank der hochwertigen Textil-, Holz- und Metalloberflächen sofort ein – optional werden die bequemen Stoffoberflächen der Sitze durch noch angenehmeres veganes Leder ersetzt. Ersetzt hat Volvo auch das klassische Handschuhfach, das in einen separaten Stauraum in der massig Platz bietenden Mittelkonsole wandert. An Platz mangelts dem EX60 auch sonst nicht: weder im Fond (dank 2,97 m Radstand), noch im Kofferraum, in dem sich im Boden ein kleineres und ein grösseres Fach verstecken, welche das Volumen auf 523 Liter anwachsen lassen. Der Frunk unter der Haube stellt weitere 58 Liter bereit.

Auf der Strasse

Wir starten die Fahrt durch den wuseligen Stadtverkehr Barcelonas in der Basisversion P6 mit 374 PS (275 kW) und Heckantrieb, die in der Schweiz nur einen Bruchteil der Verkäufe ausmachen wird. Schade! Denn dank kräftigen 480 Nm dürfte dieser Antrieb leistungsmässig das Gros der Kundschaft bereits zufriedenstellen. Auch auf der Autobahn reicht die Power für einen flotten Zwischensprint jenseits der 120 km/h locker, und selbst auf engen spanischen Landstrassen fühlt sich der bestens abgestimmte EX60 nie untermotorisiert an.

Volvo EX60 P10 AWD im Schnellcheck

Antrieb: Zwei E-Motoren, Systemleistung 510 PS (375 kW), 710 Nm, 1-Stufen-Automat, 4x4, Batteriegrösse (brutto) 95 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/400 kW
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 4,6 s, Spitze 180 km/h, Reichweite WLTP 660 km
Masse: L/B/H 4,80/1,91/1,64 m, Gewicht 2350 kg, Anhängelast gebremst 12 % 2400 kg, ungebremst 750 kg, Kofferraum 523–1647 l + Frunk 58 l
Umwelt: Verbrauch WLTP 16,2 kWh/100 km, Energieeffizienzklasse B
Preis: ab 75’000 Franken, Basisversion P6 (374 PS, Hinterradantrieb) ab 72'000 Fr.

Antrieb: Zwei E-Motoren, Systemleistung 510 PS (375 kW), 710 Nm, 1-Stufen-Automat, 4x4, Batteriegrösse (brutto) 95 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/400 kW
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 4,6 s, Spitze 180 km/h, Reichweite WLTP 660 km
Masse: L/B/H 4,80/1,91/1,64 m, Gewicht 2350 kg, Anhängelast gebremst 12 % 2400 kg, ungebremst 750 kg, Kofferraum 523–1647 l + Frunk 58 l
Umwelt: Verbrauch WLTP 16,2 kWh/100 km, Energieeffizienzklasse B
Preis: ab 75’000 Franken, Basisversion P6 (374 PS, Hinterradantrieb) ab 72'000 Fr.

Dass sich die meisten Schweizer Kunden aber für die Version P10 mit 510 PS (375 kW) starkem Allradantrieb entscheiden werden, liegt auch am läppischen Preisaufschlag von gerade 3000 Franken (siehe «Das war schlecht»). Trotz spürbar mehr Leistung wird der EX60 aber nicht zum sportlichen Badboy, sondern gibt die gewaltige Kraft fein dosiert über die schicken 22-Zöller ab. Während sich die adaptiven Dämpfer ebenfalls spürbar über die verschiedenen Fahrmodi – von komfortabel bis straff – feintunen lassen, könnte die Lenkung selbst auf härtester Stufe «Firm» noch etwas mehr Rückmeldung geben.

Das war gut

Die beiden Varianten unterscheiden sich aber nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei der Batteriegrösse. Während der P6 mit einem 83-kWh-Akkupaket ausgestattet ist, das eine Reichweite von bis zu 610 Kilometer verspricht, wächst die Kapazität beim P10 auf 95 kWh und bis zu 660 Kilometer. Die etwas später startende Topversion P12 AWD stellt dank riesigem 112-kWh-Akku sogar bis zu 800 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp in Aussicht. Dort angekommen, saugen alle drei Versionen dank 800-Volt-Technik mit bis zu 400 kW Strom am DC-Schnelllader. Damit erstarken die Akkus in nur 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent, wie ein Live-Test an einer öffentlichen Ladestation vor Ort eindrucksvoll beweisen konnte. Ebenfalls top: der serienmässige 22-kW-Onboard-Lader, dank dem auch kürzere Stopps an AC-Stationen die Reichweite schnell erhöhen.

Das war schlecht

Echte Schwächen können wir dem Volvo EX60 nach unserer ersten Fahrt nicht attestieren. Komfort wird bei den Schweden definitiv grossgeschrieben – schon das geringe Geräuschniveau im Innenraum ist beeindruckend. Laute Kritik gibts aber für die Preisgestaltung: In Deutschland startet der EX60 P6 ab umgerechnet rund 58'000 Franken – in der Schweiz kostet das gleiche Modell stolze 72'000 Franken! Da muten die 75'000 Franken für den P10 AWD schon deutlich günstiger an – auch im Vergleich zur deutschen Konkurrenz. Mit ein Grund, warum sich hierzulande kaum eine Kundin für den nur minimal günstigeren P6 entscheiden dürfte. Dann schon eher für das bald folgende Topmodell P12, das bei 81'000 Franken beginnt.

Das bleibt

Klanggewaltige Soundsysteme gehören bei Autobauern mittlerweile zum guten Ton – nicht nur in der Premium-Liga. Doch die 28 verbauten «Bowers & Wilkins»-Lautsprecher an Bord des EX60 können nicht nur alle Passagiere gleichzeitig in der gewaltigen Klangatmosphäre schweben lassen, sondern auch ganz individuell angesteuert werden: So kann etwa der Fahrer über die in den Kopfstützen integrierten Speaker einen Podcast hören, ohne dass Personen in der zweiten Reihe davon etwas mitbekommen. Auch sonst werden wir von Schwedens neuem Elektro-König bestimmt nicht das letzte Mal gehört haben.

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